Produkt: Rettungs-Magazin 5/2019
Rettungs-Magazin 5/2019
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Notfallsanitäter hospitieren bei der Polizei

(Bild: Polizei)Siegen (ots) – Der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein und die örtliche Kreispolizeibehörde kooperieren. Angehende Notfallsanitäter erhalten die Möglichkeit, den Alltag der Polizistinnen und Polizisten aus erster Hand kennenzulernen.

„Im Einsatz arbeiten wir zusammen, daher sollten wir auch wissen, wie die andere Seite arbeitet“, sagt Kai Langenbach, Koordination/Leitung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung Rettungsdienst im Kreis Siegen-Wittgenstein. Deshalb begleiten die in der Ausbildung befindlichen Notfallsanitäter des DRK in den nächsten Wochen die Beamten im Streifendienst bei der Polizeiwache in Siegen. Immer im einsatzbelasteten Spätdienst am Wochenende steigen die Rettungskräfte in den Streifenwagen. Mit dabei haben sie dann allerdings auch entsprechendes Notfallequipment, um Verletzten oder hilflosen Personen vor Ort helfen zu können.

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Auch wenn im täglichen Einsatzgeschehen Polizei und Rettungsdienst oft Seite an Seite arbeiten, wissen beide Parteien dennoch nicht genau voneinander, was deren Job umfasst. Die Polizei sperrt zum Beispiel die Unfallstelle, nimmt Personaldaten auf, um Angehörige zu verständigen, und versucht zu klären, was überhaupt genau passiert ist: liegt ein medizinisches Problem vor, ein Unglücksfall, oder ist die Verletzung durch eine Straftat hervorgerufen worden? Fehler, die in der Anfangsphase eines Einsatzes gemacht werden, können fatale Auswirkungen auf die weitere Bearbeitung haben.

So ist es für die Polizei wichtig zu wissen, wie die Situation war, als die ersten Einsatzkräfte des Rettungsdienstes eintrafen. In nicht wenigen Fällen sind es die Rettungskräfte, die vor der Polizei vor Ort sind. Wenn sich später herausstellt, dass ein Verbrechen vorliegt, ist es für die Aufklärung wichtig zu erfahren, wie das Opfer aufgefunden wurde.

Trifft die Polizei vor den Rettungskräften ein, ist es für sie wiederrum wichtig zu erfahren, wie der Zustand des Patienten bis dahin war. Hier kommt es oft auf Minuten an. Teilt die Polizei schon vor Eintreffen des Rettungsdienstes ihrer Leitstelle mit, wie der Zustand der betroffenen Personen ist, kann die Rettungsleitstelle bereits frühzeitig weitere Maßnahmen veranlassen.

Jennifer (22) ist eine von zunächst sechs Notfallsanitäter-Azubis, die im Streifendienst der Polizei mitfahren. „Nur wenn man sich kennt und weiß, wie der andere tickt, können wir zusammen das bestmögliche Ergebnis bringen“, sagte sie vor ihrer ersten Schicht auf dem Streifenwagen. Angst habe sie keine, aber viel Respekt. So ist die Arbeit der Polizei eine ganz andere; nur von Krimis schauen lernt man sie nicht.

Das Team in der ersten gemeinsamen Schicht bildeten neben Jennifer die Polizeioberkommissarin Eva (30) und der Polizeikommissar Niklas (22), beide von der Wache in Siegen-Weidenau. Sie sehen das genauso wie Jennifer. Oft ist man zusammen mit den Rettungskräften bei hilflosen Personen, aber auch zunehmend im häuslichen Umfeld oder an Unfallstellen. Vom Sehen her kennt man sich. Besser wäre es aber, wenn man auch wüsste, wie die anderen ticken bzw. wie sie arbeiten und was aus deren Sicht wichtig ist, um eine bestmögliche Lösung für den Betroffenen zu erreichen. Beide Kommissare sind froh, Rettungskräfte mit an Bord zu haben. Sie selbst sind zwar in Erste Hilfe ausgebildet und besuchen regelmäßig Fortbildungen, aber ihr tägliches Geschäft ist das nicht.

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Produkt: Rettungs-Magazin 4/2019
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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Toller Einfall.Finde ich richtig gut.Bin selber seit über 30 Jahren Rettungssanitäter und kenne natürlich auch die “Gegenseite” nicht. Habe durch meine Tätigkeit als RS viele Polizeikräfte kennen gelernt, mit einigen bin ich durch die Langjährige Tätigkeit auch gut Befreundet, aber den wirklichen Tagesablauf der Polizei kennt eigendlich keiner von unseren Teams. zum Weiterausbau sehr zu empfehlen.

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