DSO fordert Reformen für Organspenden


Frankfurt/M. (openPR) – Der Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sieht aufgrund des deutlichen Rückgangs der Organspendezahlen in 2008 dringenden Handlungsbedarf und fordert vom Gesetzgeber durchgreifende Reformen.

Es sei nicht zu akzeptieren, dass Organspenden nicht realisiert werden. Jährlich sterben in Deutschland rund 1.000 Patienten auf der Warteliste für ein Organ und Nierenpatienten warten durchschnittlich fünf bis sechs Jahre auf eine Transplantation. „Der DSO, seit Juli 2000 laut Transplantationsgesetz bundesweit mit der Koordinierung der Organspende beauftragt, fehlen zur Erfüllung ihrer Aufgaben und zur wirksamen Steigerung der Organspende entscheidende Voraussetzungen und Kompetenzen“, erklärt dazu Prof. Dr. Günter Kirste, medizinischer Vorstand der DSO. Die Organspende ist laut Transplantationsgesetz als Gemeinschaftsaufgabe vieler Beteiligter wie Krankenhäuser, Gesundheitsverwaltungen, Ärztekammern und Ministerien definiert. Genau darin sieht Kirste das Problem: Viele Zuständigkeiten, wenig Verbindlichkeiten. Mit einer klaren Struktur ließe sich die Zahl der Organspenden verdoppeln.

Von Spanien lernen

In Spanien sei die Umsetzung der Organspende hingegen anerkanntermaßen vorbildlich geregelt. Hier ist die Spenderorganisation für die Bereiche Spendererkennung, Spenderbehandlung, Gesprächsführung mit den Angehörigen sowie der Organisation aller Abläufe zuständig. In jedem Krankenhaus gibt es Organspendebeauftragte.

„Wir müssen das spanische Modell hier in Deutschland wollen und umsetzen“, erklärt der kaufmännische Vorstand der DSO, Dr. Thomas Beck. „Das sind wir den 12.000 Menschen schuldig, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung auf ein lebensrettendes Organ warten.“. Die Bevölkerung sei grundsätzlich bereit, zu helfen. Laut aktueller forsa-Umfrage stehen rund 80 Prozent der Organspende positiv gegenüber.

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