Sanitätsdienst der Bundeswehr setzt auf VR-Technik

(Bild: Marcel Bockisch-Ernst/San.-dienst d. Bundeswehr)Koblenz (ots) – Virtual Reality spielt für die Aus- und Fortbildung im zivilen Rettungsdienst eine zunehmend größere Rolle. Auch die Bundeswehr setzt bei ihren sanitätsdienstlichen Ausbildungen auf die VR-Technik.

Im Grunde genommen ist VR eine künstlich vom Computer simulierte Wirklichkeit – ähnlich wie bei einem Videospiel, nur ohne Bildschirmbindung. Die Nutzerinnen und Nutzer werden mithilfe einer technischen Ausrüstung in einen virtuellen Raum versetzt, in der sie sich frei bewegen können. Eine VR-Brille projiziert eine digitale Welt direkt vor die Augen. Mit Joysticks, die ebenfalls mit einem Computer verbunden sind, lassen sich sogar Gegenstände im virtuellen Raum bewegen.

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Das Gefühl des Eintauchens in die digitale Welt beschreibt die Immersion. Es gibt unterschiedliche Einflussfaktoren, die den virtuellen Raum und die dazugehörige Erfahrung prägen – beispielsweise eine 360-Grad-Umgebung, 3-D-Tiefeneffekte oder Geräusche, die beim Interagieren mit Gegenständen ertönen. Je realistischer diese simulierte Wirklichkeit wirkt, desto höher ist die Immersion.

„Das Wirklichkeitsgefühl ist beeindruckend. Die Brille kann einen im Vorfeld aufgenommenen Fahrzeuginnenraum sehr realitätsnah darstellen“, erzählt Stabsfeldwebel Jörg May, Leiter Rettungsdienst des Lehrrettungszentrums am Bundeswehr Zentralkrankenhaus. „Das VR-Konzept wird als Ergänzung zum Training an der Rettungspuppe verwendet“, berichtet May. „Im Ausbildungsraum können die Fortzubildenden die vom Profi bereits abgefilmten medizinischen Abläufe, Algorithmen und Handgriffe aus verschiedenen Perspektiven virtuell beobachten“, fügt der Leiter Rettungsdienst hinzu. In Koblenz treffen somit verschiedene Ebenen einer multimedialen Fortbildung aufeinander – ob im virtuellen Raum, am Simulationsdummie oder an realen Personen.

Die Akzeptanz oder das Interesse ist besonders bei den jüngeren Soldatinnen und Soldaten hoch. „Das VR-Konzept ist zwar nicht brandneu, die Generation Z kennt es von der Playstation, doch im Rettungswesen ist das Konzept noch relativ unbekannt“, so der Stabsfeldwebel.

In der Zukunft werden noch einige Weiterentwicklungen des VR-Konzepts angestrebt. Die Rettungswache am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus plant weitere Updates, beispielsweise die Avatar-Steuerung. Bei einem Avatar handelt es sich um eine digitale Figur im virtuellen Raum, die durch den Anwendenden gesteuert wird. Dieser Avatar kann somit mit Gegenständen oder Pixel-Patienten interagieren. Außerdem soll ein haptisches Erlebnis hinzukommen, mit echtem Tastsinnerlebnis bei der Interaktion mit der digitalen Realität.

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