DRK-Dreikönigstagung: Herausforderungen klar umrissen


Goslar (DRK) – Wenn der Rettungsdienst künftig mit gut qualifiziertem Personal zusätzliche Aufgaben in der Fläche übernehmen kann, könnte dem drohenden Versorgungsengpass mit medizinischen Leistungen gerade in den ländlichen Regionen Niedersachsens besser begegnet werden. So lautete ein Fazit aus der Diskussion der 140 Teilnehmer auf der traditionellen Dreikönigstagung der DRK-Rettungsschule Niedersachsen in Goslar am 8. und 9. Januar 2014.

Mit der Problematik setze sich auch der Landtag intensiv auseinander, berichtete der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, Klaus-Peter Bachmann. Er und viele andere Vertreter aus Politik, Ministerien, Behörden und Verbänden sowie Fachleute der DRK-Rettungsdienste diskutierten zwei Tage lang gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Herausforderungen für den Rettungsdienst in der Zukunft. Dabei ging es um die praktische Umsetzung der neuen dreijährigen Ausbildung zum Notfallsanitäter, die per Gesetz seit 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist.

Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement war ein Vortragsthema. Wie Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation erreicht werden können, waren hierbei die Schwerpunkte.

Bei der Novellierung des Niedersächsischen Rettungsdienstgesetzes war eindeutig geregelt worden, dass die Bewältigung von Notfallereignissen mit einem Massenanfall von Verletzten oder Kranken (MANV) dem Rettungsdienst zuzuordnen ist. Auf der Tagung wurde erörtert, dass derzeit jedoch noch völlig ungeklärt ist, welche Ressourcen aus dem ehrenamtlichen Bereich des Katastrophenschutzes für die Bewältigung von Großschadenereignissen vorgehalten werden müssen und die Finanzierung dieser Komponente.

Der intensive Erfahrungsaustausch zwischen allen für den Rettungsdienst in Niedersachsen Verantwortlichen soll weiter fortgesetzt werden.

Der DRK-Landesverband Niedersachsen beschäftigt derzeit rund 2.750 Mitarbeiter in 157 Rettungswachen. Mit 498 Fahrzeugen übernehmen sie im Jahr zirka 653.000 Einsätze.

One Response to “DRK-Dreikönigstagung: Herausforderungen klar umrissen”

  1. Jörn on Januar 13th, 2014 21:00

    Wieder einmal eine Veranstaltung des Roten Kreuzes, die im Vorfeld nicht besonders beworben wurde. Offensichtlich möchte man beim Roten Kreuz inzwischen lieber unter sich bleiben.

    Die Pressestelle des ausrichtenden Landesverbandes unterrichtete die Öffentlichkeit erst am 7. Januar über diese zweitägige Veranstaltung:

    vgl. http://www.drklvnds.de/infos/pressemitteilung/?tx_ttnews%5Byear%5D=2014&tx_ttnews%5Bmonth%5D=01&tx_ttnews%5Bday%5D=07&tx_ttnews%5Btt_news%5D=151&cHash=0c09ba227d5e361fca8a187d9d858b05 vom 07.01.2014.

    Darin heißt es unter anderem: „Der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, Klaus-Peter Bachmann, wird die Problematik der künftigen ärztlichen Versorgung in der Fläche aufgreifen und über mögliche Projekte zur Verzahnung mit dem Rettungsdienst referieren. Es gibt immer weniger Hausärzte, die in den ländlichen Gebieten praktizieren, damit ist eine flächendeckende medizinische Versorgung zunehmend gefährdet.“

    Ins Spiel gebracht hatte die Landarzt-unterstützende Funktion von ländlichen Rettungswachen DRK-Präsident Rudolf Seiters auf dem 12. DRK-Rettungskongress, der vom 18.-20. April 2013 in Berlin – fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit – stattfand:

    vgl. http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?action=search&contentArea=details&offsetStart=0&id=2288124&&instance=m187&categorie=Sonderveranstaltungen&mask=search&&destination=&destination=search

    Abendliche Grüße aus dem Südwesten

    PS: Nicht vergessen: Morgen Abend (Dienstag, 14.01.2014) kommt um 21:45 Uhr in der ARD der REPORT aus Mainz. Ein Beitrag widmet sich unter dem Titel „Lebensrettung als Lottospiel?“ der Frage, warum Rettungsassistenten (und künftig auch Notfallsanitäter?) nicht selbstständig Schmerzmedikamente verabreichen können/dürfen/sollen…

    vgl. aktuell http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/310120_report-mainz/19057184_vorschau-auf-die-sendung-am-14-januar- und http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=12687212/nid=233454/qzr05y/index.html – beide vom 13.01.2014

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