Feuerdrama in Lübecker Altstadt


Lübeck (ots) – Der Sonntag (15.2.2009) war noch keine fünf Minuten alt, da wurde die Feuerwehr Lübeck zu einem dramatischen Wohnungsbrand in die Lübecker Altstadt gerufen.

Anwohner eines Nachbargebäudes hatten einen Knall gehört und die Feuerwehr über Notruf alarmiert. Nach Aussagen des Anrufers sollten sich noch Personen im Gebäude aufhalten. Aufgrund dieser Meldung beorderte die Einsatzleitstelle der Feuerwehr die Feuerwachen 1 und 2, sowie die Freiwilligen Feuerwehren Israelsdorf und Buntekuh/Padelügge an die Einsatzstelle. Zur Versorgung von Personen rückten Rettungsteams des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Johanniter-Unfallhilfe, der Feuerwehr und das Notarztteam der Universitätsklinik Lübeck aus.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte um 00:15 Uhr brannte der Treppenraum des Gebäudes und Teile der Geschosse bereits in voller Ausdehnung. Parallel zur Brandbekämpfung wurde ein Trupp zur Personensuche in das Gebäude vorgeschickt. Hierbei wurde eine Drehleiter und von der Rückseite des Gebäudes Leitern der Feuerwehr eingesetzt. Auch mussten Trupps in die Nachbargebäude zur Kontrolle eingesetzt werden. Ein Übergreifen auf die Nachbarschaft konnte verhindert werden. Bereits um 00:24 Uhr konnte „Feuer unter Kontrolle“ gemeldet werden.

Um 00:34 Uhr wurde dann ein Kind leblos im Gebäude aufgefunden und zur medizinischen Versorgung dem Notarztteam übergeben. Kurze Zeit später entdeckten die Suchtrupps eine weibliche Person mit schwersten Brandverletzungen. Zu dieser Zeit waren bereits die Notarztteams aus Bad Schwartau und der Leitende Notarzt auf dem Weg zur Einsatzstelle und übernahmen die Versorgung.

Um 00:58 Uhr wurde dann im Dachgeschoss ein weiteres Kind unter einer Matratze entdeckt. Die Notärzte begannen den Kampf um das Leben der Menschen. Weitere Personen wurden nicht gefunden. Die Frau und ein Kind konnten nicht mehr gerettet werden und verstarben noch an der Einsatzstelle. Das zuerst gerettete Kind wurde noch vor Ort Reanimiert und in die Universitätsklinik gefahren. Dort allerdings verstarb auch dieses Kind.

Um 02:37 Uhr wurde „Feuer aus“ gemeldet. Im gesamten Gebäude müssen Temperaturen von fast 1000 Grad geherrscht haben, da sich sogar Putzteile von den Wänden gelöst hatten. Die Einsatzkräfte mussten Teile der Decken zur Kontrolle aufnehmen und immer wieder Glutnester ablöschen. Eine Brandstellenkontrolle wird noch die Nacht durchgeführt.

Zur Betreuung der Angehörigen und der Einsatzkräfte wurde das Kriseninterventionsteam der Feuerwehr Lübeck und des Kreise Ostholstein eingesetzt.

Zur Sicherstellung des Rettungsdienstes und des Brandschutzes wurden mehrere Freiwillige Feuerwehren und Rettungsmittel aus dem Nachbarkreis alarmiert. Insgesamt waren bis zu 40 Brandschutzkräfte und 14 Rettungsassistenten vor Ort.

Zur Brandursache können zurzeit noch keine Angaben getätigt werden. Die Polizei nimmt die Ermittlung auf.

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