Deutscher Einsatz für Rettungsdienst in Peru


Karlsruhe (rd.de) – Peru, ein Andenstaat in Lateinamerika, hat weltweit die meisten Verkehrstoten, erleidet Naturkatastrophen und braucht einen funktionstüchtigen Rettungsdienst. Das zu erreichen, hat sich der Deutsche Bernd Fertig vorgenommen. Zusammen mit dem Fortbildungsinstitut IncentiveMed und der Unterstützung der Stadt Karlsruhe möchte er den Rettungsdienst in der peruanischen Region Cusco verbessern.

„Der Start unseres Projektes war ein hartes Stück Arbeit mit teilweise schockierenden, aber auch durchaus sehr hoffnungsvollen und unvergesslichen Eindrücken“, beschreibt der engagierte Rettungsassistent nach seiner Rückkehr aus Peru das Erlebte. Seine ehrenamtliche Arbeit gilt der SARA Peru (South American Rescue Association Peru), dem seiner Ansicht nach einzig wirklich funktionierenden und vor allem gut ausgestatteten Rettungsdienst im Departemento Cusco.

Das am 1. Juni 2009 gestartete Projekt baut ein für Südamerika und Peru völlig neues präklinisches Service-Netzwerk auf. Es umfasst den Aufbau eines Rettungshubschraubersystems nach deutschem Vorbild, Ambulanzflugzeuge der Kooperationspartner, eigene bodengebundene Rettungseinheiten sowie einen mobilen ärztlichen Notfalldienst.

Das Projekt entstand aus dem Engagement der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) und der gemeinnützigen deutschen Rettungsdienstgesellschaft IncentiveMED. Das Bemerkenswerte an diese Initiative ist, dass sich das Team der Mitarbeiter aus Deutschen und in Deutschland ausgebildeten peruanischen Rettungsfachkräften zusammensetzt. Sie gewährleisten eine hohe Qualifikation und Sprachkompetenz.

Hilfe, die ankommt
Anfang Juni 2009 wurde der erste Rettungshubschrauber mit dem Rufnamen „Christofer Peru“ in Cusco, der Provinzhauptstadt der gleichnamigen Region, in Betrieb genommen.
Rettungsfahrzeuge wurden in Cusco, Urubamba, Calca und Machu Picchu stationiert. Das Engagement soll in den kommenden Jahren auf die Städte Arequipa, Trujillo und Huaraz ausgeweitet werden.

Seit dem 15. Juni 2009 ist eine komplett eingerichtete Rettungsleitstelle Tag und Nacht in Betrieb und wird von Menschen angerufen, die verzweifelt um Hilfe bitten. So wie am 31. Juli 2009, morgens um 05:30 Uhr:

Willy Alexander Chavarry Alvarez und seine Kollegen werden zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen Arequipa und Cusco gerufen. Ein mit 56 Personen besetzter Bus ist einen Abhang hinabgestürzt. Für 17 Menschen kommt jede Hilfe zu spät, 39 Insassen werden schwer verletzt.

Die Opfer sind einfache Menschen; Frauen, Familienväter, kleine Kinder. Sie waren auf dem Weg zu einem Indianerfest. Die Passagiere werden durch die Wucht des Aufpralls verstümmelt und von Metallteilen aufgespießt. Wer überlebt hat, muss fast zwei Stunden ausharren, bis die ersten Rettungsfahrzeuge eintreffen. Allein im Jahr 2008 starben bei 134 Busunglücken 2.400 Menschen in Peru.

Basisschutz für alle

Die Menschen haben meist keine Versicherung und keine Mitgliedschaft in einer Rettungsorganisation. Damit die SARA Peru aber in der Not ohne Ansehen der Person und der wirtschaftlichen Möglichkeiten Hilfe leisten kann, möchte IncentiveMED einen dauerhaften und verlässlichen Beitrag leisten.

Dafür hat die Rettungsdienstakademie eine Aktion unter den Motto „Das zahlen wir Ihnen dreifach zurück“, ins Leben gerufen. Wer einen monatlichen Gönnerbeitrag von 10 Euro auf das deutsche Projektkonto der SARA Peru zur Verfügung stellt, also 120 Euro jährlich, dem schreibt IncentiveMed die doppelte Summe als Gutschein für eine Aus-, Weiter- oder Fortbildung gut. Darüber hinaus erhält der Gönner eine Spendenbescheinigung.

Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, kann die deutschsprachige Seite der SARA besuchen: www.southamerican-rescue.com

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?