Die Polizei half, der Häftling flüchtete


Allersberg (pol) – Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A 9 zwischen Allersberg und dem Autobahndreieck Feucht, starb ein Sprinterfahrer. Polizeibeamte auf Häftlingsüberführung leisteten Erste Hilfe.

Kurz nach 15.00 Uhr wurde der Polizeieinsatzzentrale Mittelfranken in Nürnberg der Verkehrsunfall mitgeteilt. Beim Einscheren stieß ein Sprinter nach dem Überholen eines Lkw gegen dessen Führerhaus. Beide Fahrzeuge kamen nach rechts von der Fahrbahn ab und durchbrachen die Leitplanke. Dabei schob der 18-Tonner den Kleintransporter gegen einen Baum. Der Fahrer des Sprinters wurde dabei eingeklemmt und tödlich verletzt. Er musste von der Feuerwehr Allersberg geborgen werden. Der 42-jährige Beifahrer des Sprinters und der 54-jährige Fahrer des Lkw erlitten leichte Verletzungen.

Zum Unfall kam ein Schubbus (VW-Bus) der Polizeiinspektion Zirndorf hinzu. Die Polizeibeamten, die gerade einen Untersuchungshäftling (36) von Stadelheim nach Nürnberg transportierten, hielten an und leisteten Erste Hilfe. Dabei gelang dem 36-Jährigen die Flucht aus dem Fahrzeug. Nach dem wegen Betruges in Untersuchungshaft Einsitzenden musste gefahndet werden. Inzwischen wurde der Häftling von der Polizei allerdings wieder in Gewahrsam genommen.

9 Responses to “Die Polizei half, der Häftling flüchtete”

  1. badner91 on Februar 11th, 2010 10:33

    So ein pech, hat halt alles nicht´s genütz. Aber was wäre wenn es nicht „nur“ ein Betrüger sondern ein Gewalttäter gewesen wäre?
    Ist ja auch nicht so toll, wenn dann ein Mörder o.ä einfach flüchtet.

  2. campesino on Februar 11th, 2010 10:56

    Shit happens.
    Immerhin haben die Polizeibeamten sich als Ersthelfer bemüht. Das ist (leider) keineswegs selbstverständlich.

  3. FireLion on Februar 11th, 2010 19:08

    Das mit der ersten hilfe, ist wirklich löblich.
    Das hätten die beiden nicht tun müssen, denn im BGB §323C steht
    „Wer bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies den Umständen nach zuzumuten isbesondere ohne erheblich eigene Gefahr und ohne verletzung anderer wichtiger pflichten …“
    Ich denke das hätte man mit andere wichtige pflichten rechtfertigen können.
    Deshalb Hut ab!!

  4. Status3 on Februar 12th, 2010 11:30

    Bei Polizeibeamten wird in der Regel eine Garantenstellung angenommen. Nur Hilfe zu rufen wird hier, auf Grund von EH-Kursen, also vermutlich nicht ausreichen und würde nicht zu einer Strafbarkeit wegen unterlassener Hilfeleistung sondern wegen Körperverletzung durch Unterlassen führen.
    Vorausgesetzt es gibt keine entgegenstehenden Dienstvorschriften bei der Pol, hätte man den Verdächtigen ja auch im Fahrzeug Handfesseln anlegen können…

  5. campesino on Februar 12th, 2010 17:21

    Eine Erste-Hilfe-Ausbildung von 16 Stunden reicht ganz sicher nicht aus, um eine Garantenstellung und somit eine Strafbarkeit durch Unterlassen herzuleiten. Auch bei Sanitätsausbildungen (San-A/B/C) ist das mehr als fraglich.

  6. Status3 on Februar 12th, 2010 19:31

    Die Garantenstellung leitet sich auch nicht aus der EH-Ausbildung sondern aus dem Beruf her. Die Ausbildung ist erst dann von Bedeutung, wenn es um die Frage geht, ob ein Notruf ausreicht.

  7. campesino on Februar 12th, 2010 22:09

    Schon klar, aber davon, dass Polizisten einen Notruf absetzen, kann man ausgehen, oder?
    Daher dreht sich die Frage dann doch wieder nur um die Ausbildung.

  8. Nilson on Februar 18th, 2010 01:23

    – Nilson wird schlecht- Ich gebe „campesino“ recht! Wenn ich die Endlossätze vom User „Status3“ richtig interpretiert habe, ist er der Meinung, dass Polizeibeamte der Garantenstellung unterstehen. Dem ist nicht so!
    Seien wir froh dass sich die Beamten um das/die Unfallopfer bemüht haben…

  9. Status3 on Februar 18th, 2010 20:29

    Bei derartigen Frage traue ich doch eher meinem Strafrechtsprof und meinen Lehrbüchern als, verzeih‘ mir die Formulierung, irgendjemandem aus dem Internet. Und falls dir ein grade ma zweizeiliger Satz zu lang sein sollte kann ich dir auch nicht weiterhelfen.

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