Die Schweinegrippe kehrt zurück


London (rd.de) – Vielerorts beginnen in diesen Tagen die Schutzimpfungen gegen die so genante Schweinegrippe. Mitarbeiter des Rettungsdienstes gehören zu den ersten, die geimpft werden. Derweil registrieren die Gesundheitsbehörden in Großbritannien den Start einer zweiten Welle. Der A/H1N1-Virus scheint demnach aggressiver geworden zu sein.

Sir Liam Donaldson ist der oberste Berater für das britische Gesundheitswesen. Was er anordnet, wird in Krankenhäusern und im Rettungsdienst umgesetzt. Damit ist er zugleich Chefstratege für die Maßnahmen zur Eindämmung der Schweinegrippe.

In diesen Tagen wendet er sich an die Presse, um die Bevölkerung darauf hinzuweisen, dass die Infektionszahlen wieder stark steigen und eine zweite Grippewelle bevorstehe. Vorletzte Woche waren es 27.000 neue Erkrankungsfälle, letzte Woche schon 53.000 – und das ist wohl erst der Beginn.

In das Gesundheitswesen hinein muss Sir Liam Donaldson auf ganz andere Aspekte hinweisen: Von den knapp über 500 Schweinegrippe-Patienten, die derzeit im Krankenhaus behandelt werden müssen, liegen derzeit 99 auf der Intensivstation. Das ist ein Rekord. Über die Hälfte, nämlich 53 % der 128 Grippetoten im Vereinten Königreich und Nordirland, sind unter 45 Jahre. „Der Virus scheint härter zuzuschlagen als in der Sommerwelle und trifft vor allem jüngere Menschen“, mahnt Sir Donaldson.

Zwar laufen die Infektionswellen in Großbritannien knapp drei Wochen der Entwicklung in Deutschland voraus, doch während in Deutschland am 26. Oktober die Impfung gegen das A/H1N1-Virus angelaufen ist, stehen die Briten noch in der Warteschlage. Offenbar kann die Impfung gegen die Schweinegrippe erst Ende November beginnen. Nicht wenige befürchten nun, dass der Impfstoff zu spät auf der Insel eintrifft, um noch großen Schaden abzuwenden.

In Deutschland weist die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände darauf hin, Ärzte oder Apotheker über mögliche Nebenwirkungen zu informieren. „Soweit wir derzeit wissen, ist die Impfung gut verträglich. Um seltene Nebenwirkungen zu entdecken, bitten wir alle Patienten, ihren Arzt oder Apotheker über beobachtete Nebenwirkungen zu informieren“, so Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Auch bereits bekannte unerwünschte Wirkungen sollen gemeldet werden, damit deren Häufigkeit oder Schweregrad künftig besser eingeschätzt werden können. Apotheken melden dann die Verdachtsfälle an die Geschäftsstelle der AMK, die eng mit den zuständigen Bundesoberbehörden zusammenarbeitet.

Die aktuelle Fachinformation des Impfstoffs Pandemrix nennt unter anderem folgende unerwünschte Wirkungen: Schmerzen, Rötung und Hautreaktionen an der Injektionsstelle, Juckreiz, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, Bauchschmerzen, verstärkte Schweißsekretion, Fieber, Mattigkeit und grippeähnliche Beschwerden.

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