Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Rettungs-Magazin 5/2019 Digital
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Unfallchirurgen befürworten Böllerverbot an Silvester

(Bild: pixabay.com)Berlin (DGOU/DGU) – Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) befürworten ein mögliches Böllerverbot an Silvester. Dies würde ihrer Ansicht nach zu einer Entlastung der Krankenhäuser im Corona-Jahr beitragen.

„Jede Verletzung aufgrund von Feuerwerkskörpern um die Silvesterzeit ist eine zu viel. Wir sehen jedes Jahr Verletzungen mit einer höchst unterschiedlichen Bandbreite: Das geht von oberflächlichen Verbrennungen bis hin zu Amputationsverletzungen an Armen und Beinen oder auch schweren Verletzungen an den Augen“, sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Michael J. Raschke. „In der Silvesternacht herrscht bei uns in der Unfallchirurgie gewöhnlich Hochbetrieb. Darauf sind wir jedes Jahr durch den hohen Personalaufwand gut vorbereitet.“

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Dennoch sei jede mögliche Entlastung sehr wünschenswert – vor allem in Zeiten von Corona und der dadurch bedingt angespannten Personalsituation. Sollte es zu einem absoluten Böllerverbot kommen, würde man sich trotzdem gut auf die Silvesternacht einstellen. „Denn dann müssen wir auch mit Ausweichbewegung durch selbstgebaute oder illegale Sprengkörper rechnen. Hier sehen wir jedes Jahr katastrophale Fälle“, so Prof. Raschke.

Jeder Mensch wolle nach einem Unfall zeitnah und bestmöglich versorgt sein. „Damit das auch in der derzeitig angespannten Gesundheitslage gut funktioniert, appellieren wir an die Vernunft der Menschen, alle Regeln zur Vermeidung von Silvester-Verletzungen einzuhalten bzw. sich an das vom Berliner Senat angekündigte Böllerverbot zu halten, wenn es denn am Mittwoch bei der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen werden sollte“, hofft der DGU-Präsident.

„Wir schätzen, dass jede geeignete Klinik im Durchschnitt bis zu 50 – 60 Silvester-Patienten vom frühen Abend bis zum nächsten Morgen behandelt. Wenn diese verhindert werden könnten, würde das die regelhaft grenzwertig beanspruchten Notaufnahmen merklich entlasten. Wir sehen in der Notaufnahme nicht nur Verletzungen durch Feuerwerkskörper, sondern es kommen auch Menschen mit Alkoholvergiftungen und nach körperlichen Auseinandersetzungen. Mit diesen zusätzlichen Fällen rechnen wir auch trotz Böllerverbot“, erläutert DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Dietmar Pennig.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Das ist das allerbeste und hoffentlich wird es durchgesetzt. Ich hasse die ganzen Feuerwerke die auch an Karneval sinnlos verbollert werden.
    Ich hatte einmal riesen Glück gehabt. Mir explodierten 5 soganannte Starenschreckpatronen nach eine Fehlbedienung der Abschußpistole zwei in der Hand und drei um mich herum in nächster Nähe zu meinem Körper.Ich wollte nur 6 böller schnell hintereinander abfeuern. Das ging gewaltig schief weil ich sie falsch herum in meiner Hand festhielt. Ich hörte nur noch starkes bummen und meine linke Hand verlrampfte sich. Ich schaute sie an und sah das Daumen , Mittelfinger, und Zeigefinger die gesamte hand verbrannte und die Konochen sichtbar waren. Schmerzen empfand ich noch keine. Auch als die Rettung ankam noch nicht. Erst im Krankenhaus kamm alles zu sich und die Schmerzen waren immens. Das war im Jahre 1974. Aber in der kleinen Klinik gab es schon damals gute Handchirurgen. Zuerst wurde eine offene Wundheilung betrieben bis das gesamte tote Gewebe entfernt war.. Erst dann wurde alles vernünftig versogt. Heut ist nur noch eine kleine Spannung in der Hautfalte zwischen Daumen und zeigefinger sichtbar. Aber ich fasse seit diesem Unfall nie mehr eine Signalpistole oder einen feuerkskörper an. Danach war ich bei der Bundeswehr und habe dort es bis zum Fachanesthesiepfleger geschafft. Und Zuhause war ich ehrenamtlich im Rettungsdienst.. Auch an Sylvester hatte ich mal dienst in der Notaufnahme. Da kamen der Reihe nach über 100 Verletzte nit seltsamen Schädelverletzungen die alle in einem Drei oder Viereck kaum chirurgisch zu versorgen waren. Ein Patient erzählte dann zwischendurch das von einem Hohen Gebäude aus in die johlende fröhliche Menge kleine Kümmerling Fläschlein auf die Menschen geworfen wurden. Die Polizei hat dann diverse Personengruppen zum Verhör dort festgenommen.

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