6 Zeichen für eine Verletzung der Wirbelsäule


Anamnese, Crashrettung, ABCDE SchemaBremen (rd_de) – Verletzungen der Wirbelsäule lassen sich präklinisch nur schwer diagnostizieren. Folgende Indizien können aber – zum Teil in Kombination – helfen, rechtzeitig eine Wirbelsäulen-Verletzung zu erkennen:

Frakturen: Typische Begleitverletzungen bei einer Wirbelsäulen-Verletzung (WSV) sind multiple Frakturen der langen Röhrenknochen und Kopfverletzungen, vor allem Frontal- und Mittelgesichtstraumata.

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Störung der Atmung: Auf Höhe des ersten und zweiten Halswirbels befinden sich Teile des Atemzentrums. Deshalb sind bei Verletzungen in diesem Bereich Störungen der Atmung bis hin zur vollständigen Atemlähmung möglich.

Unfallmechanismus: Hochrasanztraumata, insbesondere Auto- und Motorradunfälle, Stürze aus großer Höhe, angefahrene Fußgänger und bestimmte Sportunfälle sind charakteristische Ursachen für WSV.

Sensibilität und Motorik: Segmentbezogene neurologische Ausfälle können auf das Vorliegen einer Rückenverletzung hindeuten.

Schock: Durch die Unterbrechung von Nervenbahnen kann unter anderem die Vasomotorik der Blutgefäße gestört werden, sodass es zu einer Vasodilatation kommt. Die Folge ist eine relative Hypovolämie bzw. ein neurogener Schock mit den klassischen Schockzeichen.

Unspezifische Hinweise: Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, unkontrollierter Abgang von Harn und/oder Stuhl, kaltschweißig.

(Text: Jürgen Auerhammer, Anästhesist und Leitender Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; 13.09.2017)[1160]

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