Düsseldorfer Infarktversorgung unzureichend?


EKG-Ableitung im RTW, Bild AOK Bundesverband)Düsseldorf (RP-Online / rd.de) – Wie die Rheinische Post berichtete, nimmt die Sterblichkeit durch einen akuten Herzinfarkt in einigen NRW-Städten deutlich zu, in anderen dagegen deutlich ab. Das ist das Ergebnis einer Analyse der RP-Online-Redaktion von Statistiken des Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit in Bielefeld. Besonders riskant sind danach Herzinfarkte in Düsseldorf, Duisburg und Essen.

Als Ursache dafür kommt hierfür nach Aussage von Dr. Christiana Mira Schannwell, Leitende Oberärztin der Düsseldorfer Uniklinik, die Strategie des Rettungsdienstes in Betracht, immer das nächstgelegene Krankenhaus anzusteuern.

Der Beitrag schlug hohe Wellen. Auch der Kardiologie-Professor Ernst Vester, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf (EVK) meldete sich zu Wort und forderte die Infarkt-Versorgung neu zu ordnen. Demnach scheinen Gebietsgrenzen in der rettungsdienstlichen Versorgung eine Rolle bei der Verteilung der Patienten zu spielen.

Schließlich veranstaltete die Zeitung eine Podiumsdiskussion zum Thema Infarktversorgung in Düsseldorf. Hier beklagte sich Dr. Jörg Schmitz-Beuting, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Stadt Düsseldorf, dass die drei Krankenhäuser mit Herzkathederlaboren zu oft Patienten ablehnen, vor allem, weil keine Intensivbetten zur Nachsorge zur Verfügung stünden. Die Krankenhäuser wiesen die Vorwürfe zurück. Die Aufnahme von Patienten mit dem Verdacht auf Herzinfarkt, sei von der Intensivbettenkapazität erst einmal unabhängig.

Gegenüber rettungsdienst.de wollte Dr. Jörg Schmitz-Beuting auf die Vorwürfe derzeit nicht näher eingehen: „Die veröffentlichten Zahlen des Landesamtes für Daten und Statistik zu den Herzinfarkttoten in Düsseldorf stimmen nicht mit den vom Gesundheitsamt hierzu ermittelten Daten überein“, erklärt er. Dennoch prüft man offenbar Maßnahmen, die Herzinfarktversorgung im Rettungsdienst der Stadt Düsseldorf zu optimieren und bereitet eine Vorlage für den Gesundheitsausschuss vor.

Professor Vester vom Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf regt gegenüber der Rheinischen Post die Einrichtung von so genannten Chest-Pain-Units (CPUs) an, um eine adäquate klinische Betreuung von Herzinfarkt-Patienten zu gewährleisten. Auch das Augusta-Krankenhaus denkt über eine Brustschmerz-Ambulanz nach. Das Konzept einer Chest-Pain-Unit erlaubt eine schnelle und zielgerichtete Diagnostik. Die Krankenhäuser bedauern jedoch, vom Land keine finanziellen Mittel für die Einrichtung weiterer Notfallbetten zu erhalten.

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