Infarktrisiko von Frauen unterschätzt


Bad Driburg (Open-PR) – „An einem Herzinfarkt sterben in Deutschland weit mehr Frauen als an Brustkrebs“, so die Herzspezialistin und Ernährungsmedizinerin Dr. Gabriele Augsten von der Knappschaft-Klinik Bad Driburg. Typische  Frauen-Symptome werden zu oft falsch interpretiert. 

Der Herzinfarkt wird noch immer als typische Männerkrankheit angesehen. Über ihre besondere Infarktgefährdung wissen die Frauen jedoch viel zu wenig. Häufig verdrängen die Betroffenen die Symptome. Weil die weiblichen Besonderheiten sich noch nicht herumgesprochen haben, werden Infarkte oft zu spät bemerkt. Risikofaktoren wie Stress oder das Rauchen, wirkten sich bei Frauen anders aus, als bei Männern. Deshalb, so erklärte Dr. Augsten, sei ihr Risiko zumeist ungleich höher. „Die Faktoren haben für Frauen einfach eine andere Gewichtung“, sagte sie. Deshalb leben Frauen mit einem höheren Risiko, Herz-Kreislauferkrankungen zu erleiden. In Deutschland sterben pro Jahr rund 160 000 Männer, aber 240 000 Frauen an Herzerkrankungen. Die Herzinfarktrate bei Männern sinkt, bei Frauen steigt sie.

Die Knappschaft-Klinik Bad Driburg veranstaltete deshalb einen Themenabend unter dem Titel „Frauenherzen in Gefahr: Das unterschätzte Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen bei Frauen“. An der Veranstaltung in der Knappschafts-Klinik Bad Driburg nahmen ca. 70 Unternehmerinnen auf Einladung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft teil.

Infarkte bei Frauen werden relativ spät entdeckt, dabei sind die Risikofaktoren allen gut bekannt. Dazu gehören Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, ein erhöhter Cholesterinspiegel und Rauchen. Doch sind die Symptome bei Frauen häufig etwas anders als bei Männern – frauentypische Symptome für den so genannten „Eva-Infarkt“ sind ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche, anhaltende Schlafstörungen, Kurzatmigkeit, Übelkeit und Erbrechen unter körperlicher Belastung, Schmerzen im Oberbauch, am Hals und im Nacken. „Es ist von großer Wichtigkeit auch Symptome, die nicht eindeutig sind – wie etwa Enge- oder Druckgefühle, Drücken im Zwerchfell- ernst zu nehmen und ärztlichen Rat einzuholen. Viele dieser Symptome können Vorboten von Durchblutungsstörungen sein“, erklärte die engagierte Medizinerin. „Auch verdrängen Frauen häufig die Symptome. Sie erreichen im Akutfall im Durchschnitt später das Krankenhaus als Männer.

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