Notfall in der Schwangerschaft: Eklampsie und EPH-Gestose

Bremen (rd_de) – Bei der Ekplamsie handelt es sich um eine Erkrankung des letzten Schwangerschaftsdrittels. Allerdings wir die Erkrankung oft schon in der Vorstufe – der Präeklampsie bzw. EPH-Gestose – erkannt. Somit können meist schwere Verläufe im Vorfeld vermieden werden.

Für die EPH-Gestose sind…

• …Ödeme (Englisch: Edema),
• …Proteinurie (Eiweißausscheidung über den Urin) und
• …Hypertension

charakteristisch. Zusätzlich treten mitunter Schwindel, Sehstörungen in Form von Flimmern vor den Augen, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auf. Bei der neurologischen Untersuchung können auch übersteigerte Relfexe – die so genannte Hyperreflexie – auffallen.

Wird eine Präeklampsie diagnostiziert, ist die einzige Möglichkeit der Behandlung eine vorzeitige Entbindung. Nur so kann die Gefahr einer Eklampsie vermindert werden. Da eine medikamentöse Therapie zum Beispiel bei der Behandlung der Wassereinlagerungen oder des erhöhten Blutdrucks sowohl für Mutter als auch für Kind große Risiken bergen kann, sollte die präklinische Behandlung sehr zurückhaltend erfolgen.

Kommt es nun zum Vollbild der Eklampsie, treten tonisch-klonische Krampfanfälle auf. Diese können im Vorfeld durch Blutdruckkrisen oder neurologische Symptome wie plötzlich einschießende Kopfschmerzen, Sehstörungen und Verwirrtheitszustände angekündigt werden.

Von präklinischer Relevanz ist vor allem die sofortige Behandlung eines Krampfanfalles. Hier werden klassisch zum Beispiel Diazepam oder Lorazepam eingesetzt. Zusätzlich sollte Magnesium i.v. verabreicht werden. Magnesium wirkt sowohl Blutdrucksenkend als auch im Fall einer Eklampsie antikonvulsiv. Da es unter der Gabe von Magnesium allerdings zum Atemstillstand kommen kann, sollte das Medikament nur sehr langsam und fraktioniert angewendet werden.

Nach Stabilisierung der Atmung und des Kreislaufs hat schnellstmöglich der Transport in die nächste geeignete Klinik zu erfolgen.

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(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie, Dozent; Symbolfoto: Markus Brändli; 06.06.2018) [4737]

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