Mobile Herz-Lungenmaschine in Düsseldorf im Einsatz


Leichtgewicht: Oliver Kowa, Leiter des DRK-Rettungsdienstes Düsseldorf und ein Mitarbeiter vor einem DRK-Intensivmobil mit der Life-Box des Herzzentrums der Uniklinik Düsseldorf  (Foto: Uni Düsseldorf)Düsseldorf (pm) – Das Herzzentrum der Uniklinik Düsseldorf hält auf dem ITW des DRK nunmehr eine mobile Herz-Lungen-Maschine bereit. Das Gerät steht im Mittelpunkt des neu gegründeten „Cardiac Survival Network Düsseldorf“.

Ein Patient erleidet ein schweres Herz- oder Lungenversagen, nur die maschinelle Kreislaufunterstützung mit einer Herz-Lungen-Maschine kann sein Leben retten. Den Transport in ein Herzzentrum, wo eine solche Behandlung zur Verfügung steht, würde er aber nicht überleben.

Die Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf bringt nun eine transportable Mini-Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz, die einen sicheren Transport solcher Patienten gewährleisten kann. Die „Life Box“ genannte Maschine steht im Mittelpunkt des Versorgungs- und Transportnetzwerkes, „Cardiac Survival Network Düsseldorf“, das Professor Dr. Artur Lichtenberg vom Herzzentrum des Universitätsklinikums Düsseldorf jetzt gegründet hat. Es steht ab sofort den Patienten im Rhein-Ruhr-Gebiet zur Verfügung. Geplant ist darüber hinaus eine Kooperation mit der Schweizer Rettungsflugwacht Rega für die internationale Versorgung von Patienten mit schwerstem Herz-Kreislauf-Versagen Sie können so auch über den Luftweg in die Düsseldorfer Uniklinik als Stützpunkt des Netzwerkes gebracht werden.

Clou des einmaligen Gerätes, das von Frank Born, dem Leitenden Kardiotechniker der Klinik, maßgeblich mitentwickelt wurde: Es wiegt nur zehn Kilogramm und ist nicht größer als ein größerer Schuhkarton. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Herz-Lungen-Maschine, wie sie im OP benutzt wird, wiegt rund 250 kg. Die Mini-Maschine vereinigt die wesentlichen Eigenschaften eines kompletten, großen Modells. Sie wurde durch Miniaturisierung und technische Neuerungen aus einer herkömmlichen Herz-Lungen-Maschine des Weltmarkführers in diesem Bereich entwickelt. Sie unterscheidet sich von anderen mobilen Systemen durch ihre geringe Größe, niedriges Gewicht, große Reichweite und patentierte Fixierungsmöglichkeiten vom Rettungswagen bis zum Ambulanzjet. Im Notfall kann die Life Box sogar in jedem Pkw zum Patienten gebracht werden. „Das bedeutet, dass wir sehr viel Zeit gewinnen und eine Versorgungslücke schließen können“, kommentiert Professor Dr. Artur Lichtenberg.

Die Mini-Herz-Lungen-Maschine wurde vor zwei Jahren erstmals in Süddeutschland vom Team um Frank Born zusammen mit der Schweizer Rega zur Rettung von Patienten eingesetzt. Die Rega verfügt unter anderem über Spezialjets. Sie holt auch für den deutschen ADAC Patienten zur Versorgung nach Deutschland zurück.

„Düsseldorf verbindet das universitäre Herzzentrum – Kardiologie und Kardiochirurgie – mit einem internationalen Jetflughafen. Das sind ideale Voraussetzungen für den Einsatz eines solchen innovativen Systems in einem Stützpunkt des Cardiac Survival Networks hier in Düsseldorf“, kommentiert Professor Dr. Wolfgang H.-M. Raab, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Düsseldorf, die Gründung des Netzwerkes.

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