„Woche der Wiederbelebung“ startet heute

(Bild: picture alliance / Jochen Tack/DGAI)Nürnberg (ots) – In der heute beginnenden „Woche der Wiederbelebung“ (19. – 25.09.2022) fordern Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Krankenhäuser und viele andere Institutionen wieder dazu auf, mit ihnen die lebensrettenden Maßnahmen und Handgriffe zu lernen oder noch einmal zu trainieren.

An vielen Orten organisieren sie ab dem heutigen Montag (19.09.2022) Vorführungen und Kurse, damit Helferinnen und Helfer im Fall des Falles die richtigen Handgriffe ausführen können.

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„Wir sind bei der Quote der Laienhelfer weiterhin noch nicht auf jenen Plätzen, auf denen wir sein könnten“, sagt Professor Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters, das vor 15 Jahren von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) gegründet wurde. Nach wie vor liegt die Quote der Menschen, die in Deutschland bei einem Herzstillstand die Herzdruckmassage oder auch die Mund-zu-Mund-Beatmung anwenden, nur knapp über 40 Prozent. Während der Pandemie konnten kaum Schulungen angeboten werden.

Etwa alle zehn Minuten erleidet in Deutschland ein Mensch zu Hause oder auf der Straße einen Herz-Kreislauf-Stillstand. In den meisten Fällen ist ein medizinisches Problem die Ursache dafür. Etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten überleben das Ereignis und werden aus dem Krankenhaus entlassen. Aber nur ein Fünftel der Betroffenen behalten keine Schäden zurück und können wieder problemlos am Leben teilnehmen.

Ob zusätzlich zur Herzdruckmassage auch die Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung ausgeführt werden sollte, wird von Fachleuten nach wie vor diskutiert: „Neue große Studien haben ergeben, dass Menschen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit der Beatmung besser überleben als ohne“, erklärt Reanimationsexperte Gräsner. Das Minimum sei die Herz-Druck-Massage.

Der grundsätzliche Leitsatz zur Herz-Lungen-Wiederbelebung lautet: Prüfen, rufen, drücken. Das Bewusstsein prüfen, den Notruf 112 wählen und dann 100-mal pro Minute den Brustkorb etwa fünf Zentimeter zum Boden drücken. Nehme man dann noch die Beatmung hinzu, sei das umso effektiver, erklärt Professor Gräsner weiter: „Dafür ist kein Studium notwendig. Ein normaler Erste-Hilfe-Kurs reicht voll und ganz aus!“

Unsicherheiten entstünden meist durch die Sorge vor Infektion oder der Versorgung von Fremden. Weil aber zwei Drittel der Kreislaufstillstände zu Hause passierten, seien die Helferinnen und Helfer oft mit den Patientinnen und Patienten verwandt, sodass die Überwindung zur Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung nicht so groß sein dürfte.

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