Hängetrauma: Schocklagerung ist kontraindiziert


Bremen (rd_de) – Bergsteiger, Industriekletterer oder „notgelandete“ Fallschirmspringer sind besonders gefährdet, ein Hängetrauma zu erleiden. Es tritt zum Beispiel nach dem Sturz in ein Sicherungsseil oder beim bewegungsarmen Arbeiten mit Anseilschutz bzw. im Sitzgurt über einen längeren Zeitraum ohne Pausen auf. Der Rettungsdienst muss wissen, wie er diese Patienten zu behandeln und zu lagern hat.

Auch gut gestaltete Auffanggurt-Konstruktionen können nicht verhindern, dass früher oder später ein Hängetrauma bei der gestürzten Person eintritt und damit das Leben in Gefahr ist. Grund dafür ist eine relative Hypovolämie durch Versackung des Blutes in den unteren Extremitäten.

Mit zunehmender Intensität und Dauer deuten folgende Symptome auf ein Hängetrauma hin:

• Blässe,
• Schweißausbrüche,
• Kurzatmigkeit,
• zunächst steigender Puls und Blutdruck,
• Sehstörungen,
• Schwindel und Übelkeit,
• Blutdruck- sowie Pulsabfall.

Werden die Zeichen erkannt und liegen keine schwerwiegenden Verletzungen vor, die die Schocksymptomatik erklären könnten, ist der Verunfallte mit erhöhtem Oberkörper zu lagern. Je nach Hängedauer sollte der Patient etwa 30 bis 40 Minuten in der Hocklagerung (Kauerstellung) verweilen, damit das Blut, welches sich in den Beinen gestaut hat, langsam wieder zurück in den Oberkörper gelangen kann. Wird der Patient hingegen sofort in Schocklage gebracht, fließt das Blut schlagartig in den Oberkörper. Dies kann zu einer Überbeanspruchung des Herzens und zum Tod innerhalb weniger Sekunden führen.

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(Text und Foto: Ella Bornack; 06.12.2017)[3021]

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