Rettung aus eiskalter Ostsee


Grömitz (DGzRS) – „Ein Glück, dass ihr da seid…“, waren die ersten Worte der zwei Schiffbrüchigen, die am Freitagmorgen um 08.30 Uhr von der Besatzung des Seenotkreuzers „Bremen“ vor Grömitz gerettet wurden.

Die Schiffbrüchigen waren von ihrer brennenden Motoryacht in die neun Grad kalte Ostsee gesprungen und trieben dort etwa 30 Minuten. Vormann Kai Knudsen: „Wegen des unsichtigen Wetters war es für uns sehr schwer, die Männer zu finden, weil die angegebene Position nicht eindeutig war. Wir haben mit drei Mann Ausguck gehalten und sie schließlich gesichtet.“

Die beiden Männer (42/39) waren früh am Morgen mit ihrer zehn Meter langen Motoryacht „Divertimento“ (ital.: Vergnügen) von Grömitz nach Fehmarn aufgebrochen. Etwa vier Seemeilen (ca. sieben Kilometer) nördlich Grömitz im Seegebiet „Schwarzer Grund“ bemerkten sie, dass Rauch aus dem Maschinenraum quoll und im nächsten Moment die Kunststoff-Motoryacht lichterloh brannte.

Mit Mobiltelefon alarmierten sie in allerletzter Minute noch die Seenotleitung Bremen der DGzRS. Dann sprangen sie in höchster Not über Bord – nur mit Wetterjacken bekleidet, ohne Rettungswesten. Beim Eintreffen der Seenotretter klammerten sich die zwei Schiff­brüchigen an kleinen Kunststoff-Fendern fest.

Durch die seitlich in die Bordwand eingelassene Bergungspforte des Tochterboots „Vegesack“ zogen die Seenotretter Michael Vogt und Olaf Wittorff die Männer an Bord und versorgten sie sofort mit Wärmefolien und Decken. Im Bordhospital des Seenot­kreuzers „Bremen“ erhielten sie trockene Kleidung. Nach eigenen Aussagen hätten sie nicht länger im Wasser treiben können. „Als wir die Seenotretter sahen, waren wir erleichtert.“

Nach vergeblichen Löschversuchen durch die „Bremen“ sank das Wrack auf 20 Meter Tiefe.

Die Schiffbrüchigen wurden wenig später in Grömitz an den Landrettungsdienst über­geben bzw. von Familienmitgliedern abgeholt.

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