Medical Emergency Teams – der innerklinische Rettungsdienst


Köln (GRC) – Immer mehr Krankenhäuser lernen von der präklinischen Notfallmedizin und stellen so genannte Medical Emergency Teams zusammen. Welche Vorteile dieser klinikinterne Rettungsdienst hat, diskutierten am Freitag Experten des German Resuscitation Council (GRC) in Köln.

Ein Herzstillstand endet für zahlreiche Betroffene, auch wenn sie sich in einem Krankenhaus befinden, oft tödlich. Damit die Überlebenschancen steigen, haben mittlerweile zahlreiche Kliniken Medical Emergency Teams (MET) eingerichtet. Diese eilen nicht erst im Notfall herbei, sondern sollen gefährdeten Patienten bereits im Vorfeld helfen.  

Der plötzliche Herzstillstand ist weltweit eine der Haupttodesursachen. „Klinische Studien haben gezeigt, dass Medical Emergency Teams (MET) nicht nur die Zahl der plötzlichen Todesfälle senken. Auch die Intensivstationen können entlastet werden”, berichtet Dr. med. Carsten Lott, Intensivmediziner an der Universitätsklinik Mainz.

Viele Kliniken haben ihre bisherigen Reanimationsteams, die nur im akuten Notfall aktiv wurden, durch Medical Emergency Teams ersetzt. Die Reanimationsteams waren in der Regel von Pflege- und ärztlichem Personal gebildet. Sie führten nur eine begrenzte Materialausstattung mit sich und konnten in Notfallsituationen auf, im Vorfeld festgelegten, Alarmierungswegen verständigt werden.

Von der Struktur her entsprechen die „neuen“ METs zumeist den bereits bestehenden Reanimationsteams aus Pflegekraft und ärztlichem Mitarbeiter mit intensivmedizinischem Hintergrund.

Die Teams stehen allerdings nicht nur zur Versorgung von Patienten in lebensbedrohlichen Situationen zur Verfügung. Sie werden auch präventiv tätig: Ihr Einsatz beginnt bereits bei der Identifizierung und Frühbehandlung gefährdeter Patienten. So soll der Eintritt lebensbedrohlicher Ereignisse nach Möglichkeit verhindert werden.

„Der Vorteil ist die Abnahme der innerklinischen Sterblichkeit sowie die Senkung ungeplanten Aufnahmen auf einer Intensivstation. Diese Effekte konnten in mehreren Studien belegt werden“, sagt Lott.

One Response to “Medical Emergency Teams – der innerklinische Rettungsdienst”

  1. thomaswagner on Oktober 3rd, 2009 18:06

    Der Grundgedanke ist nicht neu, und die Umsetzung dieser „neuen“ Teams ist in ihrer Zusammensetzung auch nicht neu, so dass das Grundproblem meiner Meinung nach nicht wirklich gelöst wird.
    Als echte Bereicherung und wichtigen Schritt in eine schnelle und effizientere innerklinische Notfallversorgung halte ich natürlich zusätzlich zu einem Arzt, die Implementierung, besser noch die komplette Teambildung, von RA´s für die beste Lösung. Erstens sind sie wesentlich stärker und besser im Notfallmanagement ausgebildet als Pflegepersonal, deren primäre Aufgabe nunmal die Pflege ist. Zweitens würde sich zumindest in größeren Kliniken die Möglichkeit einer adäquaten und guten Alternative bzw. auch Ergänzung für RA´s zum „klassischen“ Rettungsdienst ergeben. Durch die Einbindung in Notaufnahme- oder Anästhesie-Teams würde drittens die notwendige Routine regelmäßig gewährleistet und dem Pflegepersonal die Möglichkeit gegeben, sich wieder mehr ihren eigentlichen Aufgaben widmen zu können.

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