Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
Interview zur Interschutz 2020+++Reportage Christoph Westfalen+++Drohneneinsatz im Katastrophenschutz+++Rettungsdienst in Bremerhaven+++Erster RTW von MAN

Saisonstart: Wasserretter warnen vor Corona-Folgen

(Bild: DLRG)Bad Nenndorf/München (DLRG/BRK) – Mit Sorge blicken die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Wasserwacht-Bayern des BRK auf den nahenden Start der Badesaison an den deutschen Binnengewässern und Küstenabschnitten.

„Wir befürchten für die Sommersaison 2021 deutlich mehr Probleme und Zwischenfälle am und im Wasser als bereits in der Saison 2020“, sagt Achim Wiese, Sprecher der DLRG. „Viele unterschätzen, wie viel Fitness verloren gegangen ist, wenn sie lange zu Hause sind und sich über einen langen Zeitraum nicht regelmäßig und ausreichend bewegen“, so Wiese weiter.

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Mangelnde Fitness und körperliche Beeinträchtigungen bis hin zu Adipositas seien bereits jetzt vielfach die Folge. Zudem befürchten die Lebensretter eine Verschlechterung der Schwimmfertigkeiten. Als Folge der Schwimmbadschließungen und fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten rechnet die DLRG sowohl mit einem weiteren Anstieg schwimmunfähiger Kinder als auch mit erhöhten Ertrinkungszahlen speziell in den Sommermonaten.

Wie sich schönes Wetter auf die Ertrinkungsfälle auswirken kann, zeigten die Monate Juni, Juli und August des vergangenen Jahres: Mindestens 234 Personen verloren in diesen immer wieder von Hitzewellen und Trockenheit geprägten Monaten im Wasser ihr Leben. Allein im August kam es durch den verstärkten innerdeutschen Urlaub und Ausflüge an unbewachte Flüsse und Seen zu einem traurigen Rekordanstieg mit 117 Opfern.

„Die Rahmenbedingungen haben sich seither nicht wesentlich verbessert. Sie sind durch die anhaltenden Umstände sogar eher schlechter geworden“, mahnt Achim Wiese. „Wir können die Menschen nur sensibilisieren, ihre körperlichen Kräfte nicht zu überschätzen und ausschließlich an bewachten Abschnitten baden zu gehen.“

Bedingt durch die gegenwärtige Pandemiesituation und die mit ihr einhergehenden Ein- und Ausreisebeschränkungen geht auch die Wasserwacht-Bayern von einem erhöhten inländischen Tourismus aus, was sich erfahrungsgemäß besonders an bayerischen Flüssen und Seen zeigt.

Die Wasserwacht-Bayern hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen für mögliche Wachdienste und Einsätze in Pandemie-Zeiten. „Der Schutz und die Sicherheit jeder Einsatzkraft und jedes Patienten hat für uns oberste Priorität“, erklärt Andreas Dietz, Technischer Leiter der Wasserwacht-Bayern. „Wir sind an allen Standorten einsatzbereit, gut gerüstet und personell den Erfordernissen entsprechend aufgestellt.“

„Bei den aktuellen Wassertemperaturen unter 15 °C kommt es schnell zu einer gefährlichen Unterkühlung“, appelliert Thomas Huber, Vorsitzender der Wasserwacht-Bayern. „Bei unüberlegten Handlungen oder Selbstüberschätzung kann man nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr bringen. Notwendige Rettungsaktionen sind oft anspruchsvoll und auch für die geübten Wasserretter nicht ohne Gefahr. Viele Unfälle können vermieden werden, wenn sich alle an die Baderegeln halten“, so der Vorsitzende weiter.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Es würde entlasten, wenn die Schwimmbäder im Freien wieder aufgemacht würden. Aerosole verfliegen an der Luft.

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