Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Pilotprojekt: Ersthelfer-App alarmiert freiwillige Helfer

Gütersloh (rd.de) – Die App “Mobile Retter” wird derzeit in Gütersloh erprobt. Die App alarmiert parallel zu den Rettungsdiensten freiwillige Ersthelfer, die sich in der Nähe des Notfallpatienten befinden. So kann gerade in kritischen Situation, beispielsweise Herzstillstand, noch schneller mit den Hilfeleistungsmaßnahmen begonnen werden.

Die App aktualisiert den Standort des Ersthelfers mittels GPS und teilt diesen einem in der Leitstelle untergebrachten Server mit. Geht ein Notruf ein, sucht das System automatisch einen in der Nähe befindlichen mobilen Retter und alarmiert diesen zusätzlich zum Rettungsdienst. Wenn der mobile Retter den Einsatz übernimmt, wird ihm der genaue Einsatzstandort mitgeteilt.

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Eine solche App ist in Deutschland auch deswegen notwendig, da im internationalen Vergleich die Zahl an Ersthelfern weit unter dem Durchschnitt liegt (wir berichteten). Mit der App ist die Möglichkeit gegeben, schneller qualifizierte Ersthelfer zu den Patienten zu lotsen.

Als Beispiel: Bereits zwei Minuten, nach dem Passanten einen Notruf abgesetzt hatten, ist ein mobiler Retter bei einem Patienten eingetroffen und konnte mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beginnen. Insgesamt sind bereits rund 150 solcher oder ähnlicher Einsätze durch die mobilen Retter absolviert worden.

Im März und April 2015 konnten bisher zirka 95 Prozent aller Alarmierungen erfolgreich abgearbeitet werden. Erfolgreich ist ein Einsatz für einen mobilen Retter, wenn er noch vor dem Rettungsdienst eintrifft und den Patienten anschließend erstversorgt an den Rettungsdienst übergeben kann.

Gegenwärtig sind zirka 410 ehrenamtliche mobile Retter mit der App ausgestattet und können im Notfall alarmiert werden. Dabei ist die Nutzung Helfern mit einem medizinischen Background vorbehalten. Ralf Stroop, einer der Initiatoren des Projekts, hält die Eingrenzung für sinnvoll: „Ein mobiler Retter muss wissen, was im Notfall zu tun ist. Zwar haben die Teilnehmer alle eine medizinische Qualifikation, aber wir schicken sie noch einmal in eine kurze Schulung von ein paar Stunden mit den wichtigsten Sofortmaßnahmen“. Darüber hinaus wird der mobile Retter mit einem Schlüsselanhänger mit Handschuhen sowie Beatmungstuch und einer Beatmungsmaske ausgestattet.

(21.04.2015; Fotos: Mobile Retter)

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Und welche Leitstellen unterstützen die ganze Geschichte schon?

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  2. Sehr gut. Dann können die eh schon superwichtigen noch mehr rumwichteln. Perfekt.

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  3. Da bin ich gespannt, wie später das Resümee ist .

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  4. Top Sache, wäre dabei. Das ist eine uralte Idee die Leben rettet.
    @sedrf: denk mal 5 Minuten über den Sinn der Sache und die Prognosen der Patienten nach. Ich hoffe Du bist nirgends verantwortlich tätig.

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  5. Damit ich dann auch nach Feierabend fleißig weiter retten kann:-) .
    Sorry aber dafür braucht es keine App.
    Ersthelfer ist Ersthelfer auch mit medizinischen Hintergrund genauso nackt wie jeder Laie auch
    Oder haben die fleißigen App Helfe einen C3 und Medumat dabei?

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  6. gute Sache, auch wenn manche meinen, jetzt fummeln noch mehr bei Notfällen rum. Das wird den Patienten wohl ziemlich egal sein, wenn sie dadurch vielleicht überleben können.

    Lieber einer, der schnell eintrifft und rumwerkelt als ein NEF/RTW/RA/NA die zu spät kommen und einen Patienten zum Gaga reanimieren.

    Machen wir uns doch nichts vor. Beim HKS zählt zuerst die Zeit und dann der Rest.

    Warum also nicht eine solche Möglichkeit nutzen und weiter ausbauen. Besser als vorher wird es sein.

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  7. Das Pilotprojekt wird im Kreis Gütersloh getestet. Es gibt aber schon Anfragen aus ganz Deutschland.

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  8. 410 ehrenamtliche mobile Retter ….” Im März und April 2015 konnten bisher zirka 95 Prozent aller Alarmierungen erfolgreich abgearbeitet werden”..

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  9. Es geht ja – so wie ich es verstanden habe – um die Basics und eine ordentlich ausgeführte Laienreanimation um das therapiefreie Intervall möglichst klein zu halten. Nach ein paar Minuten übernimmt die Regelrettung. Kaum Potential für “Brenner”, dafür aber die Chance mit minimalem Aufwand eventuell einem Nachbarn das Leben zu retten oder Lebensqualität zu erhalten. Klingt für mich gut.

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  10. Tolle Sache wäre sofort dabei.

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  11. Schon etwas typisch: schnelle gute Hilfe die Leben retten und das ganze zum Nulltarif.
    In anderen Ländern gibt es “Rapid Response”-Systeme, welche um einiges effektiver sind. Wir reduzieren lieber weiter Rettungsmittel aus Kostendruck der Versicherungen!

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