Intranasales Kühlgerät


Rhinochill-Apparat (Foto: Benechill SA)Porto (pm) – Das Medizintechnikunternehmen BeneChill International SA wird im Dezember auf dem internationalen ERC-Kongress in Portugal erstmals das Serienmodell des nicht-invasiven, intranasalen Hypothermiegerätes „RhinoChill“ einem breiten Fachpublikum vorstellen.

Im Gegensatz zu anderen Produkten kann mit RhinoChill – dank der intranasalen Vernebelung eines biochemischen Kühlmittels – die Einleitung der therapeutischen Hypothermie bereits während des Herzkreislaufstillstandes erfolgen. Zudem wird die gewünschte Zieltemperatur schneller erreicht als dies bisher möglich war. Namhafte deutsche Kliniken und verschiedene Rettungsdienste, unter anderem in Aachen, Berlin, Freiburg, Göttingen, Halle und Magdeburg, haben das RhinoChill-System ausführlichen Praxistests unterzogen. Des Weiteren wurde der therapeutische Nutzen, sowie die Anwendungssicherheit in mehreren Studien belegt, wie beispielsweise der Pre-Resuscitation Intra-Nasal Cooling Effectiveness (PRINCE) Study von 2010.

Das International Liasion Comittee on Resuscitation (ILCOR) empfiehlt, mit der therapeutischen Hypothermie bei durch Herzstillstand komatösen Patienten so früh wie möglich zu beginnen. Dabei wird eine Absenkung der Körperkerntemperatur auf etwa 33 bis 34 Grad Celsius angestrebt. RhinoChill nutzt die anatomischen Eigenschaften des Nasenrachenraumes als natürlicher Wärmetauscher. Über eine Nasensonde wird dabei ein speziell entwickeltes biochemisches Kühlmittel in den Nasenrachenraum eingebracht, das dort innerhalb weniger Sekunden rückstandsfrei „verdampft“. Dieses Verfahren funktioniert, im Gegensatz zu gekühlten Infusionen oder Kältepackungen auch bei nur teilweise funktionierendem Kreislauf oder Kreislaufstillstand.

Durch die Anwendung der nicht-sterilen Technik und der kompakten Größe ist RhinoChill überall einsetzbar: Sowohl im Rettungsdienst als auch in der Klinik, zum Beispiel im Herzkatheterlabor oder auch bei militärischen Rettungseinsätzen. Zudem kann unmittelbar nach der Sicherung der Atemwege des Patienten mit der Hypothermiebehandlung begonnen werden, ohne dabei andere Maßnahmen, wie etwa eine laufende Reanimation, zu behindern. Auch die Vorhaltung eines Kühlschranks, beispielsweise im Rettungswagen, entfällt.

Das Serienmodell von RhinoChill wird vom 2. bis 4. Dezember 2010 im Rahmen des ERC-Kongresses in Porto, Portugal, am Stand D11-12, erstmals einem breiten Fachpublikum präsentiert. Am 3. Dezember findet zudem um 12:45 Uhr ein Lunchsymposium mit Fachvorträgen rund um das Thema Hypothermie statt (Raum D.Maria)

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