Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

DIVI kritisiert neue „116 117“-Werbung

(Bild: axentis.de / Georg J. Lopata)München (DIVI) – „Gut gemeint, schlecht umgesetzt“, urteilt die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) über die neue TV-Werbekampagne für die Telefonnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

„Die Werbung bagatellisiert in den Augen von Mitarbeitern in den Notfallaufnahmen die tatsächliche Brisanz und Schwierigkeiten in diesem Bereich“, sagt DIVI-Präsident Professor Uwe Janssens. „Diese vermutlich auch sehr kostenintensive Aktion wird dem zu vermittelnden Inhalt in keiner Weise gerecht. Das Niveau der Werbeclips wird von den betroffenen Patienten vermutlich kaum ernst genommen und trägt so nicht nachhaltig dazu bei, eine bessere Steuerung der Patientenströme zu gewährleisten.“

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Seit Jahren sei die konstruktive Zusammenarbeit von kassenärztlich tätigen Medizinern und Krankenhausärzten in den Notfallaufnahmen der Krankenhäuser ein kontrovers diskutiertes Thema, teilte die Vereinigung mit. Mit häufig frustrierenden Ergebnissen für die Klinikärzte. Die DIVI hoffe nun, dass die Pläne des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn, die auf eine grundlegende Reform der Organisation der präklinischen Notfallversorgung abzielten, zu einer Verbesserung der Lage führen.

Generell begrüße die DIVI jede Initiative, mit der die weiter zunehmenden Zahlen der in die Krankenhaus-Notfallaufnahmen fehlgeleiteten Patienten reduziert werde. So auch mit Einschränkungen die momentan plakativ beworbene Erreichbarkeit des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes unter der Rufnummer 116 117. Mit als humorvoll gedachten Werbespots soll im Fernsehen und im Internet auf die Rufnummer hingewiesen werden. Auftraggeber ist hier die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).

„Die KBV muss befürchten, dass mit den Plänen des Bundesgesundheitsministers künftig die Bundesländer die Planung über die Notfallversorgung übernehmen sollen. Damit würde den kassenärztlichen Vereinigungen der Sicherstellungsauftrag für den Bereitschaftsdienst entzogen werden“, sagt Uwe Jassens, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler. „Vor diesem Hintergrund muss die aktuelle Werbeaktion für eine Rufnummer 116 117 gewertet werden, die seit Jahren nahezu unbekannt und daher ungenutzt geblieben ist.“

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Neue (alte !!) Telefonnummer 116 117

    Mehr als lächerlich (und finanziell nicht vertretbar) mutet bereits die “Werbung” um diese Nummer an. 116117 gibt es bekanntermaßen schon seit vielen Jahren. Sie jetzt jedoch zur “vermeintlichen Entlastung” von Krankenhäusern/Fachkliniken und deren Notaufnahmen zu favorisieren, wurde völlig unüberlegt und unter Außerachtlassung des Mitredens von fachlich hoch qualifizierten Ärzten/Notärzten und Verantwortlichen des Rettungsdienstes und !! nicht zuletzt auch der Leitstellen “einfach mal so” entschieden.
    Hat ein Gesundheitsminister schon keine fachliche Ahnung, so sollte er sich nicht auch noch auf ebenso unwissende !! Staatssekretäre und weitere “Berater” verlassen.

    Das Verweisen auf die 116117 anstatt auf die 112 (bei Notfällen oder auch nur dem Anschein eines Notfalls) kann und wird…….sometime fatale Folgen haben. Die “Schwelle” , die überschritten werden muss, um bei einem Anruf (meist durch einen besorgten Angehörigen panisch getätigt) zu entscheiden, ob es sich um einen / keinen Notfall / Weniger-Notfall, oder tatsächlichen Notfall, etc. handelt; müssen nunmehr – je nach Zuordnung der 116117 meist ohnehin schon überlastete Leitstellenmitarbeiter treffen, oder i.d.R. unqualifizierte Telefonisten einer kassenärztl. Notdienstzentrale oder deren diensthabender Arzt; der nicht in jedem Fall über ausreichende und langjährige Erfahrung verfügen muss, oder bereits mit weiteren – Nichtnotfällen – völlig überlastet ist.
    Um sich vor diesen Dingen und vor einer staatsanwaltschaftlichen Anhörung (= Ermittlungsverfahren) schützen zu wollen, wird letztlich doch in vielen Fällen (insbesondere in Zweifel-Notfällen) der qualifizierte Notarzt angefordert.
    Was also bringt nunmehr in solchen Fällen (die täglich vorkommen) die Werbung um die 116117 ?….. nichts ! ….. solange nicht – für jedermann verständlich – deutlich gemacht wird, wo in welchem Fall sie tatsächlich angerufen werden sollte und……. wann besser nicht !
    So sei abschliessend noch auf die unbillige, geradezu sträfliche zeitliche Verzögerung hingewiesen, die entsteht, wenn nunmehr bei einem wirklichen Notfall “vorsichtshalber” erst einmal die 116117 angerufen wird, und von der annehmenden Telefonzentrale dann erst die Leitstelle verständigt und von dort aus der Notarzt zum Einsatz gebracht wird !!
    Nun : was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr……..
    Verfasser: Alexander Becht

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