Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
Rettungs-Magazin 4/2019
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Hausärzte: Weisungsbefugnis gegenüber Rettungskräften?

(Bild: ©Sir_Oliver - stock.adobe.com)Bremen (rd_de) – Im Notfalleinsatz ist in der Regel auch ein Arzt vor Ort. Das muss aber nicht immer ein Notarzt sein. Auch niedergelassene Ärzte arbeiten mit dem Rettungsdienst zusammen. Mancher Retter fragt sich dann, wer in einem solchen Fall der „Chef“ an der Einsatzstelle ist – der Hausarzt oder das Rettungsfachpersonal?

Im Verhältnis Arzt – Rettungsdienstmitarbeiter ist juristisch gesehen die größere Sachkunde des Arztes ausschlaggebend, die sich aus seiner akademischen Ausbildung ergibt. Er ist den Mitarbeitern des Rettungsdienstes daher übergeordnet und weisungsbefugt.

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Das ergibt sich auch aus Paragraf 4 Absatz 2 Nr. 2a, b NotSanG. Dort heißt es, der Notfallsanitäter soll bei der „ärztlichen“ Versorgung assistieren, nicht der „notärztlichen“ Versorgung.

Zu beachten ist aber, dass die Weisungsbefugnis nur so weit besteht, wie der Arzt auch die höhereinzustufende Ausbildung besitzt. Das sind nur medizinische Fragen. Handelt es sich um eine organisatorische Entscheidung, etwa ob für den Transport des Patienten ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) nachbeordert werden soll, hat der Arzt keine bessere Sachkunde und daher auch kein Weisungsrecht. Rettungsdienstmitarbeiter sind daher an eine solche Weisung des Arztes nicht gebunden.

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(Text: Nicole Kreutz, Juristin und ehemalige Staatsanwältin; Symbolfoto: Sir_Oliver/fotolia.com)

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Was ist, wenn der Hausarzt zwar ein guter Mediziner ist, aber in den Notfallmedizin keine nennenswerte Kompetenz besitzt. Hätte dann der NotSan die “höhereinzustufende Ausbildung” und der Hausarzt wäre nicht mehr weisungsbefugt? Und wie wäre es beim RettAss?

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  2. Was ist wenn der Notarzt oder auch Hausarzt grob fahrlässig handelt, dar das Rettungsdienstpersonal den Notarzt/ Hausarzt vom Hausrecht gebraucht machen und des RTW verweisen?
    Beisp. Arzt möchte Intubation am wachen Patient?

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  3. Eitelkeiten sollten nicht den Verlauf eines medizinischen Notfalls bestimmen. Als Besatzungsmitglied des Rettungsdienstes ist es sicherlich häufig ein schönes Gefühl, in einer bestimmten Situation sehr gefragt zu sein. Hieraus leitet der ein oder andere Retter einen Großteil seines Selbstbewusstseins ab, vollkommen in Ordnung solange gerechtfertigt. Das ist aber spätestens dann vorbei, wenn ein Arzt vor Ort ist. Denn dann gilt nicht nur rechtlich der Arztvorbehalt, die ärztliche Weisungsbefugnis und die Pflicht des Retters dem Arzt zu assistieren, sondern es steht mit dem Arzt auch die wesentlich höhere medizinische Kompetenz zur Verfügung. Diese gilt es dem Patienten nicht zu verweigern, nur weil hierbei die eigene Rolle des Rettungshelden angenagt wird. Bitte liebe Kollegen aus dem Rettungsdienst, bleibt mal auf dem Teppich, als Arzt hat man in aller Regel wirklich ein bisschen mehr Ahnung von Medizin, das kann ich als Rettungsassistent und Arzt nur dringend bestätigen. Herzliche Grüße und auf gute Zusammenarbeit!

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  4. Der Notarzt hat als Leiter des Rettungsteam das Hausrecht im Rettungswagen, nicht die RettAss. Aber anstatt gleich von seinem angehoften Hausrecht gebrauch zu machen, sollte man erstmal teamorientiert kommunizieren oder auf Fehler hinweisen.

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