Rauchentwicklung: 73 Menschen evakuiert


Herne (pm) – Am Scharpwinkelring hat es in der Nacht zu Donnerstag gebrannt. 73 Menschen wurden aus dem verrauchten Haus gerettet, 200 Kräfte waren im Einsatz.

In der Nacht auf Donnerstag (14. 1. 2010) hat es einen Großeinsatz für Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen in Herne gegeben: Am Scharpwinkelring in Baukau-West ereignete sich ein größerer Kellerbrand – Brandmelder und mehrere Notrufe gingen um 3.20 Uhr bei der Feuerwehr ein, die mit allen Kräften ausrückte.

Aufgrund heftigster Rauchentwicklung im Kellergeschoss – „ die Sicht“, so Zugführer Andreas Wolter, „ ging gen Null“ – mussten 31 der insgesamt 73 Bewohner des sechsgeschossigen Gebäudes über Drehleitern gerettet werden, da sie das Treppenhaus nicht mehr benutzen konnten. Unter den derart Evakuierten befanden sich neun Kinder, plus ein Hund und zwei Katzen.

Der Einsatz gestaltete sich für die Feuerwehrkräfte schwierig, da offene Flammen im weiträumigen und schwer erkundbaren Keller zunächst nicht erkennbar waren. Auf der Rückseite des Wohnkomplexes wurde der Brandherd schließlich ausgemacht und der Atemschutztrupp entsprechend dirigiert. „Wir haben über 40 Atemschutzgeräte eingesetzt“, berichtete Feuerwehrchef Michael Benninghoff, „das kommt bei uns zum Glück nicht so häufig vor.“

Auch die Anzahl der Kräfte war beachtlich: Insgesamt über 200 Helfer waren am Einsatz beteiligt. So wurde etwa die Freiwillige Feuerwehr komplett alarmiert. Die Hilfsorganisationen DRK, ASB und MHD betreuten die Bewohner des Hauses in Zelten und HCR-Bussen. „Verletzt wurde zum Glück niemand, alle Bewohner waren sehr gefasst und haben die ungewöhnliche und dramatische Situation gut verkraftet“, fasste Thomas Jarolim, Kreisrotkreuzleiter Wanne-Eickel, die Lage vor Ort zusammen. Die „Obdachlosen“ wurden mit heißen Getränken und Speisen versorgt.

In ihre Wohnungen zurückkehren konnten die Menschen zunächst allerdings nicht. Die Stadtwerke schalteten um 6:15 Uhr den Strom ab, so dass weder Licht noch Heizung funktionierten; um 7:40 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Alle Bewohner fanden, nachdem sie gegen 8 Uhr Papiere und Wertgegenstände aus ihren Wohnungen geholt hatten, Unterschlupf bei Freunden und Verwandten. Der Strom kehrte letztlich schneller zurück als erwartet: Gegen 17 Uhr konnten die Stadtwerke ihn wieder einschalten. Viele Wohnungen jedoch bleiben wohl aufgrund der Rauchentwicklung erst einmal unbewohnbar.

Eingesetzte Kräfte:

  • Berufsfeuerwehr: 26 vor Ort, zwölf Kräfte nachalarmiert in Bereitstellung und im Führungsstab.
  • Freiwillige Feuerwehr: 60 vor Ort, etwa 25 weitere Kräfte an den Standorten zur Sicherstellung des Grundschutzes.
  • Hilfsorganisationen: 55 vor Ort, 23 weitere Kräfte in Reserve.
  • THW: sechs Kräfte.
  • weiterhin beteiligt waren: HCR, Stadtwerke, Polizei, Fachbereich Öffentliche Ordnung.

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