Welt-Hepatitis-Tag 2009


München (ots/newswire) – Heute, zum Welt-Hepatitis-Tag, startet die Aufklärungskampagne „Hepatitis B? Am besten testen!“, die über Gefahren und Übertragungswege der ansteckenden Viruserkrankung informiert. Die WHO nahm das Thema wegen der Neuen Grippe von der Tagesordnung.

Deutschlandweit sind circa 400.000 bis 500.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. Da die Erkrankung oft über Jahre hinweg ohne Beschwerden verläuft, kann die Leber bereits geschädigt werden, bevor die Krankheit diagnostiziert wird.

Prinzipiell ist jeder gefährdet, sich zu infizieren, der nicht gegen Hepatitis B geimpft ist. Am häufigsten wird das Virus in Deutschland durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ein Risiko bergen außerdem mit infiziertem Blut verunreinigte Geräte, die zum Beispiel zum Tätowieren und Piercen verwendet werden, sowie verunreinigte Spritzen und Kanülen. Aber auch durch Alltagsgegenstände wie Rasierer oder Nagelscheren, an denen getrocknetes Blut haftet, ist eine Infektion möglich. Das Hepatitis-B-Virus kann bis zu sieben Tage außerhalb des Körpers überleben. Außerdem gelten Mitarbeiter im medizinischen Bereich zu den besonders gefährdeten Personengruppen.

Mit dem Lebertest das eigene Risiko einschätzen

Lebertest zur besseren Risikoabschätzung. (Klicken für größere Abbildung.)

Auf der Website www.HepB.de steht nun ein Lebertest zur Verfügung. Zwölf Fragen zum körperlichen Wohlbefinden, zum Risikoverhalten und zur Krankengeschichte helfen dabei das persönliche Risiko für eine Hepatitis-B-Virusinfektion einzuschätzen. Einer der häufigsten Gründe für einen schweren Krankheitsverlauf der Hepatitis B ist, dass die Krankheit zu spät erkannt wird.

Deutschlandweite Kampagne

Unter dem Motto „Hepatitis B? Am besten testen!“ informiert eine bundesweite Kampagne ab dem Welt-Hepatitis-Tag über die Viruserkrankung. Die Kampagne, die gemeinsam von der Deutschen Leberstiftung, der Deutschen Leberhilfe e. V. und dem Unternehmen Bristol-Myers Squibb initiiert wurde, möchte auf die wenig bekannte Krankheit aufmerksam machen und über Risiken und Übertragungswege einer Hepatitis-B-Virusinfektion aufklären.

Weltgesundheitsorganisation verschiebt Entschließung

Weltweit wird die Zahl der Hepatitis-B und -C Infizierten auf 500 Millionen geschätzt und die Krankheit fordert jährlich rund eine Millionen Todesopfer. Charles Gore, der Präsident der World Hepatitis Alliance, betonte, dass die globalen Gesundheitsführer es sich nicht mehr leisten könnten, Hepatitis B und C zu ignorieren. „Virale Hepatitis ist auf globaler Ebene bislang noch nie angemessen in Angriff genommen worden, und die Folgen sind verheerend.“ Eigentlich stand bei der 62. Weltgesundheitsversammlung, die gestern in Genf begann, das Thema virale Hepatitis auf dem Programm. Allerdings fiel der Tagesordnungspunkt der Sitzungsverkürzung auf vier Tage zum Opfer. Die Verkürzung der WHO-Generalversammlung steht im Zusammenhang mit den globalen Bemühungen die A/H1N1-Grippe in den Griff zu bekommen.

Der Welt-Hepatitis-Tag 2009 ist eine im Wesentlichen patientengeführte Initiative und zielt darauf ab, das Bewusstsein für Hepatitis B und C zu schärfen und gleichzeitig die politische Unterstützung bei diesen Krankheiten auf denselben Grad auszuweiten, der bei HIV / AIDS, TB und Malaria erreicht worden ist. Das langfristige Ziel der Welt-Hepatitis-Tag-Kampagne ist es, neue Infektionen zu verhindern und wirkliche Verbesserungen im Gesundheitsergebnis für Menschen zu bewirken, die mit Hepatitis B oder C leben. Das Thema der Kampagne 2009 ist „Bin ich die Nummer 12?“ – mit der Absicht, die schockierende Statistik bekannt zu machen, dass einer von 12 Menschen weltweit mit Hepatitis B oder C lebt.

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