Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Polnischer Rettungsdienst: An der Grenze ist Schluss!

Eberswalde (rd.de) – Ende Dezember 2011 unterzeichneten Deutschland und Polen ein Abkommen über grenzüberschreitende Einsätze des Rettungsdienstes (wir berichteten). Letzte Woche ereignete sich in Sichtweite der Grenze auf polnischer Seite ein Rettungseinsatz, dessen Ablauf Zweifel am Erfolg dieses Abkommens aufkommen lassen.

Wenige hundert Meter vom Grenzübergang entfernt kollidierten in Krajnik Dolny ein Deutscher mit seinem Kleinwagen und ein entgegenkommender Lastwagen. Der Pkw-Fahrer wurde schwer verletzt. Polnische Einsatzkräfte befreiten den Mann aus dem Wrack. Der polnische Rettungsdienst hätte den Patienten ins nächste Krankenhaus gebracht: die Uni-Klinik Stettin, rund eine Stunde entfernt. Die nächste erreichbare Klinik auf deutscher Seite – das Klinikum Uckermark in Schwedt – wäre in rund zehn Minuten zu erreichen gewesen.

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Einem Bericht der „Märkischen Online-Zeitung“ ist zu entnehmen, dass nur die Intervention der Angehörigen des Verletzten dazu führte, dass der Mann in ein deutsches Krankenhaus gebracht wurde. Der Weg dorthin klingt allerdings – angesichts des bilateralen Abkommens zweier EU-Staaten – abenteuerlich.

Weil offenbar Rettungsfahrzeuge aus Polen keine ausreichend hohe Auslandshaftpflichtversicherung besitzen, ist es den Besatzungen untersagt, nach Deutschland zu fahren. Der Patient wurde daher vom polnischen Rettungsdienst bis auf die Grenzbrücke zwischen Krajnik Dolny und Schwedt gefahren und dort an die deutschen Kollegen übergeben. Die Umlagerung des Schwerverletzten erfolgte offenbar auf offener Straße. Die deutsche RTW-Besatzung brachte den Mann dann ins Krankenhaus nach Schwedt. Kurz danach erfolgte die Verlegung mittels Rettungshubschrauber nach Berlin-Marzahn.

In dem Zeitungsbericht wird ein Sprecher der Leitstelle Eberswalde zitiert, wonach diese Form der deutsch-polnischen Zusammenarbeit „gängige Praxis“ sei.

Lesen Sie hier den Bericht der „Märkischen Online-Zeitung“.

(10.02.2015)

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. ein Hoch auf das ganze Geld,welches wir imnernoch nach Polen pumpen…

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  2. Das ist eine bodenlose Frechheit!
    Ein tolles Europa; was die Zusammenarbeit der Behörden betrifft. 😛

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  3. Die EU dient nur den Interessen der Wirtschaft.
    Menschen interessieren da nicht. Das haben die Griechen grad kapiert und in ganz Europa wachsen nationalistische Tendenzen. Warum wohl?

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  4. Ich selbst arbeite im Bereich Versicherungswesen im Rettungsdienst. Eigentlich kann die Begründung (Versicherungsdeckung nicht gegeben) nicht wirklich sein. Wer auch immer Versicherer der Rettungsdienste in Polen ist, hat sich an bestimmte europäische Mindeststanddarts zu halten, die über die Aufsichtsämter für Versicherungswesen vorgegeben werden.

    Wenn dies wirklich so wäre, dann dürften sich auch ándere Fahrzeuge aus Polen nicht mehr auf deutschen Verkehrsflächen bewegen (LKW etc…)

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  5. Das funktioniert mit dem Nicht-EU-Land Schweiz zum Glück total komplikationslos. Wir ergänzen uns in beide Richtungen. Unglaublich, daß das innerhalb der EU nicht funktioniert.

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  6. Sehr geehrte Damen und Herren, dieser Bericht entspricht nicht der Wahrheit. Bei Interesse, stelle ich den Einsatz richtig. Ich war der verantwortliche Assistent vom deutschen RTW und bin über den Bericht, völlig schockiert!

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  7. Hallo deutscher Assistent,
    ich wäre gern an deiner Darstellung interessiert.
    Habe lange im RD in SDT gearbeitet. Und das war zu meiner Zeit (bis 2007) gängige Praxis.
    Allerdings gab es zu dieser Zeit keine ausreichenden Abkommen mit Polen.
    Würde mich freuen wenn sich da etwas geändert hätte.

    Lieben Gruss aus der Schweiz.

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