Den Krankenhäusern fehlen Anästhesisten


Hamburg (pm/rd.de) – In Deutschen Krankenhäusern fehlen rund 750 Anästhesisten. Jedes zweite Haus weicht bereits auf Honorarärzte aus.

Etwa 3,2 Prozent der vorhandenen Stellen im Bereich Anästhesie können nicht besetzt werden. Experten des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten (BDA) und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) diskutieren das Thema auf dem Deutschen Anästhesiecongress DAC 2011 vom 14. bis 17. Mai 2011 in Hamburg.

Deutschland fehlen derzeit etwa 750 Anästhesisten, so eine aktuelle Studie des Deutschen Krankenhaus Instituts. Das ist zwar weniger als in anderen Fachbereichen wie etwa der Inneren Medizin oder der Chirurgie. „Die Situation ist bei den Anästhesisten dennoch besonders prekär“, so der Präsident des BDA, Professor Dr. med. Bernd Landauer, Ottobrunn. Denn sie könnten ihren Arbeitsumfang von Allgemein- und Regionalanästhesien, Intensivbehandlung, Notfall- bis hin zur Schmerztherapie nicht wie andere klinische Fächer selbst bestimmen. „Die Anästhesie spielt eine Schlüsselrolle bei Operationen und hängt zudem in erster Linie von der Nachfrage anderer Disziplinen ab“, so Landauer.

Die Folgen dieser Entwicklung sehen DGAI und BDA kritisch: Das vorhandene Personal müsse den Mangel in höherem Maße als je zuvor und vielfach bis zur Grenze seiner Belastbarkeit ausgleichen. Gespräche mit Patienten und Angehörigen sowie die notwendige Fort- und Weiterbildung kommen dadurch oft zu kurz.

Von der Arbeitsbelastung der Anästhesisten ist auch der Rettungsdienst betroffen. Krankenhäuser sind immer seltener in der Lage, die Notarztdienste für die Städte und Gemeinden sicher zu stellen.

One Response to “Den Krankenhäusern fehlen Anästhesisten”

  1. Klaus on Mai 12th, 2011 21:51

    wenn Anästhesisten als Honorarärzte zwischen 70-120 € pro Stunde verdienen, wird dieser Trend eher noch zunehmen.

    Es gibt Ärzte, die ihre Anstellung im Krankenhaus aufgeben und nur noch als Honorarärzte arbeiten, dann für das 3-4 fache Gehalt gegenüber vorher.

    Es lebe der freie Wettbewerb, den doch alle und v.a. die EU immer wollten. Nun ist er auch dort angekommen.

    Also nicht heulen, sondern die politisch Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, die uns diesen Wettbewerbswahnsinn im Gesundheitswesen gebracht haben.

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