Fünf Jahre Notfallseelsorge Mannheim


Mannheim (ps) – Die ehrenamtlichen Notfallseelsorger in Mannheim, feiern heute ihr fünfjähriges Jubiläum.

Weniger das Reden sondern viel mehr das Zuhören die Aufgabe der derzeit 22 aktiven Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger. „In Situationen, in denen Menschen an ihre Grenzen kommen, hilft es bei der Verarbeitung vor allem, das Erlebte in Worte fassen zu können. Viele Menschen sind dann schon dankbar, wenn ihnen über einige Stunden eine andere Person einfach nur zuhört und damit Beistand leistet.“, erläutert Bernhard Kohl, Diakon bei der katholischen Christ-König-Gemeinde in Wallstadt, das Vorgehen der Helfer für die Seele.

Den Dienst leisten die speziell psychologisch geschulten Einsatzkräfte ehrenamtlich. Von ihrem Beruf her gehören aber allesamt zu einer der beiden großen Kirchen – dreizehn davon zur evangelischen und neun zur katholischen Kirche. Zwei Mal pro Woche wechseln sich die Helfer für die Seele regelmäßig ab. Montags bis freitags und freitags bis montags hat jeweils eines der insgesamt zehn Teams Bereitschaftsdienst. „Somit stehen immer mindestens zwei Notfallseelsorger bereit und können für die Überbringung von Todesnachrichten, die Betreuung der Augenzeugen und Angehörigen bei plötzlichen Todesfällen oder bei schlimmen Unfällen oder eben auch von Einsatzkräften angefordert werden, wenn diese nach einem Einsatz nicht mehr mit ihrer oft sehr traurigen Arbeit zurecht kommen“, beschreibt der auch als Leitender Notfallseelsorger ausgebildete Kohl das breitgefächerte Aufgabenfeld.

Sobald der Piepser am Gürtel Alarm gibt, greifen sich die Notfallseelsorger ihren Betreuungsrucksack, ihre Einsatzjacke, Helm und Stiefel und eilen zum Einsatzort. Der Rucksack ist unter anderem mit Gummibärchen, Teddybär, Zigaretten und Taschentüchern ausgestattet. Dingen also, die das Eis zwischen Menschen brechen können und Nähe und Fürsorge vermitteln.

Anfordern kann die Notfallseelsorger jedes Rettungsteam. „Uns ist es besonders wichtig, dass die hauptamtlichen, aber auch ganz speziell die ehrenamtlichen Helfer der Hilfsorganisationen wissen, dass sie auf uns zählen können. Gerade, wenn man aus der Freizeit zu einem Brand, einem ertrinkenden Kind oder einem Unfall gerufen wird, können sich Bilder sehr schnell ins Gedächtnis einprägen“, erklärt Hans Wasserbäch, Leiter der Stabsstelle Freiwillige Feuerwehren/Werkfeuerwehren.

Gemeinsam mit Diakon Kohl als Vertreter der katholischen und Pfarrer Ernst Moser als Vertreter der evangelischen Kirche ist Brandamtmann Wasserbäch als Vertreter der Feuerwehr in der gemeinsamen Koordinierungsgruppe aktiv. Ab dem 6. November steigt für Moser, der aus gesundheitlichen Gründen seinen aktiven Dienst beenden muss, Pfarrer Peter Annweiler mit ins Boot.

Heute, am 6. November, wird in der Franziskusgemeinde auf dem Waldhof im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes der bisherige Koordinator Ernst Moser verabschiedet. Gleichzeitig werden die in jüngerer Zeit hinzugekommenen Notfallseelsorger mit einer feierlichen Entsendung und der Übergabe der Diensturkunden in ihrer künftigen Aufgabe begrüßt.

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