350 Einsatzkräfte probten den Ernstfall


Schwelm (ots) – Rund 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK, JUH und ASB übten am Wochenende in Ennepetal den Ernstfall. Gleichzeitig nutzte das Deutsche Rote Kreuz diese nicht alltäglichen Übungen und führte praktische Prüfungen zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL) durch.

Starker Rauch quoll am Samstagmorgen aus dem Rathaus der Stadt Ennepetal. Ein Brand im Papierkeller wurde angenommen. Viele verletzte Personen wurden durch die Feuerwehr Ennepetal vor dem giftigen Rauch, simuliert durch eine Nebelmaschine, gerettet und zu einer Patientenablage außerhalb des Gefahrenbereichs gebracht. Aufgrund der hohen Verletztenanzahl wurden viele Rettungskräfte alarmiert. Das DRK und die anderen Hilfsorganisationen führten gemeinsam mit den Notärzten eine Sichtung der Patienten durch. Die Verletzten wurden mit Patientenanhängekarten nach Schwere der Verletzung eingeteilt. Die Versorgung sowie der Abtransport erfolgten nach dieser Priorisierung. Die Verletzten wurden durch speziell geschulte Darsteller des Jugendrotkreuzes gespielt, die ihren Verletzungen gemäß täuschend echt spielten.

Weiter ging es zu einer Gießerei an der Hagener Straße. Dort wurde ein Brand in einer Werkhalle simuliert. Anschließend brannte ein Konferenzraum der Klinik Königsfeld. Hier wurden mehrere Menschen über eine Drehleiter der Feuerwehr gerettet. Darauf folgte ein Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Pkw und einem voll besetzten Bus. Einer der Pkw stand zudem im Vollbrand. Als letzte Übung des Samstages wurde der Einsturz einer Konzertbühne mitten auf dem Marktplatz simuliert.

„Bei diesen Übungen waren jeweils etwa 30 Verletzte Personen zu Versorgen. Aufgabe der OrgL war es, die medizinische Versorgung vor Ort und den Abtransport der Verletzten zu organisieren“, erklärte Thorsten Knopp vom Wittener Roten Kreuz. Weiterhin wurde die Schnittstelle zwischen der Rettung der Verletzten durch die Feuerwehr und der Versorgung durch die Hilfsorganisationen geübt und intensiviert.

Der Sonntagmorgen startete für die Einsatzkräfte mit einem Erdrutsch in der Kluterthöhle. „Die Rettung der Verletzten aus der engen Höhle und die weitere Versorgung war für unsere Einsatzkräfte eine große Herausforderung. Meinen Einsatzkräften kann ich für die gute Leistung nur ein ganz großes Lob für die gute Einsatzabarbeitung aussprechen“, so Rainer Kartenberg, Leiter der Feuerwehr Ennepetal. Die Abschlussübung bildete eine Fettexplosion in der Küche des Industriemuseums. Bei dem simulierten Brand im ersten Obergeschoss mussten 43 Verletzte und 17 weitere betroffene Personen aus dem Gefahrenbereich gerettet und behandelt werden. Diese Übung verlangte den Einsatzkräften alles ab. Letztendlich konnte aber auch diese letzte Einsatzlage sehr gut bewältigt werden.

Auch der Kreisbrandmeister zog nach der Überprüfung der Feuerwehr und der Einsatzeinheiten ein positives Fazit: „Das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr, DRK und allen anderen beteiligten Hilfsorganisationen hat sehr gut funktioniert“, lobte Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm am Sonntag. Die Einsätze wurden über zwei Abrollbehälter Einsatzleitung aus Witten abgearbeitet und dokumentiert.

Wegen des schlechten Wetters am Samstag waren die Einsatzkräfte und das Material derart durchnässt, dass sich die Einsatzleitung dazu durchrang am Sonntag nur zwei statt vier Übungen durchzuführen. Um jedoch den Übungserfolg nicht zu gefährden, wurden die Übungen am Sonntag umfangreicher durchgeführt als zunächst geplant.

Ganz besonders möchte sich Herr Rainer Kartenberg beim Technischen Hilfswerk bedanken. Die Kräfte halfen intensiv bei der Übungsvor- und Nachbereitung. So wurde der inszenierte Bühneneinsturz vom THW auf- und wieder abgebaut. Zudem stellte das THW für die Übung Sicherheitspersonal.

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