Kreiskliniken sollen den Rettungsdienst übernehmen


Havelland (rd.de) – Geht es nach dem Willen des Landrats Dr. Burkhard Schröder (SPD), soll der Rettungsdienst im Havelland ab Mitte kommenden Jahres den kreiseigenen Havelland-Kliniken übertragen werden.

Hintergrund ist die Notwendigkeit einer Neuausschreibung. Der Arbeiter-Samariter-Bund ist seit September 1995 von Kreis mit der Durchführung von Krankentransport und Rettungsdienst beauftragt. Mit dem Plan zur Kommunalisierung würde der ASB definitiv leer ausgehen.Von der Änderung wären zehn Rettungswachen und drei Notarztstandorte betroffen.

Innerhalb der Kreistagskoalition stößt das Vorhaben des SPD-Landrats bei seinen Kollegen von der CDU auf Misstrauen: „Es kann nicht sein, dass ein öffentlicher Betrieb alles abfasst, was andere auch gut können“, formuliert der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Bodo Oehme sein Unbehagen. CDU-Fraktionschef Michael Koch weist darauf hin, dass es für eine Umgehung der Ausschreibung gute Gründe geben sollte.

4 Responses to “Kreiskliniken sollen den Rettungsdienst übernehmen”

  1. Klaus on November 29th, 2010 12:57

    In den letzten 10-15 Jahren haben die Kommunen ihre Krankenhäuser privatisiert, weil man nicht in der Lage war, kostendeckend zu wirtschaften. Aber nun will man den KTP und RD wieder kommunalisieren? Wer glaubt denn ernsthaft, dass man diesen Bereich besser betreiben kann als die Kliniken früher? Solche Vorhaben sind Pläne von politischen Geisterfahrern. Und was ist mit den Menschen, die bei den HIO´s arbeiten? Die gehen dann zum Arbeitsamt? Politik soll Rahmenbedingungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen schaffen, nicht deren Beseitigung und Vernichtung betrieben.

  2. thomaswagner on November 29th, 2010 22:52

    Eine Idee, dich ich persönlich sehr gut finde und die bei richtiger Planung und Umsetzung gut funktionieren kann. Schliesslich machen es die Schweizer ja schon seit vielen Jahren ebenso, und zwar mit großem Erfolg! Man denke dabei allein schon mal an die Synergie-Effekte, die sich daraus ergeben, von den Vorteilen in Punkto Fortbildung, Flexibilität und Arbeitsplatzsicherheit ganz zu schweigen…

  3. Andreas on November 30th, 2010 09:22

    ich find die idee einer Rekomunalisierung gar nicht so schlecht…
    immerhin sind dann die mita<rbeiter wieder mitarbeitem im öffentlichem Dienst und können, falls sie gesundheitlich keine rettung mehr fahren können anderweitig leichter zubeschäftigen als bei den HiOrgs (Bsp. Leitstelle)
    DIe Mitarbeiter der HiOrgs würden ja im Ramen eines Betriebsübergang an den bneuen Betreiber mitwechseln, außer die HiOrgs "bocken" rum (sie LK Mansfeld-Südharz, da haben die Mitarbeiter der HioOrgs das leider das nachsehen).
    Letzendlich würden sowohl LK als auch Mitarbeiter, und vorallem die Mitarbeiter von einer solchen entscheidung profitieren (sicher Arbeitsplatz, mehr Lohn, öffentlicher dienst)

  4. Constantin on Dezember 1st, 2010 19:56

    Alles hat so seine Kehrseite….
    Es soll kommunale Rettungsdienste an Kliniken geben, bei denen Patienten seit der Kommunalisierung nur noch in die eigene Klinke gebracht werden. Tja Pech wenn die keine Coronarangio kann….
    @ Andreas: Warum werden denn die Rettungsdienste in eine kreiseigene Klinik eingbracht (meist eine GmbH) und nicht in die Kreisverwaltung direkt? Diese hat nämlich im Gegensatz zum Landkreis keinen TVÖD. Damit gilt, optout möglich, billiger Haustarif. Leider benehmen sich die meisten „privatisierten“ öffentlichen Krankenhäuser kein bisschen besser als dies private tun.

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