Sepsis: Früherkennung dank qSOFA

(Bild: Markus Braendli)Bremen (rd_de) – Eine Sepsis beruht auf einer zunächst lokalen Infektion. Durch körpereigene Botenstoffe kann daraus eine systemische Reaktion entstehen, die letztendlich womöglich zum (Multi-)Organversagen führt.

Die Inzidenz der Sepsis nimmt ständig zu. Trotz wesentlicher Fortschritte der Intensivmedizin in den letzten Jahren ist nach wie vor mit einer hohen Letalität zu rechnen.

Ein absolutes Novum ist, dass mit dem so genannten quickSOFA (qSOFA, sequential organ failure assessment score) vor wenigen Jahren ein Messwert geschaffen wurde, der eine Früherkennung einer Organdysfunktion als Folge einer Infektion ermöglicht. Er soll primär im Rettungsdienst, in Notaufnahmen, auf peripheren Stationen und in Pflegeheimen zur Anwendung kommen.

Der qSOFA ist positiv, wenn mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllt sind:

• mentale Veränderung (Glasgow Coma Scale <15),
• Atemfrequenz ≥ 22/min,
• systolischer Blutdruck ≤ 100mmHg.

Der qSOFA und die Früherkennung einer Sepsis sind deshalb so wichtig, weil davon auszugehen ist, dass sich 30 bis 40 Prozent der Sepsis-Fälle bereits präklinisch entwickeln. Etwa die Hälfte der Sepsis-Patienten wurde vor der Krankenhausaufnahme bereits vom ärztlichen Bereitschaftsdienst, Rettungsdienst oder Notarzt gesehen, der Sepsis-Verdacht jedoch nicht erkannt. Der qSOFA hat damit ein großes Potential, künftig septische Verläufe rechtzeitig zu erkennen.

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(Text: Jürgen Auerhammer, Anästhesist und Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli)

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