Trauma-Netzwerke verbessern die Versorgung Schwerverletzter


Marburg (dgu) – 59 Trauma-Netzwerke mit rund 700 beteiligten Kliniken verbessern die Versorgung Schwerverletzter in Deutschland. Davon können jährlich rund 35 000 schwerverletzten Patienten profitieren.

Um die schnelle und präzise Diagnose der Verletzungen sowie deren bestmögliche Behandlung zu gewährleisten, hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) das weltweit einzigartige Projekt TraumaNetzwerk etabliert. Anlässlich des 1. Jahreskongresses TraumaNetzwerk DGU diskutieren Experten, wie die Qualität sowohl in der Notfallrettung als auch stationär noch weiter verbessert werden kann.

Rund 35.000 Patienten müssen durch Notfalloperationen oder intensivmedizinisch behandelt werden. Die Qualität der Schwerverletztenversorgung in Deutschland variiert deutlich. Ursache dafür sind unter anderem geographische Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländer sowie unterschiedliche Behandlungskonzepte und Ausstattungen in den Kliniken, so die Experten. „Wir möchten diese Unterschiede aufheben oder zumindest angleichen, um eine bestmögliche Behandlung nach Unfällen, auch außerhalb von Ballungszentren, zu erreichen“, sagt Professor Dr. med. Steffen Ruchholtz, Sprecher des Arbeitskreises Umsetzung Weissbuch / TraumaNetzwerk in der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (AKUT). Ziel ist es, den Schwerverletzten innerhalb von rund 30 Minuten vom Unfallort in den Behandlungsraum eines geeigneten Krankenhauses zu transportieren.

Die Teilnehmer des Projektes müssen hohe Qualitätsstandards erfüllen und sich von der DGU zertifizieren lassen. Wesentliche Bestandteile des Netzwerkes sind unter anderem eine adäquate Schockraumausstattung, die Definition von Verlegungskriterien oder standardisierte Behandlungsabläufe und die Fortbildung nach Maßgabe des Advanced Trauma Life Support.

Mehr Information: www.dgu-traumanetzwerk.de

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