Große Übung zum Abschluss des MANET-Projekts


300 Kräfte beteiligten sich an der MANET-Abschlussübung. Foto: FH KölnDüren (FH Köln) – Dass sich selbst vernetzende Sensoren bei der Bewältigung von Großschadensereignissen einen großen Fortschritt bieten kann, bewies vergangenen Samstag eine Katastrophenschutzübung in Düren bei Aachen (NRW). Rund 300 Kräfte beteiligten sich an der Übung, die zum Abschluss des dreijährigen Forschungsprojekts MANET stattfand.

Möglich war die Katastrophenschutzübung durch das große Engagement der Feuerwehren des Landkreises Düren, der ehrenamtlichen Kräfte der Hilfsorganisationen sowie der hauptamtlichen Mitarbeiter und Ärzte des Rettungsdienstes. Daneben sorgten nicht zuletzt das realistische Szenario und die Patientendarsteller für die Hektik, die für die Messungen der Prototypen von Sensorknoten und Rettungsdienstgeräten erforderlich war. Kernaufgabe des Instituts für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr bei MANET war, den Technologiepartnern die Anwendungsexpertise im Bereich Rettungsmedizin und Katastrophenschutz zur Verfügung zu stellen. Dabei wurden im Labor für Großschadensereignisse Anwendungsszenarien entwickelt, Prozesse beschrieben, Anwenderanforderungen analysiert und Entwicklungsergebnisse der Partner bewertet bzw. getestet.

MANET steht für „Disaster Management using Autonomous Sensor Networks“, zu Deutsch: Katastrophenmanagement mit autonomen vernetzten Sensoren. Kooperationspartner des Forschungsprojekts sind das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Fachhochschule Köln, die Firmen Vomatec, Kontron Embedded Computers und AMBER Wireless sowie das Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe, das auch Projektkoordinator von MANET ist. An dem mit 1,6 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt beteiligten sich die Partner mit 1,6 Millionen Euro. Die im Projekt entwickelte Software wird in etwa ein bis eineinhalb Jahren serienreif sein.

Die auf Basis eines vermaschten Funknetzes (Netze, die sich selbständig aufbauen und konfigurieren) entwickelte Technik bietet unvergleichbar große Verbesserungen gegenüber der bislang üblichen handschriftlichen und mündlichen Informationsgewinnung, -verarbeitung und -übermittlung. Da alle anfallenden Informationen innerhalb kürzester Zeit per Funk bereitgestellt werden können, ermöglicht die auf die Anwenderbedürfnisse abgestimmte Hard- und Software vor allem in der frühen Phase eines Massenanfalls von Verletzten eine schnelle Beurteilung der Situation.

Die im Forschungsprojekt MANET entwickelte Sensortechnik wurde in Düren im inszenierten Ernstfall bei dem Übungsszenario „Verkehrsunfall mit vier Fahrzeugen sowie insgesamt 25 Verletzten und betroffenen Personen“ getestet. Ebenfalls zum Einsatz kam das Standard-Übungs-System der Fachhochschule Köln, über das Übungen nach vorher definierten Parametern wissenschaftlich analysiert werden können. Entscheidend sind hierbei die Leistung der Übungsleitung sowie ein TED-System, über das die Daten gesammelt werden.

Die Übungsleitung und die Vorplanung übernahmen der Kreis Düren und das Institut für Gefahrenabwehr GmbH aus St. Augustin. Ergänzend erfolgten Übungsbeobachtungen sowie Foto- und Videodokumentationen.  

Über das vom Forschungszentrum Informatik in Zusammenarbeit mit AMBER Wireless entwickelte Sensornetzwerk werden nicht nur die Lageinformationen wie etwa Zahl, Schweregrad und Verteilung der verletzten Personen in Echtzeit erfasst und übertragen. Durch die integrierte Vitalsensorik können auch kritische Zustände der Patienten erkannt werden. Des Weiteren ermöglicht die in das Netzwerk integrierte Lokalisierungskomponente eine Ortung der Betroffenen. „Das Szenario stellt auf Grund der vielen Sensorknoten und der hohen Dynamik extreme Anforderungen an die Funktechnologie“, betont Projektleiter Dr. Christophe Kunze vom FZI.

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