Fünf Jahre um weiteren Rettungswagen gerungen


Burgheim (pm) – Erleichterung im Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen. Nach fünf Jahren der Verhandlungen, kann nun endlich ein weiterer Rettungswagen in Dienst gestellt werden. Erst die Strukturschiedsstelle und ein zweites Gutachten brachte den Durchbruch.

Im Bereich der für den nördlichen Landkreisteil zuständigen Rettungswache Neuburg soll es künftig einen zweiten Rettungswagen geben, der während der Woche von 7 bis 24 Uhr und am Wochenende rund um die Uhr einsatzbereit ist. Mit dem bestehenden Rettungswagen der Schrobenhausener Wache verfügt der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen damit im Ergebnis auch über einen 3. Rettungswagen.

Deutlich zu schlecht versorgt

Damit dieses Ziel erreicht werden konnte, waren jahrelange gemeinsame Anstrengungen des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Ingolstadt (Rettungszweckverband), des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen und des Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) notwendig. So hatten BRK Neuburg und die Integrierte Leitstelle Ingolstadt errechnet, dass die für 80% der Fälle vorgeschriebene 12-Minuten Hilfsfrist in der Marktgemeinde Rennertshofen nur bei 61,54 % der gefahrenen Einsätze und in Burgheim bei 78,57 % der Fälle eingehalten werden konnte. Ein zweites Fahrzeug stand nur in der Zeit von 20.00 Uhr bis 07.00 Uhr zur Verfügung und war lediglich mit einer Rufbereitschaft besetzt, was zu langen Alarmierungs- und Ausrückzeiten führte.

Schiedsstelle eingeschaltet

Nachdem die Krankenkassen zunächst nicht bereit waren, der Forderung nach einem vollwertigen 2.Rettungswagen nachzukommen und die bestehende Rufbereitschaft aufzugeben, hatte der Rettungszweckverband im Juli 2009 die beim Innenministerium angesiedelte Strukturschiedsstelle angerufen. Ein vom Institut für Notfallmedizin am Klinikum München erstelltes Gutachten bestätigte nun die von Seiten des BRK Neuburg und der Leitstelle Ingolstadt vorgelegten Zahlen und stellte eine deutliche Unterversorgung im Rettungsdienst in den westlichen Landkreisgemeinden Rennertshofen und Burgheim fest.

Ein Vergleich der Strukturschiedskommission, den die Krankenkassen bereits akzeptiert haben, sieht nun vor, dass die in der Wache Neuburg bestehende Rufbereitschaft zu Gunsten eines 2. Rettungswagens im Regeldienst aufgelöst wird. Das bedeutet, dass der zweite Rettungswagen nicht mehr nur nachts besetzt ist, sondern in vollem Umfang von Montag bis Freitag von 07.00 bis 24.00 Uhr und am Wochenende (Samstag/Sonntag) rund um die Uhr bereitsteht. Darüber hinaus soll das Fahrzeug dauerhaft mit einem Rettungssanitäter und einem Rettungsassistenten besetzt sein. Dadurch entfallen Verzögerungen bei der Alarmierung und beim Ausrücken.
Im Gegenzug werden Überkapazitäten bei der Krankentransportvorhaltung im Bereich der Rettungswache Neuburg in Höhe von 50 Stunden wöchentlich abgebaut werden.

Fast fünf Jahre bis zum Vergleich

Herr Erdle, Rettungsdienstleiter beim BRK Neuburg, erinnerte daran, dass der erste Antrag an die Landesgeschäftsstelle des BRK zur Umwandlung der Rufbereitschaft in eine Regelbereitschaft bereits um Juli 2001 gestellt worden sei. Der Rettungszweckverband sei seit dem 22.12.2004 mit diesem Thema befasst gewesen. Auch die Inbetriebnahme der Rettungswache in Reichertshofen zum 01.07.2007 habe für den Raum Burgheim-Rennertshofen und Neuburg keine Entlastung gebracht, da die Fahrzeiten von dort einfach zu lang seien.

Der von der Schiedsstelle vorgeschlagene Vergleich muss nun vom Rettungszweckverband noch formell angenommen werden. Eine Zustimmung der Verbandsräte wird allgemein erwartet.

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