Warnung vor Schließung von Notarzt-Wachen wegen Personalmangels

(Bild: (Symbol) Markus Brändli)Leipzig (ots) – Die Bereitschaft zur Ersten Hilfe bei Herzstillstand nimmt ab: Die Quote der Menschen, die mit der Herzdruckmassage beginnen, wenn sie einen Bewusstlosen finden, ist im vergangenen Jahr in Deutschland um rund drei auf 39 Prozent gesunken. Dieses Ergebnis wurde am Donnerstag (09.05.2019) von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) auf dem Anästhesie-Kongress in Leipzig bekanntgegeben.

Herz-Lungen-Wiederbelebung als Schulfach

Der Leiter des Deutschen Reanimationsregisters, Professor Dr. med. Jan-Thorsten Gräsner, rief angesichts der rückläufigen Zahlen dazu auf, bei der Verbreitung der Herzdruckmassage nicht nachzulassen. Einer der wichtigsten Schritte sei dabei die Einführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung im Schulunterricht im Rahmen der DGAI-Kampagne „Schüler retten leben“. Während einige Bundesländer wie Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen hier Vorreiter sind, haben andere Länder noch erheblichen Nachholbedarf.

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Unbesetzte Notarzt-Standorte drohen

Sorge bereitet den deutschen Narkoseärzten auch der zunehmende Ärztemangel. DGAI-Präsident Professor Dr. med. Rolf Rossaint warnte auf dem Kongress: „Im kommenden Jahrzehnt wird der Ärztemangel in der Anästhesiologie zu einer Bedrohung unserer Leistungsfähigkeit heranwachsen!“ Dann könne es soweit kommen, dass Narkosen und Operationen aus Personalmangel verschoben, noch mehr Betten auf Intensivstationen gesperrt und Notarzt-Wachen in Stadt und Land unbesetzt bleiben müssten.

Durch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und mehr Forschung wollen die deutschen Anästhesisten deshalb ihr Fach für Nachwuchskräfte noch attraktiver machen.

Auf dem Deutschen Anästhesie-Congress in Leipzig kommen bis Samstag rund 3.500 Narkoseärzte, Intensivmediziner, „Blaulicht“-Notärzte, Schmerztherapeuten und andere Interessierte zu hunderten von Vorträgen und Diskussionen zusammen.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Soviel zu den Arbeitsbedingungen in -D- . Wo bleiben den die ca. 30.000 Humanmediziner , die angeblich jedes Jahr ihren Abschluß an dtsch. Uni’s machen !?!

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  2. Da ein sehr sehr hoher Prozentsatz Frauen sind und Männer nun mal keine Kinder bekommen können, fallen viele wegen Familienplanung weg. Es müsste eine Männerquote an den Uni’s eingeführt werden.

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