Vermisste nach über 70 Stunden gerettet


BRKBischofswiesen/Marktschellenberg (BRK Berchtesgadener Land/ml) – Eine 24-jährige Amerikanerin verlor auf einer Bergwanderung kurz vor dem Gasthaus in die Orientierung und war über 70 Stunden lang vermisst. Die Retter fanden die Frau durch ein ungewöhnliches Rettungszeichen.

Die junge Frau war bei ihren Bekannten, den Wirtsleuten des Stöhrhauses am Berchtesgadener Hochthron (Untersberg) zu Besuch. Am Montagnachmittag war sie gemeinsam mit der Hüttenwirtin auf dem Hochplateau unterwegs. Etwa um 18.30 Uhr trennten sich die Frauen nur wenige Minuten von der Hütte entfernt. Die Amerikanerin wollte noch ein Stück alleine gehen; ihre Begleiterin kehrte zum Stöhrhaus zurück. Als die Urlauberin bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht aufgetaucht war, begannen die Wirtsleute mit der Suche im Umfeld um die Hütte, jedoch erfolglos.

Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen hatte sich die 24-Jährige am Montagabend bei ihrer kleinen Wanderung im unwegsamen Gelände verstiegen, als das Wetter zusehends schlechter wurde. Schließlich verlor sie ganz die Orientierung und kam abseits der Wege in das sehr unwegsame, teils senkrechte Gelände der Gurrwand, wo sie am Donnerstag entdeckt und gerettet wurde.

Um auf sich aufmerksam zu machen, knüpfte sie geistesgegenwärtig ihr Sport-Top, das sie unter T-Shirt und Jacke trug und deshalb entbehren konnte, an die „Laufkatze“ der Holz-Transportseilbahn; ein ausgefallenes Notsignal, das ihr vermutlich das Leben gerettet hat: Holzarbeiter hatten das Damentop gefunden, Verdacht geschöpft und die Polizei benachrichtigt.

Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Marktschellenberg und Teisendorf, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau, Bergretter und Suchhundeteams aus Grödig, Alpinpolizisten aus Bayern und Salzburg sowie vier Hubschrauber-Besatzungen hatten seit Dienstagmorgen im Schichtbetrieb und zum Teil gleichzeitig nach der Amerikanerin gesucht. Nachdem keine Spur von der 24-Jährigen zu finden war, wurden die Suchmaßnahmen am Donnerstag mit Hochdruck fortgesetzt. Für die Suche aus der Luft waren ein Polizeihubschrauber, ein Bundeswehrhubschrauber und zwei österreichische Hubschrauber eingesetzt.

Durch den Tipp der Holzarbeiter konnte die Frau nach über 70 Stunden am Berg durch die Einsatzkräfte lebend im Bereich der Gurrwand bei Hallthurm geortet und kurze Zeit später per Hubschrauber gerettet. Es geht ihr den Umständen entsprechend gut.

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