Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
Rettungs-Magazin 4/2019
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DRK-Studie: Übergriffe gehören zum Alltag im Rettungsdienst

(Bild: Annabel_p/pixabay.com)Berlin (DRK) – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst berichten in einem Zeitraum von zwölf Monaten mindestens über eine Gewaltanwendung im Einsatz. Verbale Übergriffe kommen am häufigsten vor. 40,3 Prozent des Personals sind ausschließlich von verbaler Gewalt betroffen, etwa ein Drittel beschreibt sowohl verbale als auch körperliche Übergriffe, teilte das DRK am Donnerstag (18.02.2021) mit.

Ausschließlich tätliche Übergriffe werden von 14,1 Prozent genannt. Verbale Gewalt wie Beleidigungen und Beschimpfungen kommen bei fast jedem Fünften (18,4 Prozent) sogar mindestens ein- bis zweimal pro Woche vor. Die Täter sind in drei Viertel der Fälle die Patienten selbst. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hervor, in der die Angaben von 425 Personen im Rettungsdienst ausgewertet wurden.

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„Die Ergebnisse sind erschreckend. Wir müssen leider feststellen, dass Beleidigungen, Beschimpfungen und auch körperliche Übergriffe mittlerweile zum Alltag im Rettungsdienst gehören“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. Sie spricht sich dafür aus, Mitarbeitende im Rettungsdienst noch besser für solche Situationen zu schulen und Straftäter konsequent zu verfolgen.

Die häufigste Form verbaler Übergriffe waren laut Studie Beschimpfungen und Beleidigungen (91,1 Prozent), gefolgt von der Androhung von Gewalt (55,3 Prozent bei Mehrfachnennung).

„Die häufigsten Gewaltanwendungen spielten sich mit 52 Prozent im innerstädtischen Bereich ab, gefolgt von sozialen Brennpunkten. An dritter Stelle kommen bürgerliche Wohngegenden und Großveranstaltungen“, sagt DRK-Bundesarzt Prof. Dr. Peter Sefrin, der Leiter der Studie.

Die häufigste Form bei den tätlichen Übergriffen sei Schlagen und Treten (32,7 Prozent) gleichauf mit Schubsen (31,5 Prozent).

„Es ist deutlich, dass die Häufigkeit der berichteten Übergriffe sich mehrfach im Bereich von ein- bis zweimal pro Monat abspielte. Es kann demnach nicht von einem singulären Ereignis für den einzelnen Mitarbeiter im Rettungsdienst gesprochen werden“, sagt Prof. Sefrin.

Weitere Erkenntnis der Studie: „Wenn es um die Ursachen der Gewalt im Rettungsdienst geht, ist seitens der Patienten in zunehmendem Maße ein teilweise überzogener Anspruch gegenüber dem Rettungspersonal festzustellen. Ein Anspruchsdenken hat es schon immer gegeben, aber es wurde nicht versucht, es mit Gewalt durchzusetzen“, so Prof. Sefrin.

Bei der nicht repräsentativen Studie wurden insgesamt 425 Fragebogen von Notfallsanitätern, Rettungsassistenten, Rettungssanitätern und weiteren Mitarbeitenden des Rettungsdienstes ausgewertet. Die Daten wurden von August bis November 2019 erhoben.

Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ich wurde noch nie angegriffen in meinen 45Jährigen Arbeiten im Rettungsdienst. das mag wohl von meiner durchtrainierten Figur und Körpergröße abbhängig gewesen sein. Ich trainiere seit meiner Bundeswehrzeit als SAZ12 wo ich alles z.B.das militärische von der Grundausbildung bis zum Freifaller und danach noch die Einzelkämpferschule mit bravourbestanden habe. Danach stieg ich in die sanitätsausbildung mit allen Lehrgängen und dann noch die Krankenpflegeausbildung und aufgebaut darauf den OP Fachpfleger für Anästhesie. Wenn ich heute mit bald 70 Jahren angegriffen werde oder ich muß zuschauen wo jemand am Boden liegt und mit Fußtritten bearbeitet wird werde ich auf die Kampfausbildung zurückgreifen. Ob da jemand danach zum Intinsivpflegefall wird bis zum Querschnitt, kann alles geschehen. Kabelbinder zum Fixieren habe ich immer dabei.. Also Leuts passt gut auf.

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  2. Na herzlichen Glückwunsch…

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