Schwerer Unfall auf Truppenübungsplatz

Krauss Maffai Mungo (Foto: Stahlkocher, GNU)Baumholder (pol/bw/rd.de) – Bereits am vergangenen Montag kam es auf dem Truppenübungsplatz Baumholder (Rheinland-Pfalz) zu einem schweren Unfall. Zwei Bundeswehrsoldaten starben, vier weitere Soldaten wurden zum Teil erheblich verletzt. Eingesetzt wurde auch der zivile Rettungsdienst. Erst jetzt sind Details des Rettungseinsatzes bekannt geworden. 

Sechs Bundeswehrangehörige im Alter zwischen 19 und 24 Jahren fuhren nach Polizeiangaben in einem Bundeswehrfahrzeug vom Typ Mungo auf einer abschüssigen Straße, als das Fahrzeug aus bisher noch nicht geklärtem Grund von der Fahrbahn abkam und sich überschlug.

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Bei dem Unfall kamen zwei der Fahrzeuginsassen ums Leben, sie starben noch an der Unfallstelle. Die vier weiteren Männer wurden zum Teil schwer verletzt.

Ein Gelände, größer als Mainz

Rettungseinsätze auf dem militärischen Gelände sind für die zivilen Einsatzkräfte des DRK in Baumholder nicht die Regel. Die Bundeswehr erklärte auf Nachfrage von www.rettungsdienst.de, dass bei laufenden Übungen ein Arzt der Bundeswehr sowie einige auf dem weitläufigen Gelände verteilte Krankenwagen zur Verfügung stünden.

Beim Unfall mit dem geländegängigen Mungo war eine Oberstabsärztin und Rettungssanitäter der Bundeswehr als Ersthelfer vor Ort. Schnell war klar, dass der Unfall ohne externe Einsatzkräfte kaum zu bewältigen sein würde. Das Problem hierbei: „Wer das Gelände kennt, weiß, dass die erste Herausforderung für den Rettungsdienst darin besteht, den Einsatzort zu finden und dort hin zu kommen“, erklärte Pressesprecher Hauptmann Marcel Engel von der Luftlandebrigade 26 in Saarlouis. Es war somit erforderlich, ortskundiges Personal für die Einweisung an die Einsatzstelle bereitzustellen. Der Truppenübungsplatz in Baumholder hat eine Größe von 116 Quadratkilometern. Zum Vergleich: Die Stadt Mainz hat eine Fläche von knapp 98 Quadratkilometern.

Rettungsteams kämpften um das Überleben des Schwerverletzten

Drei der vier verletzten Soldaten kamen mit Schienenbeinfraktur, Nasenfraktur und Prellungen vergleichsweise glimpflich davon. Sie wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Der vierte, schwer verletzte Soldat wurde nach notärztlicher Behandlung mit einem Rettungshubschrauber in eine Universitätsklinik gebracht. Wie die Bundeswehr mitteilte, erlitt der Mann schwere Rückenverletzungen sowie Verletzungen der Lunge und Leber. Nach den Operationen wurde der Soldat in ein künstliches Koma versetzt.

Wie die saarländischen Luftlandebrigade gestern mitteilte, ist der Mann inzwischen wach, atmet selbstständig und wurde bereits von der Intensivstation auf eine Normalstation verlegt.

Unbeliebter Mungo?

Das Transportfahrzeug Mungo scheint in der Truppe nicht sehr beliebt zu sein. Wie in mehreren Onlinequellen zu erfahren ist, soll der Stauraum knapp und das Fahrgestell sowie die kleinen Räder für den harten Geländeeinsatz nicht geeignet sein. Offenbar verzeiht das Fahrzeug im Gelände keine Fahrfehler. Dem Verteidigungsministerium sind diese Mängel schon seit 2007 bekannt, weshalb der Abzug des Mungos aus Afghanistan vorgesehen war.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ein Wahnsinn… Schon vor der Einführung haben sämtliche Truppenteile und die Teile im Ministerium, die wenigstens mal für einen kleinen Moment ihr Hirn einschalten und benutzen, deutlich gemacht dass dieses Fahrzeug weder technisch ausgereift noch für den militärischen Einsatz geeignet ist. Aber man musste ja trotzdem diesen Schund beschaffen. Es stellt sich die Frage warum man immer das Leben von Menschen mutwillig mit schlechter Ausrüstung zusätzlich gefährden muss.

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  2. Einsätze auf dem militärischen Gelände in Baumholder( egal ob US Einrichtungen,BW Kaserne oder der oben genannte, weitläufige Truppenübungsplatz) sind für die Rettungskräfte in und um Baumholder sehr wohl die Regel. So kann sich zumindest das das in Baumholder stationierte Rettungsfachpersonal, insbesondere im Bereich Truppenübungsplatz gut orientieren.
    Auf jedem Rettungsmittel wird Kartenmarterial des Areals vorgehalten und besondere, klar definierte Treffpunkte für Lotsenfahrzeuge der BW( der zivile RD fährt in der Regel nicht ohne Lotse auf den Truppenübungsplatz) erleichtern das Auffinden einer Einsatzstelle.
    Egal ob Ärzte der BW und deren KTW´s vor Ort, sollte eine schwerwiegende Erkrankung oder Verletzung vorliegen wird parallel zur Erstversorgung IMMER der zivile RD mitalarmiert..
    Die Liste der Besonderheiten im diesen RD Bereich lässt sich beliebig fortsetzen.Und jeder der in einem RD Bereicht tätig ist, indem es US Amerikanische oder Bundeswehreinrichtungen und deren Angehörigen zu betreuen und zu Versorgen gilt kann dies bestätigen.
    Wäre doch vielleicht mal interessant einen Artikel über diesen doch sehr aussergewöhnlichen RD in ihrem Magazin zu lesen.

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  3. Den “Geräteträger” aus dem kommunalen Bereich zum Bund zu versetzen galt beim Hersteller des Basisgefährtes “Multicar” Hako intern als wenig umstritten. Man hat die Eigenschaften des Fahrzeugs beschönigt wenn nicht gar übertrieben.

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