Helfer retten Kleinkind nach Badeunfall das Leben


Freilassing (pol) – Couragierten Helfern verdankt eine Zweijährige ihr Leben. Das Kind war im Freilassinger Freibad in ein Schwimmbecken gefallen und trieb leblos im Becken.

Eine 34-jährige Urlauberin aus Frankreich hielt sich am Mittwoch mit ihrer zweijährigen Tochter im Freibad auf. Sie ließ das Kind kurz aus den Augen, worauf sich das kleine Mädchen selbständig machte und von der Liegewiese in den Beckenbereich wechselte. Während sie eine Brezel aß, stürzte die Kleine in das Nichtschwimmerbecken. Ob das Kind dabei einfach hinter anderen Kindern ins Wasser sprang oder aus Versehen hineinfiel, ist bislang ungeklärt.

Die Zweijährige wurde schließlich von einer 34-jährigen Freilassingerin unter Wasser treibend bemerkt. Die Frau, selbst Mutter mehrerer Kinder, zögerte nicht lange, sprang ins Wasser und zog das Mädchen heraus. Ihr Ehemann, von Beruf Arzt, befand sich in der Nähe und stellte fest, dass das Kind bereits ohnmächtig und ohne Atmung war.

Während er sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begann, wurde die Situation von der Schwimmmeisterin bemerkt, die gerade ihren Rundgang um das Becken machte. Sie unterstützte den Arzt bei den lebensrettenden Maßnahmen und räumte die Essensreste aus dem Rachen des Kindes, damit die Beatmung begonnen werden konnte. Gleichzeitig wurde der Notruf an die Rettungsleitstelle Traunstein abgesetzt. Beide setzten ihre Maßnahmen fort bis der Notarzt eintraf und das Mädchen wieder zu sich kam.

Das Kind wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Klinikum Traunstein geflogen und ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Nach Auskunft der Klinikärzte hat das Mädchen nur überlebt, weil die Lebensretter sofort die richtigen Maßnahmen getroffen hatten.

Gegen die Mutter wurde ein Ermittlungsverfahren wegen einer möglichen Verletzung der Aufsichtspflicht und damit verbunden wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

5 Responses to “Helfer retten Kleinkind nach Badeunfall das Leben”

  1. Jörn on August 3rd, 2012 11:15

    Und wieder ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass die Selbst- und Eigenschutzfähigkeiten der Bevölkerung, zu denen ja auch das Erlernen der wichtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie deren regelmäßiges Üben gehören, Leben retten KANN – und auch rettet, denn der organisierte Rettungsdienst kommt in aller Regel zu spät… Aber es hieße wohl Eulen nach Athen zu tragen, würde man das hier im Forum gesondert erwähnen… ;-) Und unsere Landes- wie Bundespolitiker haben sicherlich wichtigere Dinge zu tun, als Erste-Hilfe-Inhalte VERPFLICHTEND im (vor-)schulischen Alltag zu implementieren. Ein schönes Beispiel ist aktuell das NFSG-E, das “plötzlich und unerwartet” kursierte…

    Weiterhin sonnige Grüße aus dem Südwesten der B-Republik

  2. Mueller on August 3rd, 2012 11:29

    Ja, und unbedingt noch die Mutter mit einem Ermittlungsverfahren bestrafen, denn die wird den Schock über den Unfall Ihres Kindes ja bis jetzt kaum verdaut haben. Und da lassen sich 2 Schocks auf jeden Fall besser verarbeiten. Meine Güte, die hat Ihr Kind nicht ins Wasser gestossen, ich weiss nicht, was das immer soll. Schlimm genug, dass das passiert ist und schön, dass es einen solchen Ausgang hatte. Muss eine Bestrafung denn immer sein?

  3. Achim on August 3rd, 2012 15:58

    @Mueller

    Ein Ermittlungsverfahren hat noch lange nichts mit Bestrafung zu tun. Meist werden solche Verfahren wegen verschiedenen Gründen eingestellt.

  4. Jörn on August 3rd, 2012 17:12

    @Mueller @Achim: Das im Artikel erwähnte Ermittlungsverfahren ist eine ganz normale Sache, da es die Staatsanwaltschaft von Amts wegen MUSS. Schließlich handelt es sich hierbei nicht um ein so genanntes Antragsdelikt. Ähnliches kennt man vom plötzlichen Kindstod (SIDS), wo die Eltern/Sorgeberechtigten plötzlich und unerwartet im Fokus polizeilicher bzw. staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen stehen. Im Übrigen ermittelt die Staatsanwaltschaft immer in beide Richtungen, d. h. sie trägt be- wie entlastendes Material zusammen, was häufig aber von der Allgemeinheit vergessen bzw. nicht wahrgenommen wird. Schließlich sind wir ja nicht in Nordamerika bzw. in Ho(l)lywood, sondern im Herzen des Alten Europa. ;-)

    Sonnige Grüße aus South Western Germany

  5. charlie-zulu on August 4th, 2012 13:31

    “Meine Güte, die hat Ihr Kind nicht ins Wasser gestossen, ich weiss nicht, was das immer soll. Schlimm genug, dass das passiert ist und schön, dass es einen solchen Ausgang hatte. Muss eine Bestrafung denn immer sein?”

    Woher weißt du, dass sie ihre Kind nicht da rein gestoßen hat?

    Die Frage ist überspitzt, aber so etwas und u.a. auch, ob die Mutter ihre Aufsichtspflicht verletzt hat, kann eben nur mit so einem Ermittlungsverfahren heraus gefunden werden.

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