Landkreis Spree-Neiße: Kompromiss in Sicht?


Forst (rd.de) – Verdi widerspricht der Behauptung, dass der Tarifvertrag mit der DRK Rettungsdienst Spremberg gGmbH unzulässig sein könnte. Gleichzeitig sieht die Gewerkschaft die Erfüllung des Rettungsdienstes ab dem 1. Januar 2013 im Spree-Neiße-Kreis gefährdet. Die Krankentransport Herzig GmbH will derweil mit den betroffenen Mitarbeitern eine vorläufige Lösung gefunden haben.

Für Verdi scheint der Fall klar zu sein: Die Firma Herzig müsse die Rechtsansprüche der Beschäftigten ab dem 1. Januar 2013 vollständig erfüllen, teilte die Gewerkschaft mit. Die Verhandlungen zum neuen Tarifvertrag hätten im Februar 2012 begonnen. Der Vertrag sei am 23. Oktober 2012 unterzeichnet worden und wäre rückwirkend zum 1. September 2012 in Kraft getreten. Damit müsse der neue Arbeitgeber (Herzig) die veränderten Bedingungen erfüllen.

Die Krankentransport Herzig GmbH, ein Subunternehmen der Firma Falck, sprach derweil am vergangenen Dienstag (11. Dezember 2012) mit einem Teil der betroffenen Mitarbeiter der Rettungsdienst Spremberg gGmbH. Professor Dr. Klaus Runggaldier, Geschäftsführer von Falck Deutschland, hatte zu dem Gespräch ins Kreishaus eingeladen.

Nach Herzig-Angaben habe man allen Mitarbeitern mitgeteilt, dass ihr Arbeitsplatz sicher sei. Außerdem habe man ihnen das Gehalt zugesichert, das sie bis zum Zeitpunkt des neuen Tarifvertrags erhalten hätten. Unter dieser Voraussetzung sollen die Rettungsfachkräfte am 1. Januar 2013 ihren Dienst aufnehmen. Ab Januar werde Herzig dann zusammen mit den betroffenen Mitarbeitern gemeinsam nach einer Lösung suchen, wie man bezüglich der deutlich besseren Konditionen des neuen Tarifvertrags auf einen gemeinsamen Nenner komme. Laut Herzig soll sich ein Großteil der 49-köpfigen Belegschaft mit diesem Kompromiss Einverstanden erklärt haben.

Verdi teilt hingegen mit, dass auf einer Betriebsversammlung am nächsten Tag „30 Rettungsdienstmitarbeiter einstimmig erklärt (haben), dass sie den neuen Arbeitsvertrag, der die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtert, nicht unterschreiben“ werden. Die Gewerkschaft spricht ferner davon, dass für die Beschäftigten, die dieses Angebot nicht annehmen wollen, andere Kräfte „organisiert“ würden. Im Maximalfall wären dies 49 Rettungsassistenten bzw. -sanitäter. „Damit würde jetzt schon feststehen, dass die Aufgaben des Rettungsdienstes nicht ordnungsgemäß erfüllt werden können! Der Landkreis als Aufgabenträger ist jetzt zum unverzüglichen Handeln verpflichtet!“, schreibt Verdi in einer Pressemitteilung vom 13. Dezember 2013.

Dieser sieht die Problematik offenbar nüchterner. Auf Anfrage von www.rettungsdienst.de verweist die Pressestelle des Kreises generell auf die Herzig GmbH als zuständigen Ansprechpartner. Herzig hätte dem Landkreis am 13. Dezember aber nochmals schriftlich zugesichert, dass der Rettungsdienst wie geplant ab 1. Januar nächsten Jahres übernommen würde. Der Landkreis scheint keinen Grund zu sehen, an dieser Zusage zu zweifeln: „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass beide Seiten – das abgebende Deutsche Rote Kreuz sowie die übernehmende Krankentransport Herzig GmbH – die Übernahme des Rettungsdienstpersonals einvernehmlich in ihrer Verantwortung regeln.“

(Foto: Falck GmbH)

31 Responses to “Landkreis Spree-Neiße: Kompromiss in Sicht?”

  1. Stefan on Dezember 14th, 2012 16:45

    Das ist besser wie Kino!
    Nur nicht für die Betroffenen! Ich drück euch die Daumen!

  2. status6 on Dezember 14th, 2012 17:46

    Zitat von Herzig: Ab Januar werde Herzig dann zusammen mit den betroffenen Mitarbeitern gemeinsam nach einer Lösung suchen, wie man bezüglich der deutlich besseren Konditionen des neuen Tarifvertrags auf einen gemeinsamen Nenner komme. Laut Herzig soll sich ein Großteil der 49-köpfigen Belegschaft mit diesem Kompromiss Einverstanden erklärt haben.Zitat Ende

    A: Es besteht gar kein Grund mit Herzig zu reden bzw. auf einem gemeinsamen Nenner zu kommen da ein Tarifvertrag vorliegt!

    B: Es gibt fast keinen, der sich diesem Kompromiss beugt, denn mind. 90% der Belegschaft hat diesen unterirdischen Vertrag nicht unterschrieben.

    Ich weis wirklich nicht wo Herzig immer diese Zahlen her nimmt……?

  3. Benny on Dezember 14th, 2012 20:34

    Liebe Kollegen, in Spree Neisse, lasst Euch anwaltlich beraten und macht keine Formalfehler, die sich später bitter rächen könnten. Das Gesetzt steht auf Eurer Seite! Passt gut auf!

  4. Retter on Dezember 15th, 2012 09:34

    Wenn ich hier lese wie Hertzig, eine 100 prozentige Tochter von Falck(um die Google-Suche zu verbessern)die Tatsachen verdreht, nee. Die sind nur um ihr Image nach Außen bemüht. Es ist schlichtweg falsch das sich der Großteil der Mitarbeiter mit einem Kompromiss einverstanden sind. Diese Mitarbeiter haben lediglich zum 01.01. ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt und können nun zu diesen schlechten Bedingungen arbeiten gehen.

  5. Mukopre on Dezember 17th, 2012 11:02

    Nach den neusten Angaben von Verdi hat kein Mitarbeiter diesen Quark unterschrieben und es wird auch keiner im neuen Jahr tun.

    Herzig hat sich mit einer Patronatserklärung von der großen Tochter dem RD in SPN angeboten.
    Öffensichtlich hat es die Firma aus Hamm aber ein bisschen übertrieben und die große Tochter will jetzt so viel Kohle nicht rausrücken.
    Die sind mit einem unterirdichen Angebot ins Feld gezogen.
    Die fehlende Kohle wollen die sich jetzt bei den Mitarbeitern holen.

    DER KAMPF GEHT WEITER !!!

  6. Schuldenschulle on Dezember 17th, 2012 11:08

    Kleine Anmerkung,

    mit Dumpingangeboten hat man vor dem Arbeitsgericht bei Änderungskündigungen als Arbeitgeber ganz schlechte Karten.

  7. martin on Dezember 17th, 2012 16:05

    Ich wundere mich über die vielen Kommentare und Sprüche. Wer von Euch hat denn von einer Lohnerhöhung von rund 25 Prozent schon mal etwas gehört? Klar sollen die Kollegen mehr verdienen. Aber 25% ist doch der Hammer und alles andere als normal. Ach ja, wer zahlt denn am Ende? Falck oder Herzig? Nö, wir alle mit den Krankenkassenbeiträgen. Und was hat denn verdi bitteschön die Jahre vorher getan, wenn die ach so schlecht verdienen??? Wohl nix, weil man ja so am DRK-Tropf hängt (wie so oft)! Wenn da alles mit rechten Dingen zugeht, hätte verdi bei so einer tollen Leistung das selbst an die Medien gebracht. Ist aber nichts passiert. Warum wohl?? Lasst Euch nicht mit diesen Nebenbomben vera…

  8. mitdenkenderleser on Dezember 17th, 2012 21:58

    Recherchen ergaben nun folgendes… Herzig unterbot mit Sicherheit die Nr. 2 erheblich. Und mit absoluter Sicherheit die berühmten 25% wer nun etwas rechnen kann, kommt mit schließlich darauf, das andere Bieter halbwegs ordentlich boten. Also mindestens das was bisher an Lohn für die Retter gezählt wurde. Der Tarifvertrag wurde schon am Jahresanfang 2012 verhandelt bzw. Verhandlung begonnen. So wie sich hier das nun rausstellt, ist der Tarifvertrag keine Selbstbedienung oder ein Geschenk der guten Laune von Verdi sondern die Höhe liegt etwa bei 90% TVÖD und nicht höher. Also alles im Rahmen. Da wird in Spree-Neiße garantiert keiner Reich. Herzig hat Dumping geboten und nun wird nachgerechnet. Das findet gerade statt. 25% Lohnerhöhung, das ich nicht Lache! Martin on Dezember: du bist auf dem Holzweg das Gebot war mit Sicherheit 25% tiefer – so ist der stand der Dinge. Also Kritiker, beobachten wir mal was die nächsten Ausschreibungen in D so ergeben.

  9. Ralf Franke on Dezember 19th, 2012 00:59

     Nach Angaben der DRK Rettungsdienst Spremberg gGmbH hat der neue ver.di-Tarifvertrag eine Personalkostensteigerung von 4,9% (Stand Dezember) zur Folge. Somit gibt es für die abenteuerliche Behauptung der Falk Rettungsdienst GmbH, dass der neue Tarifvertrag “Mehrkosten von rund 25 Prozent“ beinhalte (Lausitzer Rundschau vom 12.12.2012), keinerlei Grundlage.

    Das Niveau der Entgelttabelle des neuen Haustarifvertrages von ver.di entspricht jetzt 92% des DRK-Reform-Tarifvertrages. Mit der Tarifsteigerung im DRK-Reform-Tarifvertrag um 2% zum 01.01.2013 liegt das Entgeltniveau ab 01.01.2013 nur noch bei 90,2% der Tabelle des DRK-Reform-Tarifvertrages.

    Von überzogenen Tarifabschlüssen kann somit keine Rede sein!

    Der Landkreis hat mit dem neuen Betreiber vertraglich vereinbart, dass die durch den Betriebsübergang im 1. Jahr nachgewiesenen Mehrkosten erstattet werden. Die Mehrkosten kann der Landkreis dann durch eine Anpassung der Gebührensatzung auf die Kostenträger (Krankenkassen) umlegen.

    Für die Empörung der Falk Rettungsdienst GmbH gibt es keine Rechtfertigung! Empörend ist nur, wie Falck mit den Beschäftigten umgeht, dass Falck sich nicht an Gesetze (§ 613 a BGB) halten will und zusätzlich in der Öffentlichkeit falsche Tatsachen verbreitet

  10. bernd on Dezember 19th, 2012 15:08

    Da dürfte nach einem Jahr der Druck auf die Mitarbeiter von Neuem losgehen. Dann kann Falck seine tollen Verträge wieder aus dem Hut zaubern und mit Änderungskündigungen drohen. Man kann nur hoffen, dass die Mitarbeiter standhaft bleiben und keine neuen Verträge unterschreiben.
    Falck darf ruhig begreifen, dass sie hier mit Widerstand zu rechnen haben…auch hinsichtlich zukünftiger Ausschreibungen!

  11. Ralf Franke on Dezember 29th, 2012 16:37

    Neuster Stand zum Rettungsdienst im Landkreis Spree-Neiße:
    Der Kreistag des Landkreises Spree-Neiße hat am 28.12.2012 in einer Sondersitzung mit 22-Ja-Stimmen und 12-Nein-Stimmen die Aufhebung der Vergabe des Rettungsdienstes an die Kranken-Transport Herzig GmbH (100%ige Tochtergesellschaft der Falck Rettungsdienst GmbH) beschlossen. Der Landrat Harald Altekrüger (CDU) hat den Beschluss beanstandet. Voraussichtlich am 23.01.2013 wird der Kreistag erneut darüber beraten. Den Antrag zur Sondersitzung hatten Vertreter von SPD und Die Linke eingebracht. Der Antrag zur Aufhebung der Vergabe wurde von der SPD eingebracht und von der Fraktion Die Linke sowie von weiteren Kreistagsmitgliedern unterstützt. Begründet wurde der Antrag unter anderem damit, dass sich die Kranken-Transport Herzig GmbH nicht an die gesetzlichen Vorschriften nach § 613 a BGB halten will.

    Infolge der Beanstandung des Kreistagsbeschlusses durch den Landrat gehen die 7 Rettungswachen mit insgesamt 107 Beschftigten vorerst auf die Kranken-Transport Herzig GmbH über. Nur bei den 49 Beschäftigten von der DRK Rettungsdienst Spremberg gGmbH will sich die Falck-Tochtergesellschaft nicht an die Vorschriften § 613 a BGB halten, obwohl die gleichen Voraussetzungen wie bei den anderen 5 Wachen vorliegen und es sich anhand der Rechtsprechung eindeutig um Betriebsübergänge nach § 613 a BGB handelt.

    Jetzt werden die 49 Beschäftigten ihre Rechtsansprüche mit Hilfe des ver.di-Rechtsschutzes einklagen.

    Vor der Kreistagssitzung hatten rund 100 Rettungsdienstbeschäftigte und Vertreter der Werkfeuerwehr von Vattenfall sowie der DRK-Wasserwacht Spremberg für die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen nach § 613 a BGB demonstriert.

  12. Thomas Koch on Januar 3rd, 2013 00:19

    Da kommen bei mir Erinnerungen an die Ausschreibung in Köln auf. Ich sage nur Vorhaltestunde Rettungswagen 35 Euro (2 Rettungsassistenten inkl. Fzg.). Zur Erinnerung Falck hat die Ausschreibung verloren, da sie 65 Euro für die Vorhaltestunde anstrebten mit der Begründung, dass sie nicht bereit seien das Personal mit Hungerlöhnen abzuspeisen. Den Zuschlag bekamen der Bieterbund der Hilfsorganisationen für sage und schreibe 35 Euro pro Vorhaltestunde. Falck wird in den etablierten Ländern regelmässig zum Arbeitgeber des Jahres gewählt, steht für höchste Mitarbeiterzufriedenheit und höchste Kundenzufriedenheit. Wenn eine Hilfsorganisation das schafft, bin ich gerne bereit an den Rettungsdienst auf höchstem Niveau durch etablierte Organisationen zu glauben. Falck benötigt ständig hoch qualifiziertes Personal und ich sehe das mitnehmen von “Altlasten” (altgediente betriebsblinde Mitarbeiter) bei Betriebsübernahmen äusserst kritisch. Vor allem das Management muss ausgetauscht werden um eine neue Firmenphilosophie zu leben. Wäre ich im Rettungsdienst ich wäre froh und stolz wenn ich den Falcken auf meiner Brust tragen dürfte.

  13. Schwester on Januar 3rd, 2013 14:48

    Wer hatte denn aus der Reg. noch an der Ausschreibung teilgenommen ?
    Die Jungs und Mädels arbeiten doch mit so viel Idealismus und Hingabe, retten Leben schruppen lange Dienste. Stehen oft auch noch in der freiw. Feuerwehr zur Verfügung. Warum muß immer in diesen Berufen an Gehältern rumgeschnippelt werden?
    Lasst Euch nicht unterkriegen. Wer kämpft kann gewinnen. Wer nicht kämpft hat schon verloren. Zusammenhalten!!!!

  14. Ralf Franke on Januar 3rd, 2013 18:16

    Sehr geehrter Thomas Koch (Kommentar vom 3.1.2013), wenn sich die Hilfsorganisationen und privaten Rettungsdienstarbeitgeber einig wären und für den Rettungsdienst und Krankentransport einen bundesweiten Arbeitgeberverband gründen würden und dieser Arbeitgeberverband mit ver.di einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag auf dem Niveau des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) oder DRK-Reform-TV oder besser abschließen und diesen Tarifvertrag auch noch durch einen hohen Organisationsgrad der Arbeitgeber im Arbeitsgeberverband durch das zuständige Bundesministerium für allgemeinverbindlich erklären lassen würden, dann wären die Arbeitsbedingungen bei allen Rettungsdienstanbietern gleich und auch gut. Es liegt also nicht an ver.di, sondern an allen Arbeitgebern im Rettungsdienst. Diese Verantwortung tragen alle Hilfsorganisationen und die privaten Rettungsdienste gemeinsam.

    Wie aber sieht es jetzt bei Falck im Landkreis Spree-Neiße aus? Für 49 von 107 Beschäftigten hatte Falck mit Arbeitsvertrag vom 06.12.2012 folgendes angeboten:
    Rettungssanitäter: 1750 € brutto im Monat
    Rettungsassistent: 1850 € brutto im Monat
    20 Tage Urlaub plus eventuell 4 Tage Zusatzurlaub
    800 € Weihnachtsgeld
    1,05 € Nachtschichtzuschlag pro Stunde
    2,60 € Sonn- und Feiertagszuschlag pro Stunde
    Keine Altersversorgung
    Keine Wechselschichtzulage

    Jetzt kann jeder selbst einschätzen, was man von Falck halten kann. Falck in Deutschland ist also nicht automatisch wie Falck in Dänemark!
    Fast alle 49 betroffenen Kollegen haben den neuen Vertrag nicht unterschrieben. Die ersten Klagen auf Feststellung des Betriebsübergangs sind beim Arbeitsgericht Cottbus eingereicht.

    Aber Falck in Deutschland ist bereit, Tarifverhandlungen zu führen. Das ist zu begrüßen. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Wir werden informieren. Ralf Franke, ver.di Cottbus

  15. Stefan on Januar 4th, 2013 14:06

    @Ralf Franke

    auch an dieser Stelle ihnen besten Dank für die sachlichen Informationen. Weiter so!!!

    Viele kollegiale und gewerkschaftliche Grüße aus dem “Ländle”

  16. Fahrenheit on Januar 4th, 2013 22:20

    Kurios. Da zahlt das DRK über Jahre hinweg lächerliche Gehälter und keiner sagt was. Da war es okay.
    Verdi schafft es sogar, mit einem Haustarifvertrag auf anderen DRK Rettungswachen in Spree-Neiße, das unterirdische Gehaltsniveau in Spremberg und Guben zu unterbieten.

    Aber jetzt kann man ja auf den privaten Anbieter mit dem Finger zeigen, nur weil er das Gehalt bezahlen will, welches über viele Jahre weder Verdi, noch das DRK gestört hat. Woher der Sinneswandel?

    Wo ist denn der Gehaltsvergleich für den Rettungsdienst Spree-Neiße, den Verdi Cottbus im Jahr 2011 auf seiner Website hatte?
    Wo diese Zahlen drin stehen:

    ver.di-Haus-TarifVertrag-DRK-Cottbus-Spree-Neiße-West

    Rettungssanitäter: 1564,31 € brutto im Monat
    Rettungsassistent: 1676,27 € brutto im Monat
    keine Wechselschichtzulage und keine Nachtzuschläge, weil Bereitschaftsdienste angeordnet wurden, kein Weihnachtsgeld – das ist im brutto(!) schon eingerechnet

    Es ist erbärmlich, hier von Einigkeit zu reden, aber unterirdische Haustarife abzuschliessen. Gleich gute Bedingungen werden durch solche Gewerkschaften wie Verdi verhindert. Kungelei mit dem DRK, weil man Angst um seinen Einfluss hat, verhindern eine gute Lohnentwicklung im Rettungsdienst.

  17. F. Möller on Januar 5th, 2013 20:03

    Spannenden Arbeitsbedingungen. Orientieren sich rein schon arg am (gesetzl.) Mindeststandard):

    20 Tage Urlaub für 5-Tage-Woche

    Habe die Daten just for fun mal bei einem Lohnsteuerrechner eingegeben:
    25 Jahre als, nicht verheiratet, keine Kinder

    Das Ergebnis Ihrer Gehaltsberechnung!

    Ihr Bruttoeinkommen: 1.850,00 €

    Steuern
    Solidaritätszuschlag: 10,12 €
    Kirchensteuer: 16,57 €
    Lohnsteuer: 184,08 €

    Summe der Steuern 210,77 €

    Sozialabgaben
    Rentenversicherung: 181,30 €
    Arbeitslosenversicherung: 27,75 €
    Krankenversicherung: 151,70 €
    Pflegeversicherung: 22,66 €

    Summe der Sozialabgaben 383,41 €

    Ihr Nettoeinkommen: 1.255,82 €

    Macht netto 7,85 Euro pro Stunde ohne Schichtzuschläge usw. Da hat man sich wohl am Mindestlohn der Pflegeberufe orientiert.

    Abzüglich noch private Altersvorsorge und Absicherung gegen Berufsunfähigkeit.
    Große Sprünge sehen anders aus :-(

  18. Stefan on Januar 6th, 2013 23:43

    Sind rund 595€ gesetzliche Abzüge. Wie war das? Mehr Netto vom Brutto?

    1850 € sind 11,56 Std Brutto bei einer 40 Std Woche oder 10,27 bei einer 45 Std Woche.
    Nur der Vollständigkeit halber:

  19. Heftpflaster on Januar 9th, 2013 10:34

    Stefan on Januar 4th, 2013 14:06

    Woher nehmen Sie die Behauptungen:

    1. “Verdi schafft es sogar, mit einem Haustarifvertrag…”

    Das ist unwahr! Das Einkommen beim DRK Cottbus war höher als in Spremberg und Guben und die Forster Mitarbeiter hatten einen noch bessereren Haustarifvertrag!

    2. “Aber jetzt kann man ja auf den privaten Anbieter mit dem Finger zeigen…”

    Ver.di war immer um einen Tarifabschluss bemüht, aber ohne Gewerkschaftsmitglieder in diesen Wachen (Spremberg + Guben) kommt es zu keinem Abschluss. Die Situation hat sich jetzt endlich gebessert.

    3. “keine Wechselschichtzulage und keine Nachtzuschläge, weil Bereitschaftsdienste..”

    Die Anordnung von BD unterliegt dem Weisungsrecht des Arbeitgebers, vorrausgesetzt die tariflichen Bedingungen liegen vor. In mehreren Verfahren vor dem Arbeitsgericht Cottbus wird seit Mitte 2011 prozessiert.

    Weihnachtsgeld wurde gezahlt!!! Es war nicht Teil des Bruttolohns!

    4. “Es ist erbärmlich, hier von Einigkeit zu reden, aber unterirdische Haustarife abzuschliessen…”

    Ver.di hat nicht mit dem DRK gekungelt. Was denken Sie eigentlich wer die Prozesse vor dem Arbeitsgericht führt? Auch hier gilt wieder, die Höhe des Tarifabschlusses hängt vom Organisationsgrad ab. Jeder Tarifabschluss ist besser als gar keiner! Natürlich hätten wir gern 100 % TVöD. Auch Ver.di. Der DRK Reformtarifvertrag ist aus Sicht des öffentl. Dienstes schlecht, aus Sicht der Mitarbeiter besser als keiner. Wichtig sind auch starke Betriebsräte. Der Cottbuser hat sich vom Arbeitgeber auf der Nase herumtanzen lassen. Das ganze immer mit der Begründung, wenn kein Geld da sei, dann kann man auch keins verteilen.

    Bevor Sie weiter Unwahrheiten schreiben, sollten Sie sich erst einmal sachkundig machen oder arbeiten Sie bei Falck?

  20. Jupp Schmitz on Januar 9th, 2013 11:13

    Wertes “Heftpflaster”,

    ich empfehle erst nochmal durchzuatmen, dann zu überlegen, ob Stefan Dir/ Ihnen wirklich schrieb, was Du/ Sie da gerade schreiben.

    Ich verstehe Deine/ Ihre Aufregung nicht, denn wenn die MitarbeiterInnen in den zwei Wachen nicht gewerkschaftlich organisieren, dann schienen diese ja kein Interesse an besseren Verträgen zu haben.

    *Ironie an* Du dem von Ihnen genannten Betriebsrat, da hat ja die Interessensvertretung fantastisch geklappt….*Ironie aus*

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Stefan vom 4.1.2013 um 14:06 Uhr mit “Viele kollegiale und gewerkschaftliche Grüße aus dem “Ländle”” seinen Text beenden würde… Gehe daher von einer Verwechslung aus…

    Aber und dies meine ich auch so… Schön, wie Du da losgelegt hast “Heftpflaster”, sagt viel aus…

    Es grüßt
    Jupp Schmitz us Kölle

  21. Stefan on Januar 9th, 2013 12:20

    @Jupp und Heftpflaster

    Ich nehme es nicht persönlich, kann mal im Eifer des (Wort/Schreib-)Gefechts passieren :-)

  22. Fahrenheit on Januar 9th, 2013 15:11

    Sehr geehrtes “Heftpflaster”,
    im Herbst 2011 hat Verdi Cottbus eine Lohnvergleichsliste des Rettungsdienst Spree-Neiße auf seiner Homepgage veröffentlicht.
    Diese Liste sieht so aus: http://fahrnsworth.ohost.de/RD/Vergleich-der-Entgelte-im-Rettungsdienst.pdf
    Die Zahlen, die ich also hier genannt habe, hat Verdi so selbst bekannt gegeben. Haben auch Sie einen Beleg für die Zahlen, die Sie nennen???

    Und beantworten Sie mir doch die Frage, warum Verdi Cottbus diese Liste nicht mehr auf seiner Seite zum Donwload anbietet? Schämt man sich ob der Zahlen, die man selbst ausgehandelt hat?

    Und Verdi kungelt sehr wohl mit dem DRK.
    Es hat seinen Grund, warum die Mitarbeiter der Wachen in Spree-Neiße nicht bei Verdi organisiert sind. Verdi Cottbus hat sein Interesse für die Rettungsdienstmitarbeiter nämlich erst entdeckt, als man festgestellt hat, daß die Mitglieder in Scharen davon laufen.
    Hätte jetzt noch eine der christlichen Hilfsorganisationen die Ausschreibung in Spree-Neiße gewonnen, dann hätte Verdi den Mitarbeitern im Rettungsdienst dort nicht mehr bieten können, als es eine gute Rechtsschutzversicherung ohnehin schon tut: Arbeitsrechtsschutz.
    Bei Tarifverhandlungen wäre Verdi kein Ansprechpartner mehr gewesen. Verdi hätte keinen Betriebsrat beraten können. Wozu also noch Mitglied sein? Hier hat man also mit dem DRK gekungelt und einen Tarifvertrag gebastelt, der alle Mitbewerber auf Distanz hält. Herzlichen Glückwunsch!

    Es geht bei Verdi einzig allein um Mitglieder. Rund 21 000,- Euro im Jahr allein an Mitgliedsbeiträgen für 100 Mitarbeiter des Rettungsdienst. Und welche Gegenleistung bietet Verdi? Das oben verlinkte Verdischreiben gibt die beschämende Antwort.

    Und nein, ich arbeite weder bei Falck, noch in Spree-Neiße, noch überhaupt im Rettungsdienst. Ich habe aber etwas gegen populistische Äußerungen und Wendehälse, die jahrelang ihr eigenes Süppchen kochen, aber aufschreien, wenn ein Anderer genau das Gleiche tut.

  23. Martin on Januar 9th, 2013 21:46

    @Fahrenheit: Ich stimme voll zu. Herr Franke von verdi brüstet sich hier auch noch damit, im Jahre 2011 (!) erste Schritte in Richtung TV gemacht zu haben. Liebe Kollegen, aufwachen! 2011!!! Und die Jahre vorher??? verdi, so steht auf dessen Homepage, beklagte eine Bezahlung von bis zu 30% unter TVÖD. Was für Experten sitzen denn da in der Gewerkschaft? Wo war der Aufschrei? Nochmals meine Frage an verdi: WO WAREN SIE DENN DIE JAHRE VORHER, ALSO VOR 2011? WO WAREN SPD UND LINKE? Nirgends: Es war nämlich kein Wahlkampf und es war kein Feindbild wie Falck, sondern das DRK. Wie hoch, liebe Kollegen, wäre denn der Organisationsgrad von verdi ohne DRK? Richtig! Unterirdisch. Merkt Ihr was? Und verdi bietet in SPN großzügig REchtsschutz an. Ganz toll. Habt ihr auch verstanden, was das heißt, wenn ihr gegen Falck verliert? Ich denke mal, dass deren Anwälte etwas besser bezahlt werden (vielleicht, weil sie auch mehr können), als irgendwelche regionalen DGB-Anwälte. Eure Kollegen in Cottbus/SPN West scheinen besser aufgeklärt worden zu sein. Denn die haben weder den TV abgeschlossen noch klagen sie.

  24. Heftpflaster on Januar 9th, 2013 22:06

    Sorry, für den Schreibfehler Stefan, gemeint war natürlich Fahrenheit on Januar 4th, 2013 22:20

  25. NRW-Retter on Januar 9th, 2013 23:04

    Sehr geehrter “Fahrenheit”,

    welche optimistischen Zahlen hat Verdi Cottbus dann in die TVöD-Tabelle eingefügt. Da kommt ja die aktuell für die Kommunen und Kreise geltende Tabelle in Entgeltgruppe 8 nicht mit. http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/vka?id=tvoed-vka-2013&matrix=1 . Dieses ist die höchste Entgeltgruppe (EG) ohne Studium.
    In der Regel werden Rettungssanitäter nach EG 3 und RA nach EG 5 eingruppiert, teilweise bei RA auch EG 6.
    Somit sind die Entgeltgruppen noch am ehesten mit dem AVR-J der Johanniter zu vergleichen. Selbst an die genannte Eingruppierung beim DRK-Reformtarifvertrag kommt der TVöD nicht annähernd heran. Dieses wird sich in der Zukunft auch leider nicht ändern.

  26. Jupp Schmitz us Kölle on Januar 9th, 2013 23:13

    @ Fahrenheit: Herzlichen Dank, meine Beiträge erschienen hier dem “Moderator” leider zu lang… Vollste Zustimmung von “A bis Z”.

    Ja, da stimme ich Ihnen zu und übrigens wollte VERDI nur die Kommunalisierung… Reales Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem DRK gibt es nicht… -kann man wenn man Lust hat auch auf der HP von VERDI Cottbus suchen-

    Ich wundere mich eh, dass hier von VERDI aktuell gar keine neuen Schreckensmeldungen kommen oder wird gerade Lobbyarbeit gemacht??

    Die Liste/ Aufstellung von VERDI ist mir auch bekannt…

    Mich wundert, dass es nur bei VERDI Cottbus so einen “Tanz” gibt… Hamm/ Westf., Pulheim, Herten und auch Gelsenkirchen war bisher NICHTS!!! von neer Gewerkschaft zu hören…

    Es grüßt us Kölle

    Jupp Schmitz

  27. Heftpflaster on Januar 10th, 2013 12:41

    Sehr geehrter “Fahrenheit” on Januar 9th, 2013 15:11,

    1. Ich habe keine Zahlen genannt!
    2. Wehalb die Liste nicht mehr zu sehen ist müssen Sie schon Ralf Franke fragen.
    3. Die Mitarbeiter der Wachen in Spree-Neiße sind miitlerweile sehr gut bei Verdi organisiert. In der Vergangenheit erkannten viele leider nicht die Notwendigkeit. Im Bereich Forst/Döbern liegt der Organisationsgrad seit Jahren bei ca. 85 %. Da gab es einen guten BR mit ständiger ver.di Zusammenarbeit. Ver.di unternahm in anderen Wachen mehrfach der Versuch einen BR zu wählen, aber wenn niemand möchte kann ver.di auch nichts tun. Dito zu Tarifverhndlungen.
    4. Wenn es keine Mitglieder gibt, so können diese auch nicht in Scharen davonlaufen.
    5. Ver.di kann sehr wohl mit christlichen HiOrg Verhandlungen führen.
    6. Populistische Äußerungen verbreiten genau Sie. Ihr Wissen ist nicht ganz aktuell. Siehe http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&Datum=2012&nr=16302&pos=1&anz=83&titel=Arbeitskampf_in_kirchlichen_Einrichtungen_-_Zweiter_Weg
    Von den Bedingungen vor Ort haben Sie keine Kenntnis. Sie stellen Behauptungen auf, ohne dies zu belegen.

  28. Stefan on Januar 10th, 2013 12:55

    @Herrn Franke:

    einfach reden lassen, aufregen lohnt sich nicht!

    Solidarische Grüße aus dem Südwesten!

  29. Oskar on Januar 22nd, 2013 17:35

    wer betreibt diese Webite und wer bezahlt sie so viel Lügen auf einer Seite hab ich selten geshen.
    Mit freundlichen grüßen der Rettungsdienst

  30. respekt on April 23rd, 2013 09:26

    Wer nicht kämpft – kann auch nie Siegen.

    Voller Hochachtung blicke ich auf das, was Ihr leistet. Bin von der Geschlossenheit begeistert.
    Retter sorgen sich ständig um fremdes Leben, bekommen aber Ihr eigenes nicht in den Griff. Schaffen es nicht für sich ordentliche Arbeitsbedingungen und Entlohnungen einzufordern.

    So einen Arbeitskampf gegen Falck zu führen, und eure Geschlossenheit im Auftreten ist bewundernswert.
    Ich wünsche euch von Herzen alles Gute, und hoffe das ein Teil eures Mutes auf unser Team überspringt, und die Angsthasen entlich sehen was alles geht wenn man es nur gemeinsam angeht.

    Und 90% TVÖD sind durchaus nicht zuviel, Sie sind nur ein Schritt in die richtige Richtung.

    Und ja auch die Verdi sollte sich an die eigene Nase fassen. Zu eigenen Fehlern in der Vergangenheit stehen und daraus lernen, kann für die Zukunft nur gut sein.

  31. Jupp Schmitz us Kölle on April 24th, 2013 18:55

    @ respekt:
    Es sollte aber weder von den Kolleginnen und Kollegen noch von verdi vergessen werden die “Gehaltsforderungen” gegen das DRK durchzusetzen, oder stimmst Du mir da nicht zu? Schien ja nach augenscheinlich Aussagen von Betroffenen auch keine “kleine” Summe zu sein… Oder???

    Es grüsst us Kölle
    Jupp Schmitz

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