EU-Parlament empfiehlt verbindliche eCall-Einführung


Brüssel (pm) – In einer am Dienstag verabschiedeten Entschließung fordern die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, alle Pkw bis 2015 mit dem eCall-System auszustatten. Da die freiwillige Einführung gescheitert ist, sollen nun Rechtsvorschriften erarbeitet werden.

Laut der nicht bindenden Entschließung ermöglicht e-Call den Rettungsdiensten, schneller am Unfallort zu sein, mehr Leben zu retten und die Schwere von Verletzungen zu verringern.

„Das Europäische Parlament hat seine klare Unterstützung für alle Autofahrer in Europa zum Ausdruck gebracht, damit sie Nutznießer eines kostenlosen Notrufsystems werden können. Da eine freiwillige Einführung gescheitert ist, fordern wir die Kommission auf, sobald wie möglich Rechtsvorschriften vorzuschlagen, damit das eCall-System in allen EU-Mitgliedstaaten bis 2015 verbindlich wird“, sagten die beiden Berichtererstatter Olga Sehnalova (S&D, CZ) and Dieter-Lebrecht Koch (EPP, DE) in der Debatte am Montag.

Die Europäische Kommission wird aufgefordert, Rechtsvorschriften vorzuschlagen, um das System bis 2015 verbindlich einzuführen. Die Abgeordneten appellieren an die Kommission, auch zu prüfen, eCall in nächster Zeit auf andere Fahrzeugtypen auszuweiten, wie zum Beispiel Motorräder, Busse und Lastkraftwagen. Die Abgeordneten sind weiterhin der Ansicht, dass der öffentliche eCall-Dienst verpflichtend und kostenlos für alle Autofahrer sein sollte, unabhängig vom Wagentyp.

Die Entschließung betont, dass das eCall-System keinesfalls verwendet werden darf, um die Fortbewegungen einer Person zu überwachen oder ihren Standort festzustellen, wenn diese in keinen Unfall verwickelt wurde. Das vorrangige Ziel des eCall-Dienstes sei, das Unfallmanagement zu verbessern.

8 Responses to “EU-Parlament empfiehlt verbindliche eCall-Einführung”

  1. Hagen on Juli 4th, 2012 10:07

    „Die Entschließung betont, dass das eCall-System keinesfalls verwendet werden darf, um die Fortbewegungen einer Person zu überwachen oder ihren Standort festzustellen, wenn diese in keinen Unfall verwickelt wurde. Das vorrangige Ziel des eCall-Dienstes sei, das Unfallmanagement zu verbessern.“ Wer’s glaubt, wird seelig! eCall wäre der Einstieg in den perfekten Ü-Staat – wie auch die von Ramsauer Pkw-Maut per GPS. Die G-Dienste all over the world würd’s hingegen freuen. Orwell läSSt grüSSen!

  2. Marc on Juli 4th, 2012 18:27

    @Jörn, die in Brüssel werden schon wissen, was sie das tun..

  3. Marc on Juli 5th, 2012 09:18

    Upps, da habe ich doch glatt Hagen zu Jörn gemacht… Sorry! Bitte es zu korrigieren.

  4. Hagen on Juli 5th, 2012 09:44

    @Marc: Nur, weil Jörn und ich manchmal verschwörungstheoretische Ansätze haben, tss!?

  5. Jörn on Oktober 1st, 2012 16:52

    Wie der Radiosender SWR3 soeben in seinen Nachrichten mitteilte, hat der Motorradhelmspezialist Schuberth im Vorgriff auf eine am 3. Oktober in Köln stattfindende Biker-Messe sein „weltweit einzigartiges Notrufsystem Schuberth-Rider-eCall“ vorgestellt. Es soll laut SWR3 für rund 500 Euro pro Jahr (!!!) zu haben sein. Ausgangspunkt für dieses System sei ein Jugend-forscht-Projekt von hessischen Schülern gewesen, die allerdings 2010 nur den zweiten Platz erreichten…

    For more information: http://motor-traffic.de/news.php?newsid=142250 vom 01.10.2012

    Herbstliche Grüße aus dem Südwesten

  6. Jörn on April 27th, 2013 13:59

    AKTUELLER NACHTRAG: Erst jetzt kommt das bereits im Oktober 2012 so gepriesene Notrufsystem der Firma Schuberth (who the f… is Schuberth?) in den Handel:

    vgl. http://www.lifepr.de/pressemitteilung/schuberth-gmbh/Schuberth-bringt-weltweit-erstes-Notrufsystem-fuer-Motorradfahrer-in-den-Handel/boxid/404101 vom 25.04.2013

    Na denn…mal viel Spaß beim Motorrad fahren

    Frühlingshafte, allerdings regnerische Grüße aus dem Südwesten

  7. Jörn on März 25th, 2014 22:42

    ERGÄNZUNG zu meinen beiden Posts vom 01.10.2012 – 16:52 Uhr und 27.04.2013 – 13:59 Uhr:

    Das „weltweit einzigartige“ Rider-Ecall-Projekt der Firma Schuberth ist „vorerst gescheitert“:

    vgl. aktuell http://www.n-tv.de/auto/Schuberth-nimmt-Rider-Ecall-vom-Markt-article12510851.html vom 23.03.2014

    Abendliche Grüße aus dem Südwesten

  8. Jörn on Dezember 4th, 2014 21:48

    Es gibt Aktulles von der eCall-Front zu berichten:

    „Heimlich, still und leise haben EU-Parlament, EU-Kommission und Ministerrat die Frage geklärt, wer die Daten aus den vernetzten Autos erhalten wird. Versicherungen, Autohersteller und auch der ADAC erheben Anspruch auf die Daten. Die Autofahrer wurden nicht gefragt. Denn es geht um viel Geld: Offensichtlich wollte sich niemand wegen Datenschutzdiskussionen das Milliardengeschäft verderben lassen.“

    – zitiert aus: http://www.zdnet.de/88213113/ecall-die-170-milliarden-euro-app/

    Versicherungsbranche und auch der ADAC begrüßen ausdrücklich die am heutigen Donnerstag (04.12.2014) erzielte Einigung zwischen EU-Kommission, EU-Ministerrat und EU-Parlament.

    Weitere Infos findet man hier:

    http://www.asscompact.de/nachrichten/versicherer-begr%C3%BC%C3%9Fen-eu-beschluss-zum-kfz-notrufsystem-ecall
    http://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/eCall.aspx?ComponentId=223388&SourcePageId=6729

    Der verbindliche eCall für alle Neuwagen soll spätestens am 31. März 2018 starten.

    Abendliche Grüße aus dem Westen

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