Spezielle Rettung für Mittelhessen


Höhenrettung für Mittelhessen  Gießen (pm) – Eine bürgerschaftliche Initiative bringt mit politischer Unterstützung den Höhenrettungsdienst zurück in die Mitte Hessens. Gießen und Wetzlar haben ihre Unterstützung bereits zugesagt. Staatssekretär Dr. Braun ist Gründungsmitglied des Fördervereins. Gemeinsam will man eine Versorgungslücke bei der „Speziellen Rettung aus Höhen und Tiefen“ schließen.

Wenn Menschen in großen Höhen oder Tiefen – zum Beispiel auf allgegenwärtigen Baukränen, Sendeanlagen, Strommasten, im Hoch- und Tiefbau – in Not sind, kommt die Höhenrettung. Allerdings nicht innerhalb Mittelhessens. Seit Januar 2009 ist Mittelhessen eine der wenigen Regionen in Deutschland, die sich die ‚Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen (SRHT)‘, aus anderen Regionen herbei holen muss. Das dauert lange und ist ein Verlust an Versorgungsqualität für die betroffenen Menschen. Nun hat sich eine Gruppe Giessener Bürgerinnen und Bürger in einem Förderverein zusammen getan, um das Thema zu lösen.

Die Städte Gießen und Wetzlar sind die maßgeblichen Motoren dieses richtungweisenden interkommunalen Vorhabens, die Stadt Marburg prüft derzeit, hier Dritter im Bunde zu werden. Sie sollen die Träger des Konzeptes werden.

Dass das Thema wichtig ist, zeigt schon, dass binnen kurzer Zeit eine breite Unterstützergemeinschaft existiert: Unterstützung kommt sogar aus der Bundespolitik: Staatssekretär Dr. Helge Braun findet das Thema sogar so wichtig, dass er Gründungsmitglied der Fördervereins ist. „Der Höhenrettungsdienst, den wir in Mittelhessen hatten, war hinsichtlich
Engagement, Qualifikation und Konzept ein echtes Kleinod ehrenamtlichen Engagements. Die Gruppe ist mir nicht zuletzt auch wegen ihrer wissenschaftlichen Forschung bekannt. So was lebt nicht von großen Tönen, sondern von Substanz, Disziplin und Kontinuität. Wenn es gelingt, dies
wieder zu beleben, wäre das ein guter Wurf für die Sicherheit der Menschen in der Bildungs- und Medizinregion Mittelhessen. Ich danke sehr und anerkenne das Engagement der Projektmotoren, vor allem namentlich der Städte Gießen, Wetzlar und Marburg.“ freut such Gründungsmitglied Dr. Braun.

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, der Giessener Abgeordnete Wolfgang Greilich, begrüßt die Initiative: „Durch dieses ehrenamtliche Engagement schließen die Höhenretter eine Lücke in der Notfallvorsorge in Mittelhessen.“

Aufgrund von ersten Gesprächen findet die für die Gefahrenabwehr zuständige Landrätin Anita Schneider die Idee einer „Mittelhessischen-Lösung“  hoch interessant. Der Landkreis Gießen, vertreten durch Kreisbrandinspektor Mario Binsch, wird an weiteren Gesprächen zum Thema „qualifizierte Rettung aus Höhen und Tiefen in Mittelhessen“ teilnehmen. Auch sonst fällt das Vorhaben auf breite Unterstützung. Auch das Deutsche Rote Kreuz Gießen und die Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin der Justus-Liebig-Universität unterstützen die Retter in der medizinischen Fortbildung.

Horst Münch, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen und Bürgermeister von Staufenberg gefällt das Vorhaben: „Als Kommunalpolitiker sage ich: Da hat sich jemand ganz kluge Gedanken zu wertvollem bürgerschaftlichem Engagement gemacht. Die große Unterstützergemeinde kann hier mit kleinem Aufwand echt was bewegen, das ist moderne und in die Zukunft gerichtete Freiwilligenarbeit, die allen nützt.“

„Ziel ist es nun, so schnell wie möglich für die Menschen in der Region einen Höhenrettungsdienst auf die Beine zu stellen“, erklärt der Notarzt Dr. med. Rainer Röhrig, erster Vorsitzender des neuen Fördervereins. „Es gibt einen Bedarf, es gibt Aufgabenträger, die sich die Kosten teilen. Vor allem aber gibt es qualifiziertes und motiviertes ehrenamtliches Personal“

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