Goslarer Dreikönigstagung der DRK-Rettungsdienste


Goslar (DRK) – Die DRK-Rettungsdienste appellierten auf der „Goslarer Dreikönigstagung“ an die Politik, die lebenswichtige Verzahnung zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz nicht durch Ausschreibungen zu gefährden.

Massenkarambolage mit hunderten Betroffener, Rettungsdienste wurden weiträumig alarmiert, 73 einzelne Unfälle mit insgesamt 66, teils schwerverletzten Menschen. Zu der Versorgung der über 259 Autofahrer sowie deren Beifahrer forderten Rettungsleitstellen Kräfte des Katastrophenschutzes an. Das Großschadensereignis vom 19. Juli 2009 auf der A2 zwischen Braunschweig und Lehrte stellt ein Musterszenario dar und war Gegenstand der Diskussionen im Rahmen der „Goslarer Dreikönigstagung“, die vom 7. bis 8. Januar vom DRK mit den Beteiligten der Rettungsdienste in der DRK-Rettungsschule Niedersachen durchgeführt wurde.

Im Rahmen einer effektiven Katastrophenvorsorge ist die enge Verzahnung zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz bei Großschadensereignissen unverzichtbar.

Um eine Beeinträchtigung der Notfallversorgung zu vermeiden, fordert das Deutsche Rote Kreuz die enge Verzahnung in Niedersachsen nicht durch Ausschreibungen rettungsdienstlicher Leistungen zu gefährden.

„Die Bewertung des Preises bei der Ausschreibung von rettungsdienstlichen Leistungen ist unverhältnismäßig. Denn dies bedeutet, den Blick auf das Gesamtrisiko größerer Notfälle, die der Rettungsdienst allein nicht bewältigen kann, zu vernachlässigen“, so DRK-Landesverbandspräsident Horst Horrmann.

Insbesondere leidet hierunter das Personal. Die Personalkosten machen den größten Teil der rettungsdienstlichen Kosten aus. Auch der Rettungsdienstmitarbeiter der Zukunft muss die Chance auf eine der hohen Leistung und Belastung angepasste, angemessene Vergütung haben, die das bestreiten seines Lebensunterhaltes ermöglicht.

Die Vergabe der Rettungsdienste darf daher nicht ausschließlich nach dem Preis erfolgen. Unter Wahrung der guten Qualität sollten zusätzliche Kriterien, wie die erweiterte Einbindung in die Bewältigung von Großschadensereignissen und Katastrophen, Beachtung finden.

Ein positives Beispiel für eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und dem ehrenamtlichen Katastrophenschutz war die Bewältigung der Massenkarambolage am 19. Juli 2009.

Eine Veränderung dieser bewährten Strukturen bei Großschadensereignissen gefährdet die zeitgerechte Versorgung von Verletzten. Hierfür trägt der Staat die Verantwortung.

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