Versorgung von Schussverletzungen

(Bild: Grafik: rettungsdienst.de/Daten: GdB/Foto: unsplash.com)Bremen (rd_de) – Die Schwere von Schuss- oder Explosionsverletzungen ist äußerlich kaum zu erkennen. Was oberflächlich relativ harmlos wirkt, kann im Körper verheerende Verletzungen bedeuten. Was Rettungskräfte wissen sollten.

Beim Eindringen des Geschosses in das Gewebe wird dieses nach allen Seiten verdrängt. Es bildet sich vorübergehend eine Wundhöhle, die „temporäre Kavitation“. Durch die Elastizität des Gewebes kehrt dieses in seine Ausgangslage zurück. Die temporäre Wundhöhle bleibt also nur für Sekundenbruchteile bestehen. Sie tritt bei allen Geschossen auf. Dabei wird das verdrängte Gewebe nicht unbedingt irreversibel geschädigt. Nur wenn es nicht genügend elastisch ist, kann es geschädigt werden.

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Diese Gewebezerstörungen stellen um den eigentlichen Schusskanal herum die permanente Wundhöhle (permanente Kavitation) dar. Als Faustformel gilt: Sie ist umso größer, je stärker und abrupter eine Energieübertragung verläuft und je weniger elastisch das betroffene Gewebe ist.

Größe und Profil der temporären und permanenten Wundhöhle sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, beispielsweise Geschosskonstruktion und -form, Auftreffgeschwindigkeit sowie Widerstand des Gewebes.

Geschosse mit niedriger Geschwindigkeit verursachen meist keine großen Wundhöhlen. Verletzungen dieser Art werden vielfach durch Kurzwaffen wie Pistolen oder Revolver verursacht. Die Gewebezerstörung entspricht oftmals dem des Geschossdurchmessers. Hochgeschwindigkeitsverletzungen verursachen häufig durch die Bildung einer größeren Wundhöhle starke Gewebeschädigungen.

Geschosse können sich zerlegen, wenn sie mit hoher Geschwindigkeit beispielsweise auf Knochen treffen. Durch das Zerbrechen (Fragmentation) bildet sich eine vergleichsweise große Wundhöhle. Die Splitter bewegen sich in alle Richtungen und verletzten dabei zusätzliches Gewebe.

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(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Notarzt)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo, wo stammt die Statistik den her? Was versteht man unter GdB?

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  2. Hallo Frau Jaegger,

    die Abkürzung kann schon mal Ratlosigkeit auslösen. Wir benutzen das Kürzel GdB für “Gesundheitsberichterstattung des Bundes”. In diesem Fall kommen also auch die Statistiken von dieser Seite.

    Freundliche Grüße aus der Redaktion
    Sebastian Runnebaum

    Auf diesen Kommentar antworten

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