2000 Kräfte simulierten ein Zugunglück


Münster (pr) – Mehr als 2.000 Kräfte waren vergangenen Samstag in Münster (NRW) beteiligt, um eine Großschadenslage im Gleisbereich zu üben. Angenommen wurde ein Zugunglück mit bis zu 300 Verletzten und Betroffenen. Eine Übung dieser Dimension gab es bisher in dieser Region noch nie.

Im geübten Szenario war vorgegeben, dass ein Regionalexpress kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof Münster auf einen durch Unwetter auf die Schiene gestürzten Baum fährt, entgleist und gegen eine Straßenbrücke prallt.

Nach dem Eintreffen waren die Einsatzkräfte zunächst damit beschäftigt, sich einen Überblick zu verschaffen. Danach wurden die Verletzten auf dem Zug befreit und medizinisch versorgt. Kollegen des Technischen Hilfswerks unterstützten hierbei die Feuerwehr.

Zeitgleich forderte die Einsatzleitung weitere Fachdienste an. Sie wurden zu Sammelplätzen beordert und von dort einzeln angefordert. Alle Betroffenen mussten klassifiziert und versorgt werden. Eine Vielzahl weiterer Kräfte kümmerte sich darum, die Verletzten in Kliniken zu bringen. Körperlich unverletzt gebliebene Betroffene wurden von Notfallseelsorgern und Betreuungsteams betreut.

Der Transport der Verletzten erfolgte unter realen Bedingungen – also mit Sonderrechten. Hierbei kam es in einem Fall zu einem Verkehrsunfall: Während ein Rettungswagen langsam eine Kreuzung passierte, bremste ein anderer Verkehrsteilnehmer. Drei folgende Fahrzeugführer fuhren auf, wobei ein 20- und ein 26-jähriger Fahrer leicht verletzt wurden.

Die Organisatoren verfolgten mit dieser Gesamtübung mehrere Aspekte. Neben der klassischen Zusammenarbeit mussten auch Planungsabläufe hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit ebenso überprüft werden wie die elektronischen Systeme. So hatte z. B. GSLnet (Softwareprogramm „Größere Schadenslage zur Erfassung von Verletzten / Toten / Gegenständen“) seine Stabilität im Lastbetrieb unter Beweis zu stellen. 

Benno Fritzen, Leiter der Feuerwehr Münster, äußerte sich sehr zufrieden mit der Übung:
„Sechs unterschiedliche Organisationen des Katastrophenschutzes haben bei einem erheblichen Koordinierungsaufwand im Ergebnis reibungslos zusammengearbeitet. Wenn man darüber hinaus berücksichtigt, dass örtliche und überörtliche Kräfte, die so noch nie gemeinsam agieren müssten, dies mit Bravour und ohne jegliche Komplikation geleistet haben, kann man mit dem Ergebnis nur sehr zufrieden sein.“

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