Liste der Stroke-Units jetzt online abrufbar

Berlin (DSG) – Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft bietet ab sofort unter www.dsg-info.de eine Übersicht der deutschen Stroke Units an. Schlaganfall-Spezialstationen ermöglichen eine optimale Therapie für Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben. Denn Qualität und Zeitpunkt der Erstbehandlung eines Schlaganfalls sind entscheidend für das weitere Schicksal eines Betroffenen.

“Eine Stroke Unit besteht aus mindestens vier Monitor-überwachten Betten. Ferner werden die Patienten rund um die Uhr von einem speziell qualifiziertem Arzt, in der Regel einem Neurologen, betreut”, berichtet Professor Dr. med. Martin Grond, Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreiskrankenhaus Siegen: “Zum Team gehören außerdem Pflegekräfte, die besondere Erfahrung mit Schlaganfallpatienten haben, aber auch Ergotherapeuten, Logopäden, Schlucktherapeuten und Sozialarbeiter. Außerdem muss eine Klinik mit einer Stroke Unit für schwerstbetroffene Schlaganfallpatienten und zur Beherrschung lebensbedrohlicher Komplikationen über eine Intensivstation verfügen. Eine entsprechend umfangreiche technische Ausstattung gehört auch dazu.

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Eine wichtige Voraussetzung für eine Zertifizierung durch die Schlaganfall-Gesellschaft ist deshalb, dass die Klinik über ein Computertomografiegerät verfügt, welches rund um die Uhr einsatzbereit ist. Für die größeren überregionalen Zentren fordert sie sogar ein Kernspintomografiegerät und ein euroradiologisches Katheterlabor. Diese technische Ausstattung ist erforderlich, um bei einem Schlaganfallpatienten alle heute möglichen und notwendigen Therapieverfahren anwenden zu können.

Seit Einführung der Stroke Units hat die Letalität der Patienten nach einem Schlaganfall stark abgenommen und auch die Rate an schweren Behinderungen wurde um 20 bis 30 Prozent reduziert. Dass es mehr als 190 Stroke Units gibt, ist laut Grond ein wichtiger Meilenstein. Es gebe aber immer noch zu wenige Zentren. Vor allem in Flächenstaaten in den neuen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern seien die Wege noch zu lang. Im Grunde genommen, so Grond, müsste es etwa genauso viele Stroke Units wie Herzkatheterlabore geben. Denn Schlaganfälle seien mittlerweile sogar häufiger als Herzinfarkte.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Der Kommentar der DSG von Dr. Grond ist zwar für die Behandlung von Schlaganfall u. Gehirnblutungen z.B nach einem Aneurisma-Bruch im Kopf richtig – er gibt aber keine Auskunft über qualifizierte Stroke Units in Hamburger Kranken-häusern !
    Das sollte die DSG ändern und verantwortliche (Kommunal-)Politiker nennen !

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  2. also, wenn ich den Begriff Hamburg in das Suchfeld unter “Stroke Units” eingebe werden dort 9 Kliniken mit Stroke Units gefunden, die den Vorgaben entsprechen und zertifiziert sind. Oder was wird unter “qualifizierten” Stroke Units verstanden? Ich dachte immer, das QM sei dafür da.

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  3. Ich war kürzlich für etwas über 24 Stunden in einer stroke unit. Die med. Betreuung habe ich als sehr kompetent erlebt.

    Bei der pflegerischen ist noch Entwicklungspotential: ein z.T. harscher Umgangston, betteln um Getränke (da ich wegen der Verkabelung bettlägerig war), und um Toilettengänge sowie Duschen (aus demselben Grund), eine Dusche und zwei Toiletten für 20 Patienten, ein viel zu laut eingestellter Fernseher (was hat der dort überhaupt zu suchen?) und eine ständig geöffnete Zimmertüre (so dass jeder Besucher alles sehen konnte).

    Ich war mehrmals kurz davor, einfach zu gehen.

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