236 Personen von brennender Fähre gerettet


Schlagseite vom Löschwasser (Foto: Havariekommando)Neustadt in Holstein (rd.de) – Nach der Explosion auf dem Fährschiff „Lisco Gloria“ in der Nacht auf Sonntag, retteten Einsatzkräfte vor Fehmarn über 200 Passagiere von dem brennenden Schiff.

Die Besatzung des Bundespolizei-Schiffs „Neustrelitz“ hatte kurz nach Mitternacht den Notruf der Fähre empfangen und sofort das Unglücksschiff angesteuert. Ein Teil der Passagiere hatte die brennende Fähre bereits verlassen und trieb in Rettungsbooten auf der Ostsee. Die Besatzung der „Neustrelitz“ nahm die Passagiere an Bord und versorgte sie mit Decken und warmen Getränken. Anschließend wurden sie zum in der Nähe befindlichen Kreuzfahrtschiff MS „Deutschland“ gebracht.

Insgesamt gab es 28 leicht verletzte Personen, die überwiegend Rauchgasvergiftungen erlitten. Davon wurden 23 Personen stationär behandelt.

Die meisten geborgenen Personen sind in Hotels in Kiel untergebracht und werden psychologisch betreut . 27 Personen haben bereits die Heimreise angetreten. Die überwiegende Zahl der Passagiere stammt aus Litauen. Aus Deutschland kommen etwa 20 Passagiere.

„Einige der Passagiere standen unter Schock. Wir konnten sie jedoch beruhigen und erklären, dass sie nun in Sicherheit sind“ berichtete die Kommandantin der „Neustrelitz“ Polizeihauptkommissarin Birgit Thärichen. Neben der „Neustrelitz“ war auch ein Spezialhubschrauber der Bundespolizei im Einsatz. Er unterstützt die Brandbekämpfung vor Ort. Die Gesamteinsatzleitung übernahm das Havariekommando in Cuxhaven.

Die unter litauischer Flagge fahrende „Lisco Gloria“ befand sich mit 236 Personen an Bord auf dem Weg von Kiel nach Klaipeda als sich gegen Mitternacht die Explosion ereignete. Erste Untersuchungen deuten auf den Defekt eines LKW-Kühlaggregates als Brandursache hin.

Um das Schiff zu sichern wurde per Hubschrauber ein Boarding-Team abgesetzt. Dem Team gelang es die Ankerketten loszuschlagen, damit das Wrack nicht weiter durch die Ostsee treibt. Die Löscharbeiten wurden zeitweilig wieder unterbrochen, weil das Schiff drohte zu viel Löschwasser zu nehmen. Inzwischen ist das Feuer gelöscht. Derzeit wird die Schiffshaut gekühlt. Bergungsexperten untersuchen, wie das Schiff sicher in einen Hafen geschleppt werden kann. Die Bergungsoperation wird von dänischen Flottenkommando koordiniert, weil sich die „Lisco Gloria“ in dänischen Hochheitgewässern befindet.

Eingesetzte Rettungseinheiten

  • Brandbekämpfungseinheiten aus Kiel, Rostock, Lübeck, Hamburg und Flensburg
  • Verletztenversorgungsteam aus Hamburg, Bremen und Kiel
  • Hubschrauber der Deutschen Marine, der Bundespolizei und der Firma Wiking
  • DGzRS „John T. Essberger“, Berlin
  • Notschlepper „Baltic“ und „Bülk“
  • Gewässerschutzschiff „Scharhörn“
  • Gewässerschutzschiff „Arkona“
  • Feuerlöschboot „Kiel“
  • Bundespolizeischiff: „Neustrelitz“
  • Minensucher „Bad Bevensen“
  • DK: „Rota“, „Marie Milljöh“

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