Ein Gefühl wie in Sibirien


Fast wie in Sibirien... (Foto: Dr. Lührs)Bonn (rd.de) – Schnee und Eis bestimmen schon seit Wochen die Schlagzeilen in Norddeutschland. Besonders Mecklenburg-Vorpommern scheint das Wetter schwer zuzusetzen. Wie kommen die Rettungsdienste in diesen Regionen mit den ungewohnten Schneemassen klar? Rettungsdienst.de fragte nach und erhielt zum Teil überraschende Antworten.

Es sind wirklich nicht die besten Bedingungen, um sich mit einem Rettungswagen oder NEF auf die völlig zugeschneiten Straßen zu wagen. Das belegen unter anderem Bilder, die uns von der Ostseeinsel Usedom erreichten. Und doch kann der meteorologische Ausnahmezustand viele Rettungsdienste im Norden und Nordosten der Republik nicht in Unruhe versetzen.

Notarzt Dr. Stefan Lührs, der sich von Usedom in der Redaktion von rettungsdienst.de meldete, kommentierte seine Bilder nur lapidar mit dem Hinweis, dass sich die abgebildete Wache nicht in Sibirien befände. Die Eisenbahn habe zwar den Verkehr eingestellt, Straßen und Fährverbindungen seien zumeist unterbrochen. Aber der Rettungsdienst käme dank seiner Schneeketten fast überall hin.

Das bestätigt für die benachbarten Inseln Rügen und Hidensee auch der Bereichsleiter Rettungsdienst beim DRK-Kreisverband auf Rügen, Rüdiger Eichinger: „Wir haben alle Maßnahmen, die zur Sicherstellung des Rettungsdienstes erforderlich sind, getroffen. Die Fahrzeuge sind mit Schneeketten ausgerüstet, und es werden für Streckenabschnitte, die nicht passierbar sind, zusätzliche Fahrzeuge vorgehalten, darunter große Armeefahrzeuge mit Tragenausstattung.“ Alle Menschen, die in Not geraten, würden in Zusammenarbeit mit Feuerwehr und THW zeitnah Hilfe erhalten.

„So ganz ungewöhnlich sind solche Schneemengen im Winter auch gar nicht“, findet Eichinger. Er erinnert sich daran, dass die Retter vor einigen Jahren mit Pferdeschlitten über den zugefrorenen Bodden gefahren seien, um Patienten zum Festland zu bringen. Heute stellen Hubschrauber die Verbindung sicher. Bei widrigen Witterungsverhältnissen sind das in der Regel Maschinen der Bundeswehr, die Tag und Nacht zum Einsatz kommen können.

Die Lage auf Föhr und den Halligen Langeneß und Hooge ist ähnlich schwierig. Hier muss wegen Eisgangs die Fährverbindung immer wieder ausgesetzt werden. Immerhin gibt es in Wyk auf Föhr ein Krankenhaus.

Nicht ganz so perfekt auf die Witterung eingestellt war man offenbar im Saarland. Im Köllertal, so berichtete das DRK Saar, war für einige Zeit die Klinik Püttlingen wegen Glätte nicht mehr anfahrbar. Rettungswagen, die Patienten dort hin bringen wollten, scheiterten an der Steigung zur Klinik und mussten zu anderen Krankenhäusern weitergeleitet werden.

One Response to “Ein Gefühl wie in Sibirien”

  1. Carina on Februar 3rd, 2010 12:52

    Auch bei uns haben die Rettungskräfte z.T mit den schlechten Wetterverhältnissen zu kämpfen, doch das hat sich jetzt gelegt. Wie ist das bei euch?
    lg
    Carina

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