DLRG: mindestens 475 Menschen ertrunken


Bad Nenndorf/Hannover (DLRG) – Im vergangenen Jahr sind in deutschen Gewässern mindestens 475 Menschen ertrunken. Gegenüber 2007 stieg die Zahl tödlicher Wasserunfälle um 52 oder 12,3 % an.

Diese Zahlen gab Dr. Klaus Wilkens, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), in Hannover bekannt. Der wenig sonnige Sommer 2008 habe nach Ansicht des DLRG-Präsidenten Schlimmeres verhindert.

„Die Langzeitbilanz zeigt ein noch deutlicheres Bild. Seit 2001 sind in Deutschland 3988 Männer, Frauen und Kinder ertrunken, das sind im Durchschnitt 499 Personen per anno. Für eine hoch entwickelte Gesellschaft ist das entschieden zuviel und nicht zufriedenstellend. Es ist in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Ertrinkungszahlen signifikant zu senken“, kritisiert Dr. Wilkens.

Die DLRG-Bilanz des Jahres 2008 bestätigt wieder die Gefahrenquelle Nummer eins: Weit mehr als 90% der tödlichen Unfälle ereigneten sich im Binnenland, 195 Menschen starben in Flüssen, 155 in Seen und Teichen und 49 in Kanälen.

Die Ertrinkungsfälle an Nord- und Ostsee sind weiter zurückgegangen. Lediglich 14 Menschen kamen an den Küsten ums Leben. Ihr Anteil in der Statistik liegt bei nur 2,9 %. Das Ergebnis zeigt, dass die von qualifizierten Rettungsschwimmern bewachten Strände ein hohes Maß an Sicherheit bieten.

Immer mehr ältere Menschen ertrinken: 242 Männer und Frauen waren 51 Jahre und älter, das sind 54 % aller Opfer. In den letzten sechs Jahren stieg die Quote um 10 % an.

Bayern nimmt in der Bundesländerstatistik mit 98 Ertrunkenen wieder die Spitzenposition ein. Zum ersten Mal folgt auf Rang zwei Niedersachsen mit 64 Todesfällen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (57) und Baden-Württemberg (47). Die sichersten Bundesländer sind Bremen mit zwei, das Saarland mit sechs und Thüringen mit sieben Opfern. In Westdeutschland ertranken 375 Menschen (79%), im Osten 100 (21 %). Damit ging im zweiten Jahr in Folge die Zahl der Ertrunkenen in den neuen Bundesländern zurück.

2 Responses to “DLRG: mindestens 475 Menschen ertrunken”

  1. auanichhaun on April 2nd, 2009 19:57

    Schlimm schlimm, das sind in jedem Fall zu viele. Aber eine Frage drängt sich mir jedes Jahr auf: Woher hat die DLRG diese Zahlen? Sie unterscheiden sich in jedem Jahr nicht unerheblich von denen des Statistischen Bundesamtes. Vielleicht kann mich mal jemand aufklären.

  2. thomaswagner on April 3rd, 2009 08:46

    Wenn die Zahl so stimmen sollte, ist das natürlich schon ein Umstand, der nachdenklich macht. Allerdings darf man die Ertrinkungsopfer nicht pauschal als „Nichtschwimmer“ abqualifizieren. Natürlich fordern die an der Wasserrettung beteiligten Organisationen schon seit Jahren eine Verbesserung der Breiten-Schwimmausbildung, z. B. in Schulen, und das ist in der Tat auch dringend geboten. Aber der Anteil Ertrunkener, die aufgrund Kreislauf- oder sonstiger Erkrankungen wie z. B. zerebraler Krampfanfall o. ä. im Wasser gestorben sind, macht ein erhebliches Maß dieser Zahl aus, und wer in eine solche Situation gerät, dem helfen auch die besten Schwimmkünste nichts mehr. Streng genommen sind solche Patienten bzw. Opfer damit auch nicht in die Statistik der Ertrunkenen aufzunehmen, da es ja eine andere Ursache für deren Tod gibt oder das Wasser zumindest nicht allein dafür verantwortlich ist.

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