10 Jahre Notarzt-Börse


Dr. André Kröncke schaut aus 10 Jahre Notarztbörse zurück. (Foto: Notarztbörse)

Dr. André Kröncke schaut aus 10 Jahre Notarztbörse zurück. (Foto: Notarztbörse)

Lüdersdorf (pm) – Die Notarztbörse feiert in diesen Tagen ihr 10-jähriges Jubiläum. Die Notarztbörse ist die älteste Honorararztvermittlung Deutschlands. Nicht zuletzt wegen des Ärztemangels, vermittelt die Notarztbörse inzwischen über 1.000 Arbeitstage monatlich.

Der Gründer und Inhaber der Notarzt-Börse  Dr. André Kröncke erinnert sich, wie alles angefangen hat.

Was haben Sie eigentlich vor der Notarztbörse gemacht?
Dr. Kröncke: Mein Medizinstudium schloss ich 1994 mit dem festen Vorhaben ab, Chirurg zu werden. Während der Ausbildung lernte ich jedoch den Rettungsdienst lieben und wechselte in die Anästhesie. Hier ist Notarztfahren eines der Hauptbetätigungsfelder. Mit Hubschrauber und Rettungswagen war ich in Ostholstein und auf der Ostsee im Einsatz.

Wie Sind Sie auf die Idee gekommen die Notarztbörse zu gründen?
Dr. Kröncke: Eine befreundete Hilfsorganisation bat mich im Sommer 2000, für eine große Veranstaltung in Kiel fünf Ärzte für drei Tage zu organisieren. Dieser Kraftakt gelang mir innerhalb von 24 Stunden. Danach überlegte ich mir Möglichkeiten, dies beim nächsten Mal einfacher zu gestalten. Aus einer Liste von bekannten Ärzten wurde so schnell eine Internetseite, die sich „Notarzt-Börse“ nannte.

Also war es zum Anfang mehr ein Hobby?
Dr. Kröncke: Auf jeden Fall. Nicht im Traum habe ich damals daran gedacht, dass es einmal diese Größe annehmen würde!

Ab wann merkten Sie, dass hier viel mehr Potential steckt als Sie dachten?
Dr. Kröncke: Schon im Dezember 2000 waren wir über 200 Ärzte in der Notarzt-Börse. Noch wurden wir aber von allen Seiten kritisch beäugt. Es kamen stetig neue Anfragen nach Fachärzten, die auch von Monat zu Monat zunahmen. 2003 war das Jahr, in dem meine Frau und ich kaum noch Freizeit hatten, weil ständig jemand anrief und einen Arzt brauchte. Selbst im Frankreichurlaub waren der Laptop und das Handy immer dabei!

Wie war der Verlauf der Entwicklung der Norarzt-Börse?
Dr. Kröncke: Rasant … im Rückblick kann ich es mir immer noch nicht vorstellen, wie sich das alles entwickelt hat. 2003 übernahmen wir den ersten eigenen Notarztstandort. Wir fingen an, unsere Ärzte in gemeinsamen Zusammenkünften fortzubilden und eine Gemeinschaft zu formen. Dann wurde der Ärztemangel real. Vor allem in Kliniken fehlten plötzlich Ärzte in der Chirurgie, Anästhesie und Inneren Abteilung. Aber auch im niedergelassenen Bereich taten sich immer mehr Lücken auf. Wir merkten es schon sehr früh und konnten schnell darauf reagieren. Heute zählen wir 3.500 Ärzte in unserer Gemeinschaft und besetzen monatlich mehr als 1.000 Arbeitstage.

Sehen Sie auch Gefahren für Ihr Unternehmen oder denken Sie es wird sich immer weiter so stetig entwickeln?
Dr. Kröncke: Nichts bleibt so wie es ist. Jeder Aufstieg hat einmal ein Ende. Schon seit längerem rechne ich aufgrund dieser Gesetzesmäßigkeiten damit, dass sich unser Erfolg nicht ewig so fortsetzen kann. Der Ärztemangel scheint jedoch noch einige Jahre weiter zu bestehen. Es gibt viele Menschen und Institutionen, die sich auf unsere Leistung verlassen. Die werden wir nicht enttäuschen!

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